Die Zukunft des Email-Marketings oder wie inbound ist Email-Marketing?
13. December 2009, 11:25 Uhr von Torsten HerrmannIch bezweifle, dass Email-Marketing in der Zukunft noch eine große Relevanz haben wird. Dafür gibt es zwei Gründe.
1.) Die direkte Kommunikation zwischen Personen verlagert sich zunehmend auf geschlossene Systeme. Eine Direct Message kann ich bei Twitter z. B. nur schicken, wenn der andere mein Follower ist. Er hat dann auch dieser Form der Kommunikation zugestimmt. Ähnlich ist es bei Instand-Messaging. Ich behaupte, dass die Kommunikation zunehmend privater wird, so dass der relativ öffentliche Kanal E-Mail an Bedeutung verliert.
2.) Email ist heutzutage noch das beste Mittel für die Zusammenarbeit zwischen Menschen. Ich stimme z. B. reihenweise Texte mit Kunden ab. Diese kommentieren dann die Texte, speichern sie und schicken sie zurück. Die Kommentare kommentiere ich wiederum usw. Mein Kunde Jive bezeichnet das als Email-Ping-Pong. Betrachte ich mir Social Business Software und deren Weiterentwicklung oder auch Google Docs und Google Wave, so wird es diese Art der Kommunikation in der Zukunft nicht mehr geben. Wenn aber meine Geschäftsprozesse zunehmend weniger an Email gebunden sind, nutze ich Email immer weniger. In der Konsequenz nehme ich Email-Marketing weniger wahr.
Email-Marketing definiere ich zunehmend als “outbound”, d. h. der Absender liefert eine Information zu einem Zeitpunkt, der dem Adressaten nicht passt. Dementsprechend löscht er die Nachricht. Ich habe dutzende Newsletter abonniert, die ich seit Wochen oder Monaten nicht gelesen habe. Entweder weil sie im falschen Moment kommen oder gesammelt. Es gibt Zeiten (vor allem Nachmittags), da scheinen sich alle Newsletter-Versender abgesprochen zu haben, zu dem Zeitpunkt ist die Aufmerksamkeit am höchsten. Nur bei mir nicht. Nachmittags bin ich am produktivsten und lese nichts, von dessen Relevanz ich nicht vorher schon überzeugt bin. Da hat RSS-Marketing unschlagbare Vorteile gegenüber Email, da der Absender den Empfangszeitpunkt bestimmen kann.
Um das outbound-Argument umzudrehen: Nur wenn ich sehr wertvolle Informationen liefern kann, werde ich im Email-Marketing in der Zukunft noch gewinnen können. Dieser Wert hängt an der persönlichen Bewertung des Empfängers. Diese Schwelle wird kontinuierlich weiter steigen. Um Email “inbound” zu nutzen, d. h. abhängig vom konkreten Informationsbedarf des potentiellen Kunden in seinem Entscheidungsprozess, muss ich einen Aufwand betreiben, den viele kaum leisten können.
Dieser Blogbeitrag war ein Kommentar auf einen Beitrag von Jens Stolze (creative360) im B2B-Marketing-Forum bei XING. Da er etwas lang wurde, habe ich gleich auch noch einen Blogbeitrag daraus gemacht.

















14. December 2009 um 10:20 Uhr
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