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OpenBC: 250 Kontakte

29. August 2006, 08:50 Uhr von Torsten Herrmann

Gestern kontaktierte mich eine Freundin aus meiner Heimatstadt über OpenBC. Sie ist nun mein Kontakt Nummer 250 in diesem Social Network. Grund genug, mal ein paar Gedanken über OpenBC nieder zu schreiben. Früher konnte man noch sehen, an welcher Position innerhalb von OpenBC man mit 250 Kontakten steht. Es wird sicherlich ein vierstelliger Rang sein, denn die unangenehmste Erscheinung von OpenBC sind die Netzwerk-Spammer: Leute, die sich riesige Netzwerke aufbauen mit Menschen, mit denen sie niemals irgendetwas zu tun hatten und über die sie sich vermutlich Zugriff auf andere Menschen erhoffen. Ehrlich gesagt verstehe ich deren Motivation überhaupt nicht. Landet man einmal auf einer Kontaktseite eines dieser Kontaktsammler, hat man spätestens zehn Minuten später eine Nachricht, dass man ja so interessante Sachen mache und man sich gerne verknüpfen würde. Ich lehne immer kommentarlos ab, wenn ein Mensch mehr als 1.000 Kontakte hat. Ich glaube, dass ich schon sehr viele Menschen kenne und deren riesige Netzwerke halte ich für reine Sammelwut. Sicherlich bin ich trotzdem hier und dort auch schon einem auf den Leim gegangen.

Die große Mehrzahl meiner Kontakte sind Menschen, die ich privat oder beruflich kenne. OpenBC hatte daher innerhalb der letzten fast drei Jahre für mich viele Vorteile:

  • Ich habe einige Menschen auf dem Weg wiedergefunden: Schulkameraden oder Leute, die ich irgendwann während meiner beruflichen laufbahn mal kennen gelernt habe
  • Ich habe ein paar Leute über OpenBC erst kennen gelernt, z. B. potentielle Partner und Dienstleister
  • Ich habe einige Inspirationen aus den Diskussionsgruppen, denen ich angehöre, gewonnen.

Trotzdem scheint mir das System nicht optimal zu funktionieren. So bekomme ich nur 1-3 Zugriffe auf meine Website pro Woche über diese Plattform. Bei den Unmengen an Menschen, die auf meine OpenBC-Seite gelangen, ohne mich zu kennen, sind das verwunderlich wenige.

Gelesen: Marcel Bernet – Medienarbeit im Netz

21. August 2006, 12:24 Uhr von Torsten Herrmann
Medienarbeit im Netz

Jahrelang blieb es ein Mysterium für mich: Was soll diese Wortkreation “Online-PR”? Alle Bücher zu dem Thema erzählten immer von großen Revolutionen, nur eigentlich hatte sich im PR-Bereich durch das Internet recht wenig verändert. Klar, Presseinformationen wurden auch über Email oder über einen Pressebereich auf der Website des Kunden oder der Agentur verteilt. Auch gab es Journalisten, die für Online-Publikationen arbeiteten und daher kürzer und knapper schrieben. Zudem konnte man z. B. über einen óberwachungsdienst wie Newsradar Online-Clippings einsammeln. Aber eine Revolution war das meines Erachtens nicht. Wir PR-Leute pushten weiterhin Informationen an unsere Dialoggruppen und hielten Informationen etwas einfacher bereit als zuvor.

In den vergangenen Monaten hat sich jedoch wirklich einiges verändert. Mit Blogs, Wikis oder Social Bookmarking sind neue interaktivere und Nutzer-bestimmte Medien und Verteilwege entstanden, mit neuen Instrumenten wie Podcasts oder auch Blogs und Wikis wird in der PR-Arbeit experimentiert. An vielen Stellen wird die Kontrolle über Inhalte zunehmend aufgegeben, über Kommentarfunktionen Dialog geschaffen oder die Verbreitung um Pull-Mechanismen wie RSS erweitert.

Gerade die Wahrnehmung von Google hat sich im PR-Bereich geändert. Vielleicht sehe ich das auch stärker als die meisten Mitbewerber, da ich mich intensiv mit der Suchmaschinenfreundlichkeit dieses Weblogs beschäftigt habe. Für mich entwickelt sich Google zu einer Art von Dialoggruppe. Im Gegensatz zu Journalisten bewertet Google Inhalte anhand automatischer Algorithmen, aber letztlich spreche ich als PR-Berater potentielle Kunden meiner Kunden vermittelt über “die Dialoggruppe” Google an. Insofern wird Suchmaschinenmarketing für Public Relations immer wichtiger. Tagging – ich vergebe z. B. Stichworte für jeden Beitrag der unter chainrelations.de erscheint – ist ein wunderbares Beispiel, wie Inhalte den Kunden gezielter über Google erreichen können.

Ein sehr gutes Handbuch zu diesen Themen hat Marcel Bernet, Inhaber einer Schweizer PR-Agentur und Dozent für Public Relations geschrieben: Medienarbeit im Netz- von E-Mail bis Weblog: Mehr Erfolg mit Online-PR. Meine Ausführungen oben gehen jedoch schon etwas über die Buchinhalte hinaus. Social Bookmarking z. B. kommt in dem Buch nicht als Instrument vor. Zudem bleibt es stark auf der operativen Ebene, strategische Fragen, warum und wann z. B. ein Wiki geeignet ist, werden nur am Rande behandelt. Sie lassen sich aber auch schwerlich allgemein in ein Buch fassen und sind letztlich ein Grund, warum man strategische PR-Berater braucht. Auch früher machte ein Verteiler noch keine erfolgreiche PR. Insofern bleibt das Buch ein idealer Einstieg für PR-Leute, die sich die Möglichkeiten der New-PR erschließen wollen. Und jedem, der noch mehr wissen will, sei der PR-Leitfaden von Shift Communication ergänzend empfohlen.

Jobportal chain relations

18. August 2006, 11:38 Uhr von Torsten Herrmann

Eine meiner Aufgaben ist die Unterstützung der Schleißheimer GmbH bei der Personalsuche. Daher fand sich ja auch vor kurzem diese Stellenanzeige bei chain relations. Das Unternehmen, das übrigens fünf Softwareentwicklungsingeniere für die Automobilelektronikentwicklung sucht, ist damit nicht allein. Markt und Mittelstand titelt in der August-Ausgabe: “Ingenieure verzweifelt gesucht … Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen finden nicht genügend Fachkräfte. Was Sie tun können, damit Sie im Wettstreit um die besten Talente die Nase vorne haben”.

Der Beitrag zeigt die Situation bei meinen Kunden gut auf, neben der Schleißheimer GmbH sucht auch der IT- und Mobile-Security-Anbieter concept04 Entwickler. Die Tipps von Markt und Mittelstand beherzigen wir in der Suche schon, so bietet die Schleißheimer GmbH Werksstudentenplätze oder berufspraktische Praktika. Einge haben wir vor kurzem auf der Kontakt 2006 in Gießen vereinbart. Die Aufgabenteilung dort sah so aus, dass ich mit den Studenten redete, bis sie anfingen, mir von ihren Programmierkenntnissen oder anderen technischen Details zu erzählen. Spätestens dann hatte der Geschäftsführer Herr Schleißheimer meist wieder Zeit und besprach die Kernpunkte mit den Studenten.

Gestern bekam ich eine Email von meinem Kunden. Ein Bewerber hatte sich gemeldet, nachdem er die Schleißheimer-Stellenanzeige auf der chain relations-Website gesehen hatte. Der Kommentar von Herrn Schleißheimer ließ mich schmunzeln: “Gratulation, damit haben Sie in diesem Jahr JobScout24 geschlagen”. Manchmal muss man halt ungewöhnliche Wege gehen.

Softwareentwickler suchen beide Unternehmen noch. Bewerbungen sind also willkommen.

Rückblick Webmontag

15. August 2006, 18:27 Uhr von Torsten Herrmann

Gestern war ich auf dem Frankfurter Webmontag, in zahlreichen Städten eine feste Größe im Bereich des Webdesigns und der Webprogrammierung mit auch für den technischen Laien spannenden Themen. Zu zwei Vorträgen möchte ich noch etwas schreiben.

Gerrit van Aaken, ein Webdesigner, den ich schon von einem anderen Vortrag schätze, zeigte die aktuellen Webtrends auf, die er identifiziert hat. Die Folien seines Vortrags finden sich hier als PDF. Am spannendsten ist der Trend 5: Credibility vs. Hochglanz. Mit Gegensatzpaaren zeigte er, dass zahlreiche Seiten obwohl sie “schlecht” gemacht sind, extrem erfolgreich sind. Sie transportieren durch ihren vorläufigen Charaktzer eine hohe Glaubwürdigkeit. Beispiele sind dabei die Bookmarking-Services del.icio.us vs. Mister Wong oder Youtube vs. Sevenload. Nur um das klar zu stellen: Die jeweils zweiten machen das strategisch richtig, denn sie müssen sich mit ihrem besseren Design klar vom Marktführer unterscheiden, aber sie können nicht die Glaubwürdigkeitsschiene fahren. Wie Laura & Al Ries es formulieren: “Be the Opposite of the Leader” im Kapitel “Survival of the Secondest” (The Origin of Brands, page 185). Falls sie ebenfalls ein schlechtes Design verwenden – und diese Seiten gibt es mit Sicherheit, nur sind sie mir nicht mal bekannt – haben sie verloren. Zugleich dienen sie – nach Laura & Al Ries – als Feindbild für den Marktführer: “Establishing an Enemy is almost as important as creating a new category. No category will be successful unless it has an enemy” (The Origin of Brands, page 257).

In einem anderen Vortrag berichtete Lukas Rosenstock über “Identity 2.0″, also eine zentrale Identität im Internet, mit der man sich nicht mehr in jedem Forum, in jeder Community etc. neu anmelden muss. Nur ein Gedanke dazu: Ich melde mich gerne überall extra an. Das erspart mir, dass ich über die Grenzen einer Website/eines Anbieters hinweg gescored werden kann. Ich weiß, in Consumer-Märkten können sich Marketing-Leute nichts besseres vorstellen, als Bürger finde ich die Vorstellung jedoch eher Furcht erregend. Denn wo die Daten am Ende landen oder ob sie vor fremden Zugriffen wirklich sicher sind, kann irgendwann relevant werden.

Der kleine Ärger mit den Überschriften

14. August 2006, 08:31 Uhr von Torsten Herrmann

Inhalt dieses Agenturblogs sollen auch Erfahrungen mit Business Blogging und mit WordPress sein. Ein ärgerlicher Fehler in der Benutzung ist mir kürzlich aufgefallen. Blogs haben einen besonderen Vorteil: Sie warten nicht einfach auf Besucher, sie pushen die Informationen auch eigenständig in die Welt. Manchmal schneller als man als Publizist sie kontrollieren kann. Falls ich einen Tippfehler in der óberschrift habe, hat das meines Erachtens mindestens drei Konsequenzen:

  • Die Dateibezeichnung wird aufgrund der fehlerhaften Überschrift gebildet und ist dadurch schlechter z. B. in Google auffindbar.
  • Der Beitrag mit der fehlerhaften Überschrift (sowie mit jeden Fehler im Text) und der fehlerhaften Dateibezeichnung wird per RSS-Feed direkt an alle Abonnenten verschickt.
  • Der Beitrag wird mit der fehlerhaften Dateibezeichnung an Dienste wie Technorati geschickt, die die fehlerhafte Überschrift in óbersichten anzeigen.

Andere Webseite kann man im Nachhinein stets ohne Komplikationen ändern. Bei einem Business Blog hingegen, der die starken Möglichkeiten des Bloggens nutzt, hat jede Unaufmerksamkeit Folgen. Diese sind – wie der Dateiname – zwar nachträglich korrigierbar, aber schon sind zwei Versionen in Technorati verfügbar. Ich zumindest passe nun besser auf.