Gelesen: Chris Anderson – The Long Tail
13. September 2006, 22:44 Uhr von Torsten Herrmann
The Long Tail von Chris Anderson, Redakteur bei Wired, ist ein derzeit viel diskutiertes Buch über die Auswirkungen des Internet auf den handel. Worum es geht, zeigt der Untertitel sehr schön: “How Endless Choice is Creating Unlimited Demand.” Anderson stellt aufgrund der Verkaufszahlen mehrerer Onlinehändler von Konsumgütern wie Bücher oder digitale Musikstücke fest, dass all die Produkte, die im stationären Handel aus ökonomischen Gründen (Lagerkosten, Transportkosten, Abschreibungen, etc.) nicht erhältlich sind, im E-Commerce sich zu echten Umsatzbringern addieren. Die Masse macht’s, auch wenn von den einzelnen Titel nur eine Handvoll verkauft werden und meist sind es einige mehr.
Er beschriebt, wie die Pareto-Verteilung oder 80/20-Regel, wonach bei der Umsatzanalyse 20 Prozent der Produkte für ca. 80 Prozent des Umsatzes verantwortlich sind, im E-Commerce zunehmend an Bedeutung verliert. Oder wie es Wissenschaftler vom MIT in Ihrem Beitrag “Goodbye Pareto Principle, Hello Long Tail: Modeling and Measuring the Effect of Search Cost on Product Sales Distribution” (PDF) ausdrücken, die zu diesem Thema forschen:
“The 80/20 rule has proved to describe the product sales distribution very well in a traditional business environment. However, the Internet seems to have changed this balance. By greatly lowering search costs, by creating virtually unlimited âÌóshelf spaceâÌ? and by facilitating powerful recommender system, information technology in general and online markets in particular have the potential to radically increase the collective share of niche products, and flatten the sales distribution.”
Anderson glaubt, dass das Internet diese Entwicklung auch in anderen Märkten bewirkt. Ich jedoch frage mich, inwieweit die Aussagen auch in B2B-Märkten gelten. Letztlich entwickelt sich die Umsatzverteilung über die Anbieter entlang des Technology Adoption Cycle (siehe z. B. Geoffrey A. Moore: Crossing the Chasm, Marketing and Selling High.Tech Products to Mainstream Customers“) immer auch hin zu einer Pareto-Verteilung und irgendwann fallen die Anbieter mit den niedrigen Marktanteilen durch óbernahme oder Insolvenz bzw. Geschäftsaufgabe weg. Ich frage mich aber, ob das Internet an dieser Entwicklung ernsthaft ewas ändert. Ich höre solche Aussagen stellenweise von Technologieunternehmen, aber einen Trend würde ich davon nicht ableiten.
Zuerst habe ich über das Buch bei Mario Sixtus in seinem Blog gelesen.
Zum Einstieg empfielt sich ein Beitrag von Chris Anderson aus Wired, der online verfügbar ist.
Chris Anderson hat auch ein Blog, in dem zahlreiche weitere Quellen sowie wissenschaftliche Arbeiten verlkinkt sind.





















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