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Chip und das Ende der Online-PR

23. April 2008, 11:22 Uhr von Torsten Herrmann

Chip hat nach einem Bericht von Internet World Business als erstes Medium online mehr Umsatz erzielt als die Printversion. Zugleich erreicht ChipXonio (so der Name des Online-Ablegers) die größte Reichweite aller Medien, d. h. vor Spiegel, Bild und Focus. Damit zeigt sich erstmals das, was von Marktbeobachtern seit largem erwartet wird: Dass die Online-Versionen keine kleinen Ableger mehr sind, sondern umsatzstarke eigene Medien und Ergänzungen zu den Printprodukten. Die Werbetreibenden schichten also ihre Budgets zunehmend auf online um, während gedruckte Anzeigen stagnieren oder weiter zurückgehen. Dazu muss man anmerken, dass gerade in den ersten Web-Jahren viele Verlage eine Kannibalisierung der (ehemals) umsatzstarken Printmedien befürchteten. Entsprechend veröffentlichten sie vor allem Beiträge online häufig nur gekürzt als Teaser oder schlicht als 1:1-Textwüste im Nachhinein. Inzwischen hat sich dies bei Fachzeitschriften gewandelt und die Nachrichten finden sich aktuell online. Unter dem Motto “Web-First” sind seit Sommer 2006 einige auch einige Tageszeitungen (Guardian, Times) bereits dazu übergegangen, Meldungen zuerst online zu bringen und die Leser bei Nachrichten nicht mehr auf die gedruckte Zeitung am nächsten Tag warten zu lassen.

Was bedeutet dies für die Öffentlichkeitsarbeit? Weder sollten Online-Medien einfach mitbedient werden nach dem Motto “wenn die das auch noch nehmen, ist es gut”. Noch sollte weiterhin ein großes Brimborium rund um Online-PR gemacht werden. Online-PR und klassische Pressearbeit unterscheiden sich nicht mehr, vor allem nicht in der Wirkung. Das wird jeder bestätigen können, dessen Server unter der Last zehntausender Zugriffe aufgrund eines Online-Clippings abgestürzt sind. Wir unterscheiden intern seit langem nicht mehr zwischen Online und Print, da die unterschiedlichen Bedürfnisse nicht größer und nicht schwieriger zu handhaben sind als zwischen verschiedenen Medien.

Auch bei B2B-Fachmedien ist die Online-Professionalisierung zunehmend zu beobachten. In den letzten Monaten und wenigen Jahren wurden zahlreiche Online-Angebote deutlich ausgebaut. Bei einigen jedoch steht dieser Schritt noch aus. Allerdings geht im B2B-Bereich Print wohl immer noch vor: Gerade vor kurzem haben wir eine Online-Platzierungsmöglichkeit für die Testversion eines Softwareprodukts gesucht. Als Beilage-CD zum Heft wäre es kein Problem gewesen, aber online gab es nur die Lösung über Banner. Einen Download-Bereich wie bei Chip hätten wir uns da gewünscht.

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Dieser Eintrag wurde am 23. April 2008 um 11:22 Uhr geschrieben und ist unter gelistet. Sie können alle Einträge über den RSS 2.0 Feed abbonieren. Sie können einen Kommentar posten.


Ein Kommentar zu “Chip und das Ende der Online-PR”

  1. Julius schrieb:

    Inzwischen ist die Online-lastigkeit der englischen Tagenszeitungen sogar noch weiter angestiegen. Viele Specials werden in der Zeitung angekündigt, sind aber vollständig nur im Web verfügbar.

    Grüße
    Julius

    http://travel-report.info

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