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Ende eines Oligopols

07. February 2007, 22:47 Uhr von Torsten Herrmann

Diese Woche gibt es etwas zu lernen: Kodak hat beschlossen, aus dem faktischen Oligopol im Tintendruckermarkt auszubrechen und ein anderes Pricing-Modell zu wählen, das vor allem für Kunden mit einem hohen Verbrauch Vorteile bringt. So hat das Unternehmen angekündigt, die Preise für Druckertinte zu halbieren. Lerninhalt ist also, wie sensibel Oligopole sind und wie schnell sie zusammen brechen können.

Bislang bestand das Angebot ja aus günstigen Anschaffungskosten für die Drucker, um dann bei den Verbrauchsmaterialien Gewinne zu erzielen. Dies führte zu der absurden Situation, dass – wie Der Spiegel einmal schrieb – Tinte teurer war als Chanel No. 5. Bekannt ist dieses Vorgehen bei Rasierern und Klingen, bei denen das Vorgehen das erste Mal erfolgreich angewandt wurde. Irgendwann durchschauten die Kunden diesen Ansatz natürlich und fortan sprachen alle nur noch vom Preis. Differenzierungskriterien wie Qualität bestanden kaum oder waren zumindest immer schwerer zu vermitteln. Statt dessen kämpften die Anbieter gegen Refill-Services, die zu wesentlich geringeren und erzählten etwas von technischen Problem, die man mit nachgemachten Tinten oder Refills bekommen sollte.

Ein Problem ist dabei, dass aufgrund des wachsenden Marktes für Digitalfotografie auch der Bedarf nach Farb-/Fotoausdrucken stieg. Die hohen Preise standen diesem Trend also entgegen. Der Druck wuchs weiter.

Irgendwann, so kann man es immer wieder beobachten, bricht einer aus der Reihe aus und senkt die Preise. Der Markt ist so sensibel, dass alle Anbieter sofort unter Druck geraten und sich gegen Preissenkungen kaum mehr wehren können. Die Gefahr, dass die Kunden in Scharen weglaufen, ist zu hoch. So zitiert die Computerwoche Charles LeCompte vom Marktforscher Lyra Research in Newton, Massachusetts: “Das wird das Jahr, in dem das Rasierer-Klingen-Modell stirbt”.

Ich bin gespannt, ob es wirklich so schnell geht. Wann die entsprechenden Drucker in Europa erhältlich werden, ist noch nicht bestimmt. Ich werde mir dieses Jahr hingegen erstmal einen neuen Tonerdrucker kaufen. Und da bestimmen neben Funktionalität und den Kosten für Anschaffung und Verbrauch vor allem die möglichen Gesundheitsrisiken für mich den Kauf.


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