Nachdem ich schon häufig über B2B-Inbound-Marketing geschrieben und geredet habe, gibt es jetzt auch etwas zu sehen und zu hören. In einem Interview mit Christian Schmitt von media-treff.de erkläre ich auf dem B2B-Marketingkongress in Würzburg, warum es wichtig ist, dass Unternehmen ihr Online-Marketing an den Entscheidungsprozessen der potenziellen Kunden ausrichten. Sie stellen so sicher, dass sie gefunden werden und aus dem Website-Besucher einen Lead sowie schließlich einen Kunden machen. Denn es geht um eine Automatisierung und eine strikte Abschlussorientierung.
Der Titel “Lead-Generierung mit Strategie statt Web-2.0-Aktionismus” ist sicherlich sehr plakativ und bedeutet nicht, dass Social-Media Unsinn ist. Aber wenn dann bitte mit Ziel und Strategie.
Die sehr schöne Studie “BuyerSphere: Survey of B2B Buyers’ use of Social Media” aus dem März 2010 zeigt sehr schön den Zusammenhang zwischen einer Beschaffung bzw. Beauftragung und Social-Media. Dazu wurden die Befragten für eine konkrete B2B-Entscheidung gefragt, welchen Einfluss Social-Media auf den jeweiligen Stufen des Entscheidungsprozesses hatte.
Die Studie stammt von dem britischen B2B-Beratungsunternehmen BaseOne und wurde gemeinsam mit dem B2B-marketing-Magazin veröffentlicht. Zu finden ist sie auf der BaseOne-Website (Registrierung nicht notwendig). Durchgeführt wurde die Studie bereits Ende 2009. Dennoch ist die Studie auch in ihrem Design so gut, dass sich das Lesen weiterhin lohnt. Ich gehe davon aus, dass der Einfluss von Social-Media auf den Entscheidungsprozess noch deutlicher wurde, da die jüngeren Entscheidungsträger schon stark auf diese Quellen setzen.
Location-based Services werden für das Inbound-Marketing wichtiger, wenn um die erste Stufe geht: Das Gefunden-werden. Dazu sind sie natürlich gerade bei lokalen Geschäften geeignet. Location-based Services verbinden in neuartiger Weise traditionelle Geschäfte (Brick & Mortar) mit Online-Marketing. Inbound-Marketing-Vorreiter Hubspot berichten darüber in einem neuen Blog-Beitrag.
Foursquare, größter Anbieter in dem Bereich, bietet kleinen Geschäften nun eine Marketingapplikation, um einfach eigene Specials für ihre Läden zu erstellen. Dies gilt wirklich nur für Läden (Geschäfte, Cafés, etc.), also überall dort wo sich Menschen aufhalten und treffen. Ich habe versucht es für mein Büro auszuprobieren und das System verweigert es mir in der Kategorie Corporate/Office. Sei’s drum, verschenke ich auch keine Beratungsleistung (was sonst?).
Frohes neues Jahr! Nach den ersten beiden Tagen Einarbeitung ein kleiner Buchtipp: Zwischen den Jahren habe ich Tom Rachmans Roman Die Unperfekten gelesen. Dieses Buch lohnt sich für jeden, der “etwas mit Medien” macht ebenso wie für jeden, der viel mit Medien arbeitet.
Tom Rachman zeigt in elf kurzen Geschichten mit jeweils unterschiedlichen Hauptpersonüber mehrere Jahre den Niedergang einer internationalen Tageszeitung mit Sitz in Rom. Gegründet wurde sie von einem Selfmade-Millionär, der sein Geld nach dem zweite Weltkrieg in eine Tageszeitung steckt. Einmal ist es die Hauptperson die Chefredakteurin, dann ein alternder Auslandskorrespondent oder auch die gewissenhafte Controllerin, die ihre Geschichten erzählen. Alles intelligent miteinander verknüpft, so dass man die anderen Personen zunehmend schon aus anderen Geschichten kennt. So entsteht aus den einzelnen Geschichten die Geschichte des Niedergangs der Tageszeitung.