Gelesen: Ausgewanderte Wörter
08. January 2008, 15:43 Uhr von Torsten Herrmann
Zum Jahreswechsel habe ich mir einige Bücher vorgenommen, die ich schon länger lesen wollte. Eins davon war “Ausgewanderte Wörter“, herausgegeben von Prof. Dr. Jutta Limbach. Eigentlich hätte ich mit diesem Tipp dem einen oder anderen noch ein geeignetes Weihnachtsgeschenk für sprachverliebte Freunde empfehlen können. Denn dafür ist es ideal: Kurze Texte, jede Seite schmunzeln und immer wieder eine echte Überraschung. Es sind viel mehr Wörter aus der deutschen Sprache “ausgewandert” in andere Sprache als man gemeinhin denkt. Ich wusste, dass die japanische Bergsteiger- und Medizinersprache zahlreiche deutsche Lehnwörter kennt, da Anfang des 20. Jahrhunderts die deutschen Alpinisten wohl prägend waren und zahlreiche Japaner in Deutschland Medizin studierten. Auch die üblichen englischen Begriffe wie weltschmerz oder kindergarden sind vermutlich den meisten geläufig. Aber dieses Buch kennt Dutzende mehr. Für technisch Interessierte habe ich zwei schöne Beispiele gefunden. So wird im Hebräischen das @-Zeichen als Strudel bezeichnet, weil es für israelische Emailschreiber wohl an einen zusammengerollten Teil erinnert. Noch schöner ist das russische Wort für Firewall. Russen nennen es Brandmauer, so wie wir es der reinen Übersetzung nach nennen müssten. Aber wir nehmen lieber einen Anglizismus dafür.





















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