Gelesen: Simon/Wimmer/Groth – Mehr-Generationen-Familienunternehmen
25. March 2008, 22:08 Uhr von Torsten HerrmannFür ein Kundenprojekt habe ich “Mehr-Generationen-Familienunternehmen” von F.B. Simon/R. Wimmer/T. Groth gelesen. Zuvor habe ich mit dem Thema Familienunternehmen nur am Rande beschäftigt. Begegnet ist es mir hauptsächlich im Bereich der Hidden-Champions-Debatte, da zahlreiche Familienunternehmen zu den Marktführern in ihrer Branche (meist ihrer Nische) gehören. Leider ist das Register in Hermann Simons “Hidden Champions des 21. Jahrhunderts” fehlerhaft, so dass ich so schnell keine Zitate bringen kann.
“Mehr-Generationen-Familienunternehmen” ist ein ungewöhnliches wissenschaftliches Buch. Denn es lässt sich leicht in einem Rutsch durchlesen. Zur Illustration führt es zahlreiche Porträts von Familienunternehmen auf (Oetker, Merck, Haniel, C&A), die sich allesamt im Grad unterscheiden, wie stark die Familienmitglieder in die Unternehmensleitung eingebunden sind sowie wie hoch der Inhabereinfluss ist. So gibt es Unternehmen, in den sich die Familienmitglieder als Manager engagieren müssen (C&A) und andere, in denen genau das den Familienmitgliedern laut Satzung verboten ist (Haniel). Die Autoren – alle von der Universität Witten/Herdecke – zeigen, wie Familien das Paradox zwischen den persönlichen Interessen und den Unternehmensinteressen bewältigen. Im Allgemeinen geht die Firma vor.
Eine Kurzfassung des Buchs findet sich bei Impulse.
In diesem Zusammenhang habe ich eine Liste zusammen gestellt, warum Familienunternehmen in Deutschland hoch angesehen sind. Ich habe dazu keine Studie gefunden, daher nur meine Eindrücke:
- Unternehmer als Führungs-/Identifikationspersönlichkeit
- Familienunternehmen haben eine lange Tradition/klare Werte und diese werden anerkannt.
- Familienunternehmen richten sich an langfristigen Zielen aus.
- Familienunternehmen gelten als innovativ.
- Jobmaschine: Sicherer Arbeitgeber, Verantwortungsgefühl für Mitarbeiter
- Internationalisierung/Globalisierung ohne Nachteil für lokale Standorte
- Starke Verankerung vor Ort (vor allem im ländlichen Raum)
- Zurückhaltendes, aber deutliches gesellschaftliches Engagement
- Einfachere Firmenstruktur statt tausender Unterfirmen
- Kein Mitglied der Deutschland-AG – wenige gegenseitige Beteiligungen
- In der öffentlichen Wirtschaftsdiskussion weniger stark vertreten





















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