Gelesen: Louis V. Gerstner Jr. – Wer sagt, Elefanten können nicht tanzen?
11. April 2008, 11:55 Uhr von Torsten Herrmann
1995, als ich in der IT-Industrie anfing, galt IBM genau als das: Ein unbeweglicher Koloss, dessen letzte Stunde geschlagen hatte. Neue Unternehmen starteten und wuchsen in hohem Tempo. Von all den Unternehmen, für die ich damals arbeitete, hat nicht eins überlebt. Alle wurden in den Folgejahren von Wettbewerbern übernommen. Dennoch galt das Diktum, dass IBM zu groß und zu schwerfällig geworden sei und in kleinere Firmen aufgespalten werden sollte. Genau das hat Louis V. Gerstner als Chef von IBM nicht getan und damit für die Rückkehr zum Erfolg gesorgt. Die fast zehn Jahre in dieser Position beschreibt Louis V. Gerstner in seinem schon ein paar Jahre alten Buch Wer sagt, Elefanten können nicht tanzen? (was auf Deutsch grammatisch falsch klingt). Leider ist das Buch nur noch antiquarisch zu bekommen, denn es lohnt sich für jeden, der in einer HighTech-Branche arbeitet. Gerstner zeigt unter anderem, wie wichtig die Unternehmenskultur war, als das Unternehmen seinen Dienstleistungsbereich aufbaute. Ähnliches erlebe ich in einem Beratungsprojekt, wo es um den Aufbau eines Produktbereichs geht. Gerade auch die Kapitel, in denen sich Gerstner gegen die Zerschlagung im Interesse von Investmentbanker wendet und die Balance zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung beschreibt, sind lohnenswert. Sicherlich stellt sich Gerstner auch hier und da mal gut dar, aber unter dem Strich hat er das auch mehr als verdient.





















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