In der letzten Zeit wurde mir wohl schon bei der Aktualisierung meines Acrobat Readers die Google Toolbar aufoktroyiert, was insofern nervig ist, als man sich nicht mal dagegen wehren kann. Im Installationsprozess lässt sich das ganze leider nicht beeinflussen.
Freiwillig hingegen habe ich die kostenlose PR-Toolbar installiert, nachdem ich den Hinweis in Pfeffers PR-Newsletter 73 gelesen habe. Das klang alles professionell, also habe ich mich dafür entschieden. Die Installation, für die ich den Admin-Modus meines Rechners wechseln muss, erfolgte leider nicht automatisch für alle User. Darüber kann man sich streiten, aber mir wäre es lieber gewesen. Also nochmal gewechselt und das Programm allen Usern zugewiesen. Danach ergibt sich eine Merkwürdigkeit. Ich habe die Google-Toolbar installiert, die plötzlich in der Ansicht als PR-Toolbar gilt und umgekehrt. Vertrauenswürdig ist etwas anderes.
Dann aber probiere ich das Tool einmal aus. Geboten werden einige Dienste, die ich kurz mal ausprobiere, für mehr fehlt mir gerade die Zeit. Aber meine ersten kleinen Erfahrungen mit den versprochenen Features:
Integrierter PR-Chat
Ehrlich gesagt brauche ich so etwas nicht. Business Chats halte ich für überflüssig und ich bin da bestimmt nicht der Einzige.
Google-Suche von jedem Browserfenster aus
Das erspart mir die Google-Toolbar, die ich als “PR-Toolbar” nun deaktiviert habe.
PR-Glossar und Fachliteratur
Der Glossar stammt aus einigen Webangeboten von Agenturen. Ich bezweifle zwar, dass ich das brauche, aber für Junior Berater ist das sicherlich eine schöne Sache. Die óbersicht über die Fachliteratur entpuppt sich als Amazon-Abfrage. Naja, so oft bestelle ich nicht neue PR-Bücher, da lese ich lieber Bücher über die Branchen meiner Kunden, über Technologie, über Corporate Blogging und über Marketing.
380 handverlesene PR-Links
Die Links sind prima und eine wirklich umfassende óbersicht. Vermisst habe ich auf den ersten Blick nichts. Bei der Dienstleister-Auswahl frage ich mich zwar, wie diese Unternehmen da hinein kommen, aber ich werde ohnehin nur in Ausnahmefällen über mein Netzwerk hinaus gehen.
Integrierte RSS-Feeds von PR-Journal und PR-Blogger
Ehrlich gesagt ärgert mich dieser Punkt wirklich. RSS-Feeds, die man nicht anpassen kann, bei denen man nicht mal Vorschläge zur Erweiterung machen kann, sind überflüssig. Ich brauche die Freiheit von RSS und nicht den Zwang einer Auswahl. Das ist – um mal ein gräßliches Modewort zu verwenden – Web 0.5. Technisch kenne ich mich da nicht aus, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die Menüs in einer Toolbar nicht ändern kann.
Cookie-Cleaner, History-Cleaner, Cache-Cleaner
Diese Features brauche ich nicht. Aber sie sind natürlich an sich hilfreich.
Email-Benachrichtigung
Diesen Punkt habe ich zunächst gar nicht gefunden. Er versteckt sich unter Toolbar–Optionen im ersten Klappmenü neben der Webadresse PR-Toolbar.de. Das werde ich mal ausprobieren, ich habe da noch so einen vernachlässigten Yahoo-Account.
Exklusive Vergünstigungen
Das ist doch ein guter Punkt. Würde ich vielleicht mal nutzen, wenn ich wüsste, wo ich etwas sparen kann. Das jedoch habe ich nicht gefunden. Vermutlich müsste ich dazu irgendwelche Websites aus dem Linkverzeichnis aufrufen und würde dann die Angebote sehen. Ja, zumindest werde ich so nicht von vermeintlichen Schnäppchen überumpelt.
Regelmäßige Profi-Tipps
Bisher gibt es einen guten Tipp: Eine Plagiats-Suchmaschine gegen Content-Diebstahl namens Copyscape. Kannte ich noch nicht. Da der Dienst gerade erst startet, freue ich mich also noch auf einige andere.
Fazit
Die PR-Toolbar hat viel Nützliches, aber auch manch óberflüssiges. Das kann ich zwar deaktivieren, aber nicht ändern. Sollte das technisch bedingt sein, will ich nichts gesagt haben, aber ich finde es dadurch in seiner Brauchbarkeit stark eingeschränkt. Schließlich will ich – wenn – eine Toolbar ständig nutzen.
EDIT:
Ulf-Henrik Schrader von der Kommunikationsagentur Schrader, dem Anbieter der PR-Toolbar, hat sich bei mir per Email gemeldet. Leider ist meine RSS-Kritik tatsächlich technisch bedingt und nur mit hohem Aufwand änderbar. Also müssen viele Nutzer her, dann wird sich da sicher was machen lassen.