Markt für Ingenieure in der Automobilindustrie
17. September 2007, 23:03 Uhr von Torsten HerrmannDie Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Samstag, 15. September 2007 hat eine “Beruf und Chance”-Beilage über die Automobilindustrie. Sie zeigt, wie der Markt für Entwicklungsingenieure aussieht und wie er sich in den vergangenen Jahren verändert hat. Die beeindruckendste Zahl fand ich im Beitrag “Wunschkonzert für Bewerber”. Darin heißt es, dass zwölf Prozent aller Beschäftigten in der Automobilindustrie ein Hochschuldiplom haben. Vor acht Jahren waren es erst acht Prozent. Und der Trend geht weiter. Denn Elektronik macht bereits 20 Prozent der Wertschöpfung eines Automobils aus (alle Zahlen vom Verband der Automobilindustrie, VDA). Ich unterstütze die Schleißheimer GmbH im Personalmarketing und kenne daher die Suche nach Elektro-Ingenieuren und Informatikern gut. Die ganze Beilage ist voll mit entsprechenden, großen Stellenanzeigen aller OEMs und großen Zulieferer. Denn – wie der Schwerpunkt heißt – “Die Zukunft gehört dem Zulieferer”. Demnach ist die Suche nach Nachwuchs für die kleinen Entwicklungsdienstlerister wie z. B. die Schleißheimer GmbH noch schwieriger. Mein Kunde aus Nieder Wöllstadt bei Friedberg sucht ebenfalls konstant nach Hochschulabsolventen. Die Anwerbung von Ingenieuren in Osteuropa wäre eine Alternative, die politisch (noch) nicht gewollt ist. Eine Lösung wäre das nicht, aber es würde wenigstens den aktuellen Engpass mildern. Langfristig aber müssen die Zahlen für Ingenieurs- und Informatikstudenten steigen. Auch die Tatsache, dass viel zu wenige Frauen technische Berufe anstreben, wird in einem Beitrag angesprochen. In der Elektrotechnik sind es z. B. nur sieben Prozent. Irgendetwas muss in unserem Schulsystem falsch laufen, weiß denn niemand, was genau das ist?
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