Gelesen: Spuren statt Staub von Anja Förster und Peter Kreuz
24. November 2008, 17:26 Uhr von Torsten HerrmannWarum die Autoren das Buch geschrieben haben, findet sich sehr anschaulich in der Einleitung, Es erklärt auch, warum „Alles, außer gewöhnlich“ bei mir ein leicht schales Gefühl hinterließ. Es war unabgeschlossen. Denn es beschränkte sich, wie die Autoren selbst schreiben, auf die bloße Haltung des Anders-sein-müssens. Eine geradezu jugendliche Haltung, die aber mit wenig Inhalt gefüllt ist. Diesen Inhalt holen die beiden nun nach – vielleicht also das erwachsenere Buch.
Was mich schwer ins Buch starten ließ, waren Titel und Untertitel. „Spuren statt Staub“ ist nun mit Sicherheit kein typischer Wirtschaftstitel. Der Titel bezieht sich auf ein Zitat von Antoine de Saint Exupéry („Geh nicht nur die glatten Straßen, gehe Wege, die noch niemand ging, damit Du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.“) Dahinter steht also die Idee, ein Unternehmen bzw. ein Unternehmer solle etwas wagen und so echte Spuren hinterlassen statt nur Staub, der schnell wieder zugeweht ist. Schon richtig, aber ich würde mir bei einem Wirtschaftsbuch einen Titel wünschen, der den Lesernutzen kommuniziert. Der Untertitel heißt übrigens „Wie Wirtschaft Sinn macht.“ Ich mag die Floskel das Sinn-machens nicht sehr. Sie ist dem amerikanischen „to make sense“ entlehnt und existierte bis vor einigen Jahren nicht im Deutschen. Aber viel mehr stört mich das Platte daran, dieses ewige machen-tun-hingehen, was die Sprache einfach nicht verschönert.
Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, wenn ich es bewerten soll. Deshalb schreibe ich klar: Es ist ein gutes Buch und das Lesen hat sich gelohnt. Es hat eine unglaublich starke Wirkung, es ist ein echtes Motivationsbuch. Liest man es nachts zu Ende, wartet man sehnsüchtig auf den kommenden Arbeitstag, um die Motivation in den Alltag umzusetzen. Dabei ist es ungestüm missionarisch, denn die Autoren wollen eine neue Form des Wirtschaftens und des Führens fördern. Das klingt zwar unglaublich abgedroschen, aber das ist eine liebenswerte Seite an dem Buch und der Arbeit von Förster & Kreuz.
Zugleich aber liegt darin auch die Schwäche. Der missionarische Eifer ließ mich die Struktur des Buchs vermissen oder auch übersehen. Es wirkt etwas wie „dazu haben wir auch noch was zu sagen“. Haben die Autoren auch, schlüssig, spannend, aber warum eigentlich? Wie schon beim Vorgänger gibt es nicht wirklich etwas neues zu entdecken, wenn man regelmäßig und ausführlich Brand eins liest. Das ist wiederum kein Nachteil und ein mäßiges Argument, aber bei einem Leser, der mit der positiven Sichtweise auf Wirtschaft und Selbstständigkeit, die Brand eins immer wieder darstellt, nicht so vertraut ist, dürfte die Reaktion viel stärker sein – positiv wie auch negativ.






















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