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HighTech-Innovationsausgaben z. B. bei Apple

17. June 2007, 19:57 Uhr von Torsten Herrmann

Vor kurzem habe ich mich bereits aufgrund eines Wirtschaftswoche-Artikels mit der Frage beschäftigt, welcher Zusammenhang zwischen Investitionskraft (der Begriff ist übrigens nicht definiert, aber wir stellen ihn uns vereinfacht mal als die “Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen” vor) besteht. In einer aktuellen Studie, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Microsoft erstellt hat, wird der HighTech-Sektor definiert (gefunden im Newsletter “VentureNews” der VDI-Nachrichten, Nr. 12/2007 vom 15.6.2007, online leider ohne Zitat unten):

“Zum Hightech-Sektor gehören laut Studie solche Firmen, die dem verarbeitenden Gewerbe angehören und mehr als 3,5 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren. Hinzu addiert werden außerdem technologieintensive Dienstleister – etwa Datenverarbeiter, Fernmeldedienste, FuE-Dienstleister, Architektur- und Ingenieurbüros.”

Demnach wurden laut Studie im vergangenen Jahr 17.700 HighTech-Unternehmen in Deutschland gegründet, was unterhalb des Niveaus von 1995 liegt – also noch vor der Internet-Blase.

Wenn ich für chain relations also sage, dass wir für HighTech-Unternehmen arbeiten, sollten diese das genannte Kriterium erfüllen? Eigentlich gefällt mir nur, dass nicht nur die produktentwickelnden Unternehmen sondern auch Dienstleister dazugehören. Ansonsten halte ich die Schwelle für unpassend, da sie normativ wirkt.

Für Unternehmen ist es ja aufgrund der allgemeinen Norm der Gewinnerzielung wichtig, die Kosten zu senken und die Umsätze zu erhöhen. Werden also zum einen die Innovationskosten gesenkt, da z. B. Verfahren verbessert werden, dann darf sich das nicht auf die “Anerkennung” als HighTech-Unternehmen auswirken. Mit Basel II könnten Banken auf die Idee kommen, so etwas zu tun, wenn ich mich nicht irre. Zum anderen bedeutet die Umsatzabhängigkeit, dass die 3,5 Prozent sich nicht auf die Innovationsphasen einer Industrie beziehen (vgl. hierzu James M. Utterback: Mastering the Dynamics of Innovation, Seite 92 ff.). In der ersten Phase, von Utterback als “Fluid Phase” bezeichnet, ist der Umsatz noch niedrig und beispielsweise die Biotechnologieindustrie, die leicht zehn Jahre braucht um ein Produkt auf den Markt zu bringen, dürfte über solch niedrige Größenordnungen nur lachen. Umso klar wurde mir die Unsinnigkeit, als ich in Pip Coburns Buch “The Change Function“, das ich derzeit lese und demnächst noch genauer bespreche, folgende Zahlen fand

“And as we see one of the most innovative tech companies on the planet – Apple – spending well below industry-wide norms on R & D as a percent of sales, it seems that effective and efficient R & D may have given way to sloppiness and accomodation across the technology industry during the five decades of success that followed the development of the transistor at Bell Labs in the 1940s.”

Apple gibt also gerade mal ein Prozent für Forschung und Entwicklung aus und würde damit in der ZEW-Studie nicht als HighTech-Unternehmen gelten. In einem Leitartikel in The Economist vom 9. Juni 2007 (Seite 11, leider ohne Autor, dafür aber auch online) heißt es jedoch ”

“But mostly Apple’s zest comes from its reputation for inventiveness. In polls of the world’s most innovative firms it constantly ranks first.”

Im Folgenden nennt The Economist die vier Lehren von Apple für andere Unternehmen:

  • “The first is that innovation can come from without as well as within.”
  • “Second, Apple illustrates the importance of designing new products around the needs of the user, not the demands of the technology.”
  • “… a third lesson from Apple is that smart companies should sometimes ignore what says it wants today.”
  • The fourth lesson from Apple is to ‘fail wisely’… Apple learned from its mistakes and tried again.”

Ich muss übrigens mal unbedingt etwas über die “third lesson” schreiben, denn Marktforschung hilft sehr, sehr selten weiter. Schön übrigens ist eine óbersicht in Spiegel online über die größten Flops von Apple, aus denen das Unternehmen jedoch gelernt hat und die Fehler in nachfolgenden Produkten nicht wiederholte. Ein tolles Buch über die Geschichte von Apple in den jahren ohne Steve Jobs ist übrigens Jim Carltons Apple: The Inside Story of Intrigue, Egomania, and Business Blunders.

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Dieser Eintrag wurde am 17. June 2007 um 19:57 Uhr geschrieben und ist unter gelistet. Sie können alle Einträge über den RSS 2.0 Feed abbonieren. Sie können einen Kommentar posten.


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