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Die Bedeutung der Service-dominant Logic

06. Oktober 2010, 14:50 Uhr von Torsten Herrmann

Vor rund 1,5 Jahren stieß ich auf die Anregung des Marketing-Lehrstuhls in St. Gallen auf die Service-dominant Logic. Ich hatte mich gefragt, welche wissenschaftliche Fundierung für den Inbound-Marketing-Ansatz geben könnte. Ich schwankte in meinen Überlegungen zwischen der Principal-Agents-Theorie und der Neuen Institutionenökonomik. Statt dessen empfahl mir Alexander Schagen mir mal die Service-dominant Logic anzuschauen. Zu Recht.

Ich muss dazu kurz noch etwas erläutern. Ich habe neben BWL auch Philosphie studiert und mich reichlich mit der Objektiven Hermeneutik in der Soziologie beschäftigt. Ich gehe Dingen daher gerne auf den theoretischen Grund, weil ich mir Erkenntnisse aus der Frage nach dem Warum erhoffe (und bekomme). Es fällt mir schwer, diesen wissenschaftlichen Habitus abzulegen, aber die Fähigkeit komplexe Sachverhalte zu durchdringen, hilft mir immer wieder. Da ich nun also keine Philosophiebücher mehr lese, lese ich nun Beiträge über die Service-dominant Logic, was die bislang einzige intellektuelle Herausforderung in der BWL für mich war. Ja, ich habe schon Absätze zweimal gelesen, weil ich ihn nicht verstanden hatte. Aber wer in seinem Studium mal Kant oder Wittgenstein gelesen hat, wird das kennen. Okay, Philosophie bleibt doch die größere Herausforderung.

Für mich war die Service-dominant Logic also eine intellektuelle Herausforderungen. Aber ganz nebenbei ist es auch noch allgemein (also nicht nur für meine Inbound-Marketing-Überlegungen relevant: Der grundlegende Beitrag von Stephen Vargo und Robert Lusch war der am häufigsten zitierte Beitrag aus dem Journal of Marketing 2004-2006. Zudem soll Stephen Vargo aktuell der am meisten zitierte Autor auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre sein. Zugleich reisen die beiden ständig um die Welt, um die Ideen auf Kongressen der Marketing-Community näher zu bringen. Stephen Vargo hat sogar nun die Ludwig-Erhard-Stiftungsprofessur an der Universität Bayreuth inne. Ich war noch nie in Bayreuth, aber das wäre mal ein Grund hinzufahren.

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Mehr Austausch zwischen akademischer und praktischer B2B-Marketing-Welt

07. August 2009, 12:32 Uhr von Torsten Herrmann

In den vergangenen Jahren habe ich mich immer mal wieder gefragt, warum ich so wenig aus der akademischen B2B-Marketing-Welt mitbekomme. Gut, es gibt kleine Ausnahmen, aber die Mehrzahl der B2B-Marketing-Professoren ist mir noch niemals aufgefallen. Weder ihre Bücher beim örtlichen oder beim Online-Buchhändler, nicht bei Twitter oder in Blogs, am ehesten noch in Fachzeitschriften. Dennoch: Mir scheint, der Austausch zwischen akademischer und praktischer B2B-Marketing-Welt ist viel zu gering.

Die beiden großen Ausnahmen sind für mich Prof. Dr. Christian Homburg von der Uni Mannheim und Prof. Dr. Christian Belz aus St. Gallen. Diese beiden sind unglaublich rührig, schreiben spannende Bücher und Beiträge, veranstalten Praxisseminare etc. Prof. Dr. Belz hat z. B. die unfassbare Menge von 389 Veröffentlichungen auf seiner Website ausgewiesen und die meisten dürften die Lektüre wert sein. Prof. Dr. Homburg gibt die Management-Know-how-Reihe heraus und einige würde ich am liebsten sofort bestellen. Darüber hinaus kennen die allermeisten Praktiker sicherlich Prof. Dr. Klaus Backhaus von der Universität Münster, der mit “Industriegütermarketing” das praxisorientierte Standardlehrbuch schlechthin geschrieben hat (inzwischen gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Voeth). Ansonsten mag es ja an meiner eingeschränkten Sicht liegen und einiges werde ich vermutlich nicht mitbekommen. Daher entschuldige ich mich schon mal präventiv bei allen nur mir Unbekannten. Dennoch glaube ich, dass es zumindestens viel zu wenig Austausch gibt. Ich glaube, dass beide Seiten sehr voneinander profitieren könnten.

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Markt für Ingenieure in der Automobilindustrie

17. September 2007, 23:03 Uhr von Torsten Herrmann

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Samstag, 15. September 2007 hat eine “Beruf und Chance”-Beilage über die Automobilindustrie. Sie zeigt, wie der Markt für Entwicklungsingenieure aussieht und wie er sich in den vergangenen Jahren verändert hat. Die beeindruckendste Zahl fand ich im Beitrag “Wunschkonzert für Bewerber”. Darin heißt es, dass zwölf Prozent aller Beschäftigten in der Automobilindustrie ein Hochschuldiplom haben. Vor acht Jahren waren es erst acht Prozent. Und der Trend geht weiter. Denn Elektronik macht bereits 20 Prozent der Wertschöpfung eines Automobils aus (alle Zahlen vom Verband der Automobilindustrie, VDA). Ich unterstütze die Schleißheimer GmbH im Personalmarketing und kenne daher die Suche nach Elektro-Ingenieuren und Informatikern gut. Die ganze Beilage ist voll mit entsprechenden, großen Stellenanzeigen aller OEMs und großen Zulieferer. Denn – wie der Schwerpunkt heißt – “Die Zukunft gehört dem Zulieferer”. Demnach ist die Suche nach Nachwuchs für die kleinen Entwicklungsdienstlerister wie z. B. die Schleißheimer GmbH noch schwieriger. Mein Kunde aus Nieder Wöllstadt bei Friedberg sucht ebenfalls konstant nach Hochschulabsolventen. Die Anwerbung von Ingenieuren in Osteuropa wäre eine Alternative, die politisch (noch) nicht gewollt ist. Eine Lösung wäre das nicht, aber es würde wenigstens den aktuellen Engpass mildern. Langfristig aber müssen die Zahlen für Ingenieurs- und Informatikstudenten steigen. Auch die Tatsache, dass viel zu wenige Frauen technische Berufe anstreben, wird in einem Beitrag angesprochen. In der Elektrotechnik sind es z. B. nur sieben Prozent. Irgendetwas muss in unserem Schulsystem falsch laufen, weiß denn niemand, was genau das ist?

Die meisten Beiträge finden sich online hier.

Schwarmintelligenz bei Studenten

15. Juni 2007, 15:34 Uhr von Torsten Herrmann

Vergangenen Mittwoch war ich mit meinem Kunden Schleißheimer auf einer Hochschulmesse in Gießen. Unser Stand war gegenüber einer großen Aktiengesellschaft positioniert. Dazwischen ein schmaler Gang, den die am jeweiligen Stand verweilenden Studenten immer wieder ausfüllten. Standen bei uns mehr Leute, blieb drüben kaum einer mehr stehen und umgekehrt. Und obwohl wir grob ähnliche Absolventen suchten (die Aktiengesellschaft jedoch das 50-fache), wechselte nach den Gesprächen auch keiner über den Gang zum nächsten. Immer weiter zu den nächsten beiden Ständen. Gerne würde ich das als Schwarmintelligenz unter Studenten bezeichnen. Aber eigentlich ist es nur Herdentrieb.

Schön war es auch einen Jugendfreund zu treffen: Dr. Steffen Achenbach von der Semgine GmbH. Fast jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, will ich mich bei ihm melden. Und dann trifft man sich in Gießen an der FH.

Die Rechtschreibschwächen des Managements

24. April 2007, 15:06 Uhr von Torsten Herrmann

Meine neueste Lieblingsstudie wurde von der Personalberatung Saaman Consultants AG durchgeführt. Demnach “enthalten gut drei Viertel aller Bewerbungsschreiben und Lebensläufe von Führungskräften eindeutige Rechtschreibfehler”. Manchmal mache ich ja auch Fehler, aber Bewerbungen mit Rechtschreibfehlern sortiere ich aus. Wer sich nicht die Mühe macht, jemanden ums Korrekturlesen zu bitten (oder als gut bezahlte Führungskraft auch zu beauftragen und zu bezahlen), oder die Kritik nicht erträgt, der wird doch in einer engen, vertrauensbasierten Zusammenarbeit wie in einer Agentur nicht zu gebrauchen sein. Mein Rekord waren übrigens mal irgendwas zwischen 15 und 20 Fehlern in einem Anschreiben. Ich habe es mit rotem Filzstift korrigiert und zurück geschickt.

In der gleichen Studie wurde auch festgestellt, dass sich inzwischen nahezu 100 Prozent (gegenüber 80 Prozent in einer früheren Studie) die Beherrschung mindestens einer Fremdsprache zutrauen. Ob jedoch die Fähigkeit wirklich gestiegen ist oder nur die Großmäuligkeit, weiß ich aus diesem Ergebnis nicht zu interpretieren.