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Gelesen: Merrill R. Chapman – In Search of Stupidity

14. February 2007, 22:15 Uhr von Torsten Herrmann
In Search of Stupidity Merrill R. Chapman

Vor vielen Jahren saß mir einmal ein altgedienter Software-Vertriebsmann gegenüber und erzählte mir von alten IBM-Maschinen. Ich verstand kein Wort. Irgendwann zögerte auch er selbst und sagte dann: “Na ja, sie sind ja alt genug, um das alles zu kennen.” Damals war ich etwa 29 und hatte keine Ahnung von den Höhen und Tiefen der IT-Industrie der ersten gut 15 Jahre der IT-Industrie. Mit dem Buch “In Search of Stupidity – Over 20 Years of High-Tech Marketing Disasters” von Merrill R. Chapman hätte ich einiges mehr gewusst. Denn das Buch hält genau das, was es verspricht: Der tiefe Einblick eines Praktikers über die größten Marketingfehler der IT-Industrie. Neben bekannten Namen tauchen vor allem Urgesteine der Softwarebranche auf, die ich selbst nur vom Hören-Sagen kenne: Ashton-Tate, MicroPro oder Digital Research. Atari, Commodore und Amiga kenne ich wenigstens noch aus den Jugendzimmern meiner Freunde, ich selbst war kein Computerkid der ersten Jahre. Merrill R. Chapman bleibt jedoch nicht bei der historischen Beschreibung legendärer Fehler, die von arroganter Selbst- bis zur katastrophalen Markteinschätzung reichten. Vielmehr analysiert er sie und zeigt, dass sich die Fehler widerholen, dass auch in den vergangenen fünf Jahren einige nichts gelernt haben. Dabei wird er sehr konkret und liefert Detailwissen auch über seine eigenen Fehler (er war Produktmanager unter anderem bei MicroPro). So schreibt er über die zögernde Reaktion Microsofts auf Netscape oder beleuchtet die Geschichte von Siebel Systems. Wer also lieber etwas aus einem flott geschriebenen, lebendigen Buch übers HighTech-Marketing lernen will statt aus den theoretischeren Büchern z. B. von Geoffrey A. Moore(von denen Merrill R. Chapman wenig hält), dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.


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