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Automobilkrise in der Marketingliteratur

20. May 2009, 08:03 Uhr von Torsten Herrmann

Die Abrechnung, David Halberstam

Die Abrechnung, David Halberstam

Wenn man US-amerikanische Marketing-Literatur liest, stößt man immer wieder auf das größte Schockerlebnis der US-Wirtschaft: Der Markteintritt japanischer Automobilunternehmen. Der Schock muss so groß gewesen sein, dass sogar in B2B-Marketingbüchern immer mal wieder die Rede davon ist. Eine amüsante Geschichte stammt aus dem Jahr 1976 und zeigt, dass die amerikanische Autoindustrie in der Tat wenig hinzu gelernt hat. Das Beispiel stammt aus dem Kapitel “Testosterone Decision-making: The Manly Way to Screw Up” aus dem eher ungewöhnlichen Marketing-Buch “Counter-Intuitive Marketing” von Kevin J. Clancy und Peter C. Krieg:

Ein Marktforschungsinstitut präsentierte seine Ergebnisse bei einem der Marketing-Chefs von GM. Der große Trend, der dem Auftraggeber vorgelegt wird, heißt: kleine Autos. Daraufhin steht der Marketing-Mann auf, schaut aus dem Fenster und sagt: “Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Ich sehe keine kleinen Autos. Daraufhin entgegneten die Marktforscher: “Sie sehen keine kleinen Autos, weil wir uns im General Motors-Hauptquartier in Detroit, Michigan, im Mittleren Westen, befinden. Die Menschen hier fahren alle große Wagen.” Der Marketingverantwortliche beendete darauf hin die Diskussion mit “Ich glaube das nicht, ich sehe keine kleinen Autos.”

Das ist 33 Jahre her und es hat sich wohl unwesentlich viel verändert.

Weitere Lektüre, um von der amerikanischen Automobilindustrie zu lernen sind:

Strategy Moves” von Jorge A. Vasconcellos e Sá (Marketing-Buch über strategische Kriegsführung) sowie David Halberstam “Die Abrechnung – Die Geschichte vom Aufstieg des japanischen und vom Niedergang des amerikanischen Industrieimperiums” (Wirtschaftsbuch).

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