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Abkürzungen für Unternehmenssoftware

25. August 2008, 22:08 Uhr von Torsten Herrmann

Der Softwarebereich ist ein Tummelplatz für Marketing-Abkürzungen. Nahezu alle Ausdrücke wollen meist mit 3-Buchstabenkombinationen abgekürzt werden. In der Unternehmenssoftware, englisch business software, sind diese ebenfalls sehr zahlreich. ASP, MES, PPS, SCOR, SCM, CRM – was steht dahinter? Zwei Mitarbeiter des Lehrstuhls für BWL und Wirtschaftsinformatik in Würzburg (Prof. Thome) haben die vier wichtigsten Softwaretypen für die Produktion erklärt: ERP, ERP II, APS und MES. Der Beitrag ist zwar schon 2007 online bei Logistik-inside (PDF) erschienen, aber eine so kompakte Erläuterung für alle Unterschiede und die Zusammenarbeit der Systeme habe ich zuvor noch nicht gefunden.

PR-Trendmonitor: Eine kleine Kritik

25. Juli 2008, 11:50 Uhr von Torsten Herrmann

Der neue PR-Trendmonitor von News Aktuell ist draußen. Ein Teilbereich ist sehr verwunderlich. Ansonsten ist die Untersuchung für Branchenangehörige natürlich sehr informativ und fundiert. Die Gesamtergebnisse sind nicht online verfügbar. Wir haben sie erhalten, da wir an der Umfrage teilgenommen haben. Die nachfolgenden Seitenzahlen beziehen sich auf diese Gesamtergebnis-Präsentation.

Gefragt wurden PR-Mitarbeiter (Seite 56): “Wie beurteilen Sie die Bedeutung Ihrer Presseabteilung im Vergleich mit den folgenden Abteilungen Ihres Unternehmens?” Rund 17 Prozent halten die Presseabteilung (wo sie ja selbst arbeiten) für bedeutender als Forschung & Entwicklung. Rund 15 Prozent ordnen der Presseabteilung eine höhere Bedeutung zu als dem Vertrieb.

PR-Trendmonitor

Ebenso wurden Mitarbeiter von PR-Agenturen gefragt (Seite 57): “Wie beurteilen Sie die Bedeutung der Presseabteilung Ihrer Kunden im Vergleich mit den folgenden anderen Abteilungen ihrer Kunden?”Dort halten gut 15 Prozent die Presseabteilung für bedeutender als Forschung & Entwicklung und rund 16 Prozent für wichtiger als den Vertrieb.

PR-Trendmonitor

Dabei ist es doch so: Ohne Forschung & Entwicklung gibt es in der Zukunft nichts mehr zu verkaufen. Der Vertrieb holt die Aufträge rein, die PR-Arbeit hat dabei eine unterstützende Rolle. Nicht nur, aber doch hauptsächlich.

Es sei denn, und das könnte der Grund für diese erstaunlichen Werte sein, bei den befragten Unternehmen handelt es sich nicht um klassische Konsumgüterhersteller oder Industrieunternehmen. Zum einen wird in Dienstleistungsunternehmen die Relevanz von Forschung & Entwicklung wohl niedrig eingestuft werden, da sie als Abteilung kaum existiert. Lediglich Beratungsunternehmen leisten sich solche Abteilungen und auch dort könnte das Ansehen eher gering ausfallen. Die Frage, womit das Beratungs- oder Dienstleistungsunternehmen morgen ihr Geld verdienen soll, ist ja eher auf den Führungsebenen angesiedelt. Eine andere Möglichkeit ist, dass es sich um öffentliche Unternehmen handelt. Der óffentliche Personennahverkehr ist in Deutschland beispielsweise wenig innovativ und die Vertriebsaufgabe ist ebenfalls weniger ausgeprägt. Vielleicht handelt es sich gar um Institutionen wie Ministerien, deren Mitarbeiter diese Frage beantwortet haben.

Dass die Presseabteilung wichtiger ist als eine nicht-existente Abteilung ist offensichtlich, wenn auch im Forschungsdesign offensichtlich nicht berücksichtigt. Ansonsten gilt wohl: Da nimmt sich jemand wohl etwas zu wichtig.

Neues Musikinstrument ReacTable

26. Juni 2008, 16:22 Uhr von Torsten Herrmann

Elektronische Musik ist live immer ein etwas schwieriges Erlebnis. Menschen auf der Bühne tippen in Laptops, drehen dutzende Drehknöpfe und schieben Regler an Sequenzern. Dabei entsteht zwar – für den einen oder anderen – fantastische Musik, aber das manuelle Musikmachen bleibt dabei weitgehend auf der Strecke. Einige Entwickler haben nun an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona, Spanien, ein neues elektronisches Instrument geschaffen: Den Reactable. Die Musiker stehen an einem Tisch mit einem farbig leuchtenden Touchscreen und bedienen das Instrument mittels einiger Objekte, die sie drehen oder auf dem Tisch hin und her schieben. Wie einer der Entwickler in einem Interview sagt: “Zuerst war das Konzept da, dann haben wir die Technologien gesucht, um es zu entwickeln.” Also nicht die Frage, was könnte ich mit dieser Technologie anfangen, sondern von Anfang stand der Nutzwert im Vordergrund.

Die isländische Sängerin und Musikerin Björk war die erste, die das Instrument im Rahmen ihrer Welttournee einsetzte.

Hier noch ein Video, um das ganze mal selbst zu sehen (auch wenn der eine oder andere das nicht als Musik erkennt):

Gesehen bei Kulturzeit auf 3Sat.

Schwarmintelligenz vs. Experten

30. Januar 2008, 10:43 Uhr von Torsten Herrmann

Schwarmintelligenz ist eine Erscheinung, der eine große Stärke zugesprochen wird. Eine große Anzahl an Menschen gibt dabei eine Einschätzung über einen zukünftigen Zustand oder bearbeitet gemeinsam eine Aufgabe (z. B. Wikipedia). Die Menschen korrigieren einander zum einen in ihrer Einschätzung und zum anderen in ihren Handlungen. Das Ergebnis soll dann besser sein, als es ein Experte in dem Bereich hervorbringen würde. Ähnlich verhält es sich bei leistungsstarken Computersystemen, die Probleme anhand von Modellen und ausgeklügelten Algorithmen lösen sollen.

Michael J. Maubaussin untersucht in einem Artikel im neuen Harvard Business Manager (Februar 2008, Seite 23 ff.) unter der Frage “Wozu brauchen wir noch Experten?” das Verhältnis dieser Ansätze zu dem Einsatz von Experten. Sein Ergebnis zeigt genau die Problematik auf, weshalb bei mir die Euphorie über Schwarmintelligenz immer ein ungutes Gefühl erzeugte:

“Trotz der zunehmenden Nützlichkeit von Computern und Kollektiven beim Problemlösen zeigen Forschungen auf zahlreichen Gebieten, dass es einen wichtigen Bereich gibt, in dem Experten immer noch einen einzigartigen Vorsprung haben: Sie sind am besten in der Lage, Probleme zu lösen, bei denen Regeln angewendet werden müssen, es aber einen großen Freiraum gibt.”

Und weiter:

“Experten werden Computern wahrscheinlich weiter überlegen bleiben, wenn es sich um regelbasierte Probleme handelt, die ein tiefes, fachspezifisches Wissen erfordern, so wie beim Aufspüren von Innovationen oder beim Design.”

Oder in der Entwicklung von Unternehmensstrategien oder Marketingplanungen, wie ich hinzufügen möchte. Dafür werden Berater wie wir bei chain relations sowie in vielen anderen Unternehmensberatungen auch in der fernen Zukunft noch gebraucht.

Ingenieure vs. IT-Leute

28. Juni 2007, 17:51 Uhr von Torsten Herrmann

In einem schönen Beitrag im BtoB schreibt Roger Slavens über den Unterschied zwischen Elektronikingenieuren und IT-Leuten. Da ich für beide arbeite, kann ich ihm nur zustimmen:

“‘While their technical cousins in the IT industry are often quick to try something new, electronics engineers often take a wait-and-see approach and sometimes view anything new with a skeptical eye,’ she said.’”

Und weiter:

“‘This audience thrives on deep data and solid proof points,’ Rigby said. ‘And they want their marketing information to sound like it came from their peers – fellow engineers rather than traditional marketers.’”

Die Unterschiede sind in der Praxis wirklich bemerkenswert und bestätigen mich darin, dass ich inzwischen unglaublich gerne mit beiden Gruppen arbeite. Um beiden etwas vom anderen zu zeigen – denn auch das schadet nicht.