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Agile Arbeitsweise bei chain relations

Die meisten Themen, mit denen wir uns beschäftigen – Content Strategy ist ein gutes Beispiel – finden wir bei unserer täglichen Arbeit. Dahinter steht immer ein Problem, eine Schwierigkeit, die es zu lösen gilt. Meistens finden wir unsere Lösung und stellen dann fest, dass sich andere ebenfalls damit beschäftigen und Ideen aus anderen Bereichen beisteuern.

Offline-Kanban (photo credit: orcmid via photopin cc)

Vor bald zwei Jahren habe ich bei einem Webmontag in Frankfurt zum ersten Mal gesehen, wie Webentwickler mit agilen Entwicklungsmethoden arbeiten, konkret mit Kanban. Das Grundprinzip kannte ich aus dem Studium, da ich unter anderem Logistik und Industriebetriebslehre studiert habe. Dass man dies als Projektmanagementmethode nutzen kann, war mir unbekannt, auch wenn auf der anderen Seite IT-Kunden bereits mit Scrum – einer anderen agilen Softwareentwicklungsmethode – experimentierten.

Wir hatten es mit mehreren Herausforderungen zu tun:

Klassische Projektmanagement-Tools erschienen uns ungeeignet. Sie waren zu sperrig, zu unübersichtlich, zu mächtig und zwangen zu stark in einen ablauforientierten Rahmen, Daher entschieden wir uns für ein Kanban-Werkzeug, in unserem Fall Kanbanpad. Damit erschlossen wir uns mehrere Vorteile:

  1. Kontinuierlicher Überblick über alle Jobs und ihren Status. Die verantwortlichen Personen bekommen so ständig mit, wer gerade was macht und wo es klemmt.
  2. Viele Aufgaben sind unabhängig von anderen erledigbar. Ehrlich gesagt sind das weit mehr als man annimmt. Wir müssen keine künstlichen Abhängigkeiten wie in einem klassischen Projektmanagement-Tool schaffen.
  3. Indem wir die Jobs kundenabhängig einfärben, sehen wir auf einen Blick, bei welchem Kunden wie viel los ist (oder auch mal wie wenig, was ein Alarmzeichen sein kann).
  4. Die Vorgehensweise hat bisher jeder innerhalb kürzester Zeit verstanden und konnte sofort mitarbeiten.
  5. Das Modell ist flexibel. Bei unseren Übersichts-Boards wählen wir je nach Aufgabenbereich unterschiedliche Spalten zur Strukturierung der Prozessschritte. Wenn man auch hier und da etwas freier denken muss, weil die Spaltenüberschrift zwar für Dokumente, aber nicht für jede Marketingaufgabe passt.

Wir haben so die Durchlaufzeiten unserer Projekte deutlich beschleunigt, wenn ich auch keine konkrete Zahl nennen könnte. Aber eine Zeit lang haben wir das Arbeiten in Kanban schleifen lassen (Shame on us) und konnten schnell feststellen, wie die Produktivität sank. Zugleich haben wir damit nun eine Struktur, durch die wir wohl alle unsere typischen Projekte ziehen können. Dass diese Arbeitsweise inzwischen unter dem Titel „Agile Marketing“ diskutiert wird, erkannten wir erst später. Dafür hatten wir die wichtigsten Erfahrungen – manche auch schmerzhaft – schon gemacht. Der Input der anderen hilft nun, die Arbeitsweise noch zu verfeinern.