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PR-Trendmonitor: Eine kleine Kritik

25. July 2008, 11:50 Uhr von Torsten Herrmann

Der neue PR-Trendmonitor von News Aktuell ist draußen. Ein Teilbereich ist sehr verwunderlich. Ansonsten ist die Untersuchung für Branchenangehörige natürlich sehr informativ und fundiert. Die Gesamtergebnisse sind nicht online verfügbar. Wir haben sie erhalten, da wir an der Umfrage teilgenommen haben. Die nachfolgenden Seitenzahlen beziehen sich auf diese Gesamtergebnis-Präsentation.

Gefragt wurden PR-Mitarbeiter (Seite 56): “Wie beurteilen Sie die Bedeutung Ihrer Presseabteilung im Vergleich mit den folgenden Abteilungen Ihres Unternehmens?” Rund 17 Prozent halten die Presseabteilung (wo sie ja selbst arbeiten) für bedeutender als Forschung & Entwicklung. Rund 15 Prozent ordnen der Presseabteilung eine höhere Bedeutung zu als dem Vertrieb.

PR-Trendmonitor

Ebenso wurden Mitarbeiter von PR-Agenturen gefragt (Seite 57): “Wie beurteilen Sie die Bedeutung der Presseabteilung Ihrer Kunden im Vergleich mit den folgenden anderen Abteilungen ihrer Kunden?”Dort halten gut 15 Prozent die Presseabteilung für bedeutender als Forschung & Entwicklung und rund 16 Prozent für wichtiger als den Vertrieb.

PR-Trendmonitor

Dabei ist es doch so: Ohne Forschung & Entwicklung gibt es in der Zukunft nichts mehr zu verkaufen. Der Vertrieb holt die Aufträge rein, die PR-Arbeit hat dabei eine unterstützende Rolle. Nicht nur, aber doch hauptsächlich.

Es sei denn, und das könnte der Grund für diese erstaunlichen Werte sein, bei den befragten Unternehmen handelt es sich nicht um klassische Konsumgüterhersteller oder Industrieunternehmen. Zum einen wird in Dienstleistungsunternehmen die Relevanz von Forschung & Entwicklung wohl niedrig eingestuft werden, da sie als Abteilung kaum existiert. Lediglich Beratungsunternehmen leisten sich solche Abteilungen und auch dort könnte das Ansehen eher gering ausfallen. Die Frage, womit das Beratungs- oder Dienstleistungsunternehmen morgen ihr Geld verdienen soll, ist ja eher auf den Führungsebenen angesiedelt. Eine andere Möglichkeit ist, dass es sich um öffentliche Unternehmen handelt. Der óffentliche Personennahverkehr ist in Deutschland beispielsweise wenig innovativ und die Vertriebsaufgabe ist ebenfalls weniger ausgeprägt. Vielleicht handelt es sich gar um Institutionen wie Ministerien, deren Mitarbeiter diese Frage beantwortet haben.

Dass die Presseabteilung wichtiger ist als eine nicht-existente Abteilung ist offensichtlich, wenn auch im Forschungsdesign offensichtlich nicht berücksichtigt. Ansonsten gilt wohl: Da nimmt sich jemand wohl etwas zu wichtig.


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