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HBM: Soziale Netze

10. June 2007, 21:16 Uhr von Torsten Herrmann

Im aktuellen Harvard Business Manager gibt es einen Artikel über Web 2.0. Als Beispiel für den Themenbereich “Soziale Netze” dient die kanadische Goldminen-Firma Goldcorp. Der CEO hat im Jahr 2000 umfangreiche geologische Daten allgemein freigegeben und einen Wettbewerb ausgeschrieben. Für die besten identifizierten Fundorte wurde ein Preisgeld von mehr als einer halben Million Dollar ausgeschüttet. Dieses Beispiel wird in dem Beitrag in einem Atemzug mit Open-Source-Projekten wie OScar genannt. Der CEO bezeichnet selbst LINUX als Inspiration. Nur was hat der Goldminenwettbewerb mit einem Open-Source-Projekt zu tun?

Meines Erachtens nichts. Einige hundert Menschen bzw. Unternehmen haben vollkommen unabhängig voneinander (d. h nicht als Netzwerk) potentielle Ziele identifiziert und vorgeschlagen. Hätte das Unternehmen Berater beauftragt oder spezialisierte Firmen, dann hätten diese ebenfalls unabhängig voneinander Vorschläge unterbreitet. Vielleicht wären die Vorschläge schlechter gewesen und mit Sicherheit wären die Kosten höher gewesen. Solange es keine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Anbietern gibt und solange die Ergebnisse nicht jeweils verbessert wurden, sehe ich keine Begründung für das Wirken eines sozialen Netzes (den Begriffsbestandteil “sozial” will ich hier mal nicht hinterfragen). Niemand wird in diesem Prozess, wie es im Beitrag heißt, “gemeinsam schlauer”.


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