29. July 2007, 10:47 Uhr von Torsten Herrmann
Gestern habe ich einen Brief vom Magistrat der Stadt Hofheim bekommen. Seit neuestem gibt es ein städtisches Branchenverzeichnis und ich könne meinen bestehenden, übernommenen Eintrag mal aktualisieren. Habe ich heute morgen gemacht, inklusive Logo und Beschreibung. Damit bin nun wohl endgültig in Hofheim und im Main-Taunus-Kreis angekommen. Ich liebäugle sogar schon mit dem Gedanken, zum 2. Hofheimer Unternehmerabend zu gehen. Ich habe zwar genug Arbeit, aber zu einem Kunden laufen zu können, wäre doch auch ganz reizvoll.
25. July 2007, 16:26 Uhr von Torsten Herrmann
Bei meinem Beitrag über den Wirtschaftswoche-Artikel über “Mein neues Leben” zeigt sich wieder mal ein kleines Phänomen. Anscheinend interessiert das Thema so viele Leute, dass Sie danach suchen. In den Log-File-Tools sehe ich zahlreiche Zugriffe, die aufgrund der Suchausdrücke “Mein neues Leben” meist in Verbindung mit “Wirtschaftswoche” hierher kommen. Ich selbst lese viele Zeitschriften und hin und wieder schreibe ich über interessante Beiträge. Für das eigene Suchmaschinenmarketing lohnt sich das (obwohl das nicht mein primäres Ziel ist): Das alles führt zu Zugriffen und ist damit äußerst sinnvoll. Zumindest solange, wie die Besucher auch das finden, was sie interessiert. Spannend daran ist, dass Agenturen für Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing kaum so schnell und umfassend reagieren (können), um solche aktuellen Themen zu nutzen.
25. July 2007, 16:14 Uhr von Torsten Herrmann
In der Medizin kann die übermäßige Verwendung von Fachbegriffen noch zu weit schwerwiegenderen Folgen führen, als ich es in dem Beitrag “Domänenverlust in Marketing und PR” beschrieben habe: Spiegel Online schreibt unter dem Titel “Fachchinesisch tötet” über eine Studie, wonach Patienten, die den Arzt oder die Beipackzettel nicht verstehen, wesentlich früher sterben. man bezeichnet das Phänomen als “Medizinischen Analphabetismus”.
Für Diabetes, das Thema mit dem ich mich bei meinem Kunden BodyTel Europe beschäftige, gibt es eine Quelle, die alle Informationen über die Krankheit in allgemein verständlicher Form darstellt. Aber auch andere Krankheiten und Therapien werden verständlich bei Gesundheitsinformation.de beschrieben.
Ein schönes Beispiel dafür, wie medizinische Informationen verständlich werden, habe ich vor kurzem bei einem Besuch beim Kirchheim-Verlag gesehen. Das kleine Büchlein “Sekerlimisiniz?” erklärt türkischen Patienten alles über Diabetes 2. Vergleichbare Maßnahmen empfiehlt auch die von Spiegel Online zitierte Studie.
24. July 2007, 20:58 Uhr von Torsten Herrmann
Die aktuelle Wirtschaftswoche (30/2007) hat das Titelthema “Mein neues Leben“. Ich habe zwar nicht mein Hobby zum Beruf gemacht, aber ich habe mich nach der Lektüre trotzdem gefragt, warum ich irgendwann auf die Idee kam, mich selbständig zu machen. Es war kein ewiges Ziel, wenn ich auch schon als Jugendlicher dachte, dass ich lieber etwas “selbst”, “für mich” machen wollte. Aber der Wunsch nach Selbständigkeit kam erst, als ich mich in meinem Job sicher fühlte. Zugleich kam damit die Unzufriedenheit, dass ich eigentlich mehr wollte und dass ich das alles auch alleine machen könnte.
Leider erinnere ich mich nicht an den Moment, als ich das erste Mal dachte: Ich mache mich selbständig. Es war eher ein schleichender Prozess. Ich hatte mehr als genug Unternehmer bis dahin kennen gelernt, die es auch geschafft hatten und auch nicht schlauer waren als ich. Ich war wohl so 31 Jahre alt und ging schließlich rund ein halbes Jahr mit der Idee schwanger. Ich schrieb lange Listen über die Vorteile und Nachteile der Selbständigkeit. Ehrlich gesagt waren die Nachteile eher unterrepräsentiert und erschienen mir wenig überzeugend. Ich war einfach längst überzeugt, wenn ich es mir auch noch nicht ganz eingestehen wollte. Also reduzierte ich erst meine Arbeitszeit und fing einfach mit den Vorbereitungen an.
Rolf Dobelli, dessen Kunde ich bei Getabstract.com bin und dessen Buch “Fünfunddreißig – Eine Midlife Story” keinen Einfluss auf meine Entscheidung hatte, drückt einen sehr schönen Gedanken in einem Wirtschaftswoche-Interview aus. Auf die Frage, nach welchen Prinzipien junge Erwachsene ihren Beruf wählen sollten, sagt er:
“Nach dem Prinzip der Leidenschaft. Das Problem ist nur, dass kaum einer mit 20 Jahren (…) weiß, was seine Leidenschaft ist. Dafür brauchen Sie mehr Lebenserfahrung. (…) Der Zug zur Leidenschaft kommt bei den meisten erst ab 30.”
So war es, 31 war ich und die Leidenschaft treibt mich jeden Tag für viel zu lange Stunden an den Schreibtisch.
18. July 2007, 09:44 Uhr von Torsten Herrmann
In PR und Marketing neigen ja viele dazu, alles mit technischen Fremdwörtern und Anglizismen zu durchsetzen. Ich bin davon auch nicht frei, bemühe mich aber redlich.
Nun habe ich bei Konrad Paul Liessmann in seinem Buch Theorie der Unbildung einige Gedanken über die Wissenschaftssprache gelesen, die für PR und Marketing für Technologiethemen nicht weniger richtig sein sollten. Aber das gilt auch darüber hinaus, wie mir auffiel, als mein eigener Bruder, der als Supply Chain-Berater bei einem internationalen Nahrungsmittelkonzern arbeitet, am letzten Wochenende in größerer, internationaler Runde Englisch mit mir sprach – ohne dass irgendwer auch nur hätte zuhören können.
“Man muss die rasche Etablierung des Englischen als alleinige Wissenschaftssprache ja nicht gleich als puren Sprachimperialismus diskreditieren – bei allem Wettbewerbsvorteil den native speakers gegenüber jenen haben, die diese Sprache erst erwerben müssen, sind die Erleichterung in der Kommunikation unübersehbar -, aber man soll auch nicht die Augen davor verschließen, daß in dem Maße, in dem nationale Sprachen aufhören, auch Wissenschaftssprachen zu sein, genau jenes Motiv außer Kraft gesetzt wird, das in und durch die Aufklärung dazu geführt hatte, die einstige Wissenschaftssprache Latein durch die Volkssprachen zu ersetzen.” (Seite 132, Kursivsetzung im Original)
Und weiter:
“Jenseits der unbestreitbaren Vorteile, die diese Entwicklung für die Scientific community bringt, bedeutet dies, daß die anderen europäischen Sprachen sukzessive die Kompetenz verlieren, die zentralen Bereiche der modernen Gesellschaft – Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Recht – auch nur terminologisch angemessen auszudrücken und dies nicht, weil sie dafür keine Worte hätten, sondern weil diese programmatisch verdrängt oder nicht mehr entwickelt werden. Die Sprachwissenschaft bezeichnet dieses Phänomen als ‘Domänenverlust‘ einer Sprache und definiert diesen als ‘Verlust der eigenen Kommunikationsfähigkeit in der eigenen Sprache auf allen Ebenen eines Wissensgebietes wegen fehlender Weiterentwicklung der erforderlichen fachsprachlichen Mittel.’”(Seite 133, Kursivsetzung im Original, Fettsetzung von mir)
Das Zitat im letzten Zitat stammt aus einem Positionspapier (pdf) des “Rates für Deutschsprachige Terminologie” aus dem Jahr 2004.
Ich glaube, es lohnt sich darüber nachzudenken und sich zu bemühen. Ob diese Entwicklung aufgehalten werden kann (und sollte), weiß ich nicht.
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