Heute hat Google ein neues Tool vorgestellt: Wave. Thomas Knüwer hat in seinem Beitrag Als Google dem Ballmer den Tag versaute schon zurecht darauf hingewiesen, wie Wave die Arbeit von Journalisten verändern könnte. Das gilt auch für PR-Agenturen. Aber soll ich mal ehrlich sein: Unsere Arbeit könnte es sogar revolutionieren. Ein paar schnelle Gedanken.
Wer es noch nicht gesehen hat: Hier die Präsentation:
PR-Agenturen müssen im neuen PR 2.0 über vielfältige Kanäle kommunizieren, d. h. bloggen, twittern, Website-Redaktion für den Kunden, Presseinformationen in News-Services einstellen etc. Das alles könnte auf einen Schlag passieren, überall konsistent und wenn man irgendwo noch das alte Datum in einer Presseinformation stehen würde (auch ich bin menschlich), dann würde es eine Minute später korrigiert sein.
RSS ist für das B2B-Marketing ein starkes Tool: Interessenten können sich mit Hilfe von RSS-Feeds kontinuierlich über ein Unternehmen und seine Produkte informieren, ohne dass der Anbieter dies verfolgen kann. Die Analysemöglichkeiten sind äußerst beschränkt und die Tools noch unausgereift, so dass man im Vergleich zum Email-Marketing nicht genau nachvollziehen kann, wer da eigentlich mitliest.
Das mag für Unternehmen erstmal negativ klingen, denn viele wollen die Kontrolle über den Vertreibsprozess nicht aus der Hand geben. Aber es hat einen großen Vorteil: Mit RSS kann man einen Interessenten binden, ohne dass er sich vor der großen Vertriebsmaschinerie fürchten muss. Es ist ein aktiver Akt, einen RSS-Feed zu abonnieren und wieder abzubestellen. Für beides muss der Entscheidungsvorbereiter/Entscheider gute Gründe haben. Denn solange er noch mit der Informationssuche beschäftigt ist, will er selbst bestimmen, ob und wann er mit einem Unternehmen Kontakt aufnehmen will. Sobald er beginnt, konkrete Lösungen zu evaluieren, wird er diesen Kontakt ohnehin suchen, denn die Bewertung einer Investitionsalternative ist bei komplexen Produkten und Dienstleistungen ohne Anbieterkontakt selten möglich, es sei denn auf der Website findet sich ein Produktkonfigurator inklusive Preisberechnung. Ansonsten ist er auch bereit, angerufen zu werden, über Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren oder auch persönliche Termine zu vereinbaren.
Allerdings liegen hier auch die entscheidenden Herausforderung an das Marketing, die es auch mit RSS-Feeds zu bewältigen gibt: mehr »
Really Simple Syndication (RSS) sind alle Technologien, die es ermöglichen, Inhaltsaktualisierungen auf einer Website als sogenannte RSS-Feeds zu abonnieren und in andere Websites oder andere internet-basierte Systeme zu integrieren. Die Feeds liefern die reinen Texte inklusive Metadaten wie Veröffentlichungszeitpunkt und Autor. Die Texte sind dann nach den verschiedenen Quellen geordnet in speziellen RSS-Readern lesbar. Die RSS-Reader sind entweder eigenständige Softwarelösungen oder auf Webseiten integriert.
Bad Wildungen, 20.05.2009 – Das Echtzeit-Blutzucker-Monitoring- und Diabetes-Management-System GlucoTel besitzt neue Funktionen, die dem Diabetes-Betroffenen die Eingabe von Mahlzeiten vereinfachen und die statistische Auswertung der gemessenen Blutzuckerwerte ermöglichen sollen. Diese Informationen im Online-Tagebuch unterstützen vor allem Diabetes-Betroffene mit unregelmäßigem Tagesablauf (z. B. Schichtarbeiter, mobile Führungskräfte) sowie Menschen mit stark schwankenden Glukose-Werten bei der Insulin-Dosierung.
Das Telemedizinunternehmen BodyTel Europe GmbH (www.bodytel.com) lässt den Diabetes-Betroffenen selbst bestimmen, um welche Mahlzeit es sich bei einer Broteinheiten-Eingabe handelt. Das System markiert die Blutzuckerwerte automatisch als prä- oder postprandial zu der entsprechenden Mahlzeit und gibt den zeitlichen Abstand zur Mahlzeit an (Beispiel: 12:45 Uhr Mittagessen, 13:58 Uhr Blutzuckermessung. Das entspricht „73 min postprandial zum Mittagessen“). Dies erleichtert dem Patient und seinem Arzt die Auswertung der Messwerte dahingehend, dass sie direkt erkennen können, ob eine Änderung bei den Mahlzeiten oder der Medikamentengabe notwendig ist. Das kann helfen, die Stoffwechsellage des Patienten schneller und besser zu optimieren. Der GlucoTel-Anwender gibt hierfür die jeweiligen Broteinheiten in der Mobiltelefon-Software BodyTel Mobile oder im Online-Tagebuch BodyTel Center ein und ordnet sie mit einem Klick den Kategorien Frühstück, Mittagessen, Abendessen oder Zwischenmahlzeit zu. Dies stellt praktisch keinen Mehraufwand gegenüber der bisherigen Eingabe der Broteinheiten dar. Andere Tagebuch-Lösungen am Markt suchen in der Dokumentation rund um definierte Uhrzeiten (z. B. Mittagessen immer um 12 Uhr) nach Blutzuckerwerten und bestimmen diese als prä- und postprandial. Alle Messwerte, die außerhalb dieses Zeitkorridors eingehen, entfallen bei Durchschnittsberechnungen, obwohl sich gerade an diesen unregelmäßigen Tagen Probleme zeigen können.
„Unser Ziel mit GlucoTel war stets, den Betroffenen das Leben mit Diabetes zu erleichtern. Die automatische Dokumentation der Blutzuckerwerte sowie die Alarm-Funktionen für stark abweichende Werte waren erste Schritte.“, erläuterte Stefan Schraps, Geschäftsführer von BodyTel. „Die neue Mahlzeiteneingabe und die daraus resultierenden Möglichkeiten in der statistischen Auswertung ermöglichen es den Betroffenen die Flexibilität im Alltag zu erleben, die von den Betroffenen und den Fachgesellschaften seit langem gefordert werden.“ mehr »
Wenn man US-amerikanische Marketing-Literatur liest, stößt man immer wieder auf das größte Schockerlebnis der US-Wirtschaft: Der Markteintritt japanischer Automobilunternehmen. Der Schock muss so groß gewesen sein, dass sogar in B2B-Marketingbüchern immer mal wieder die Rede davon ist. Eine amüsante Geschichte stammt aus dem Jahr 1976 und zeigt, dass die amerikanische Autoindustrie in der Tat wenig hinzu gelernt hat. Das Beispiel stammt aus dem Kapitel “Testosterone Decision-making: The Manly Way to Screw Up” aus dem eher ungewöhnlichen Marketing-Buch “Counter-Intuitive Marketing” von Kevin J. Clancy und Peter C. Krieg:
Ein Marktforschungsinstitut präsentierte seine Ergebnisse bei einem der Marketing-Chefs von GM. Der große Trend, der dem Auftraggeber vorgelegt wird, heißt: kleine Autos. Daraufhin steht der Marketing-Mann auf, schaut aus dem Fenster und sagt: “Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Ich sehe keine kleinen Autos. Daraufhin entgegneten die Marktforscher: “Sie sehen keine kleinen Autos, weil wir uns im General Motors-Hauptquartier in Detroit, Michigan, im Mittleren Westen, befinden. Die Menschen hier fahren alle große Wagen.” Der Marketingverantwortliche beendete darauf hin die Diskussion mit “Ich glaube das nicht, ich sehe keine kleinen Autos.”
Das ist 33 Jahre her und es hat sich wohl unwesentlich viel verändert.