Den Beschaffungsprozess im Business-to-Business verstehen
23. February 2010, 13:08 Uhr von Torsten HerrmannIn einer neuen US-amerikanischen Studie “Understanding the Industrial Boy Cycle: How to align your Marketing with your Customers’ Buying Cylce” von GlobalSpec gibt es einige eindruckvolle Erkenntnissen über den Beschaffungsprozess im Business-to-Business-Geschäft. Global Spec ist ein internationaler Online-Katalog-Service für Komponenten, Produkte und Dienstleistungen aus den USA.
Der Beschaffungsprozess (oder Buy Cycle) reicht im Whitepaper von der Bedürfnisfeststellung bis zur Entscheidung. Diese vier Phasen (Needs Awareness, Research, Consideration & Comparison, Procurement) bleiben unverändert, aber das Informationsverhalten innerhalb des Gesamtprozesses hat sich durch das Internet verändert (Meines Erachtens ist für das B2B-Inbound-Marketing auch die Anregungsphase oder Epiphany-Phase wichtig). Es dominieren heutzutage online-basierte Informationsquellen. Die Entscheidungsträger und ihre Vorbereiter setzen demnach kaum mehr auf klassische Informationen wie Kataloge, Messen oder Fachzeitschriften (was ich trotz allem aufgrund meiner Erfahrung bezweifle).
Folgende Erkenntnisse brachte die Studie im Detail zu Tage:
- Je teurer die Anschaffung, desto länger der Entscheidungsprozess (z. B. 81 Prozent entscheiden eine 1.000-Dollar-Investition innerhalb eines Monats)
- Je höher die Investition, desto größer das Entscheidungsgremium (z. B. 3-4 Personen bei 44 Prozent aller Investitionen über 10.000 Dollar)
- Die häufigsten Quellen bei der Suche nach Produkten/Dienstleistungen: Suchmaschinen, Anbieterwebseiten, Online-Kataloge. Am schlechtesten schneiden hier Webcasts, Social Media und Blogs ab.
- Interessanterweise sind aber Online-Communities, Social Media und Blogs laut Studie besonders wichtig in der Needs & Awareness-Phase, weniger jedoch bei der eigentlichen Entscheidung.
- Die Anzahl an Dokumenten, die vor der Entscheidung betrachtet werden, steigt mit der Größe der Investition (z. B. 38 Prozent betrachten mehr als fünf bei Entscheidungen über 10.000 Dollar).
- Die Anzahl an Anbietern, die evaluiert wird, beträgt: 1-2 Anbieter = 8 Prozent; 3 Anbieter = 50 Prozent; 4-5 Anbieter = 33 Prozent; 6 und mehr Anbieter = 9 Prozent.
Natürlich hinkt Deutschland im Verhalten der Beschaffungsverantwortlichen sowie im Inbound-Marketing hinterher. Aber dies ist eine Chance: Wer sich jetzt schon darum kümmert, seine Online-Präsenz auf der eigenen Website und darüber hinaus (Stichwort Social-Media) zu verstärken, wird morgen davon profitieren. Denn was man einmal aufgebaut hat, wird einem nicht so schnell genommen. Es gibt online eine Art First-Mover-Advantage, viele Menschen und Firmen haben sich ein Image aufgebaut, weil sie früh auf Social-Media und Online-Kommunikation setzen, die spätere Qualität erscheint mir weniger ausschlaggebend.























24. February 2010 um 14:46 Uhr
From the Masthead:
“You are free to copy, distribute and display and create derivative works from this paper provided that you give GlobalSpec, Inc. proper credit as the source.” – so now problem to add some graphs
24. February 2010 um 18:16 Uhr
Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe nun zwei Grafiken eingebaut.
18. March 2010 um 13:38 Uhr
[...] immer schneller für die Recherche innerhalb des Beschaffungsprozesses. Zudem bevorzugen sie unterschiedliche Instrumente in den einzelnen Phasen des Beschaffungsprozesses. Dazu reicht es nicht, dass die eigene Website [...]
16. June 2010 um 15:51 Uhr
[...] Rolle spielt nun also Social Media im Entscheidungsprozess? Dieser durchläuft klassisch vier Phasen: Problemrealisierung, Informationssuche/Recherche, Bewertung und Vergleich sowie [...]