AGENTUR ANGEBOTE DOWNLOADS BLOG GLOSSAR ENGLISH KONTAKT
 

Rückblick Webmontag

15. August 2006, 18:27 Uhr von Torsten Herrmann

Gestern war ich auf dem Frankfurter Webmontag, in zahlreichen Städten eine feste Größe im Bereich des Webdesigns und der Webprogrammierung mit auch für den technischen Laien spannenden Themen. Zu zwei Vorträgen möchte ich noch etwas schreiben.

Gerrit van Aaken, ein Webdesigner, den ich schon von einem anderen Vortrag schätze, zeigte die aktuellen Webtrends auf, die er identifiziert hat. Die Folien seines Vortrags finden sich hier als PDF. Am spannendsten ist der Trend 5: Credibility vs. Hochglanz. Mit Gegensatzpaaren zeigte er, dass zahlreiche Seiten obwohl sie “schlecht” gemacht sind, extrem erfolgreich sind. Sie transportieren durch ihren vorläufigen Charaktzer eine hohe Glaubwürdigkeit. Beispiele sind dabei die Bookmarking-Services del.icio.us vs. Mister Wong oder Youtube vs. Sevenload. Nur um das klar zu stellen: Die jeweils zweiten machen das strategisch richtig, denn sie müssen sich mit ihrem besseren Design klar vom Marktführer unterscheiden, aber sie können nicht die Glaubwürdigkeitsschiene fahren. Wie Laura & Al Ries es formulieren: “Be the Opposite of the Leader” im Kapitel “Survival of the Secondest” (The Origin of Brands, page 185). Falls sie ebenfalls ein schlechtes Design verwenden – und diese Seiten gibt es mit Sicherheit, nur sind sie mir nicht mal bekannt – haben sie verloren. Zugleich dienen sie – nach Laura & Al Ries – als Feindbild für den Marktführer: “Establishing an Enemy is almost as important as creating a new category. No category will be successful unless it has an enemy” (The Origin of Brands, page 257).

In einem anderen Vortrag berichtete Lukas Rosenstock über “Identity 2.0″, also eine zentrale Identität im Internet, mit der man sich nicht mehr in jedem Forum, in jeder Community etc. neu anmelden muss. Nur ein Gedanke dazu: Ich melde mich gerne überall extra an. Das erspart mir, dass ich über die Grenzen einer Website/eines Anbieters hinweg gescored werden kann. Ich weiß, in Consumer-Märkten können sich Marketing-Leute nichts besseres vorstellen, als Bürger finde ich die Vorstellung jedoch eher Furcht erregend. Denn wo die Daten am Ende landen oder ob sie vor fremden Zugriffen wirklich sicher sind, kann irgendwann relevant werden.


4 Kommentare zu “Rückblick Webmontag”

  1. Torsten Herrmann schrieb:

    Sorry, ist korrigiert. Irgendwie lag der Fehler zu nah.

  2. Lukas Rosenstock schrieb:

    Die Bedenken zum Datenschutz sind sicher angebracht. Das geht vielen so. In der nächsten OpenID-Version wird aber hoffentlich eine Lösung für das Problem mit der seitenübergreifenden Identität gefunden.
    Ach nochwas, kannst du meinen Namen korrigieren? ;-)

  3. Mathias Karstädt schrieb:

    Dem kann ich nur zustimmen. Eine zentrale Identität im Web kann wirklich nicht unser Ziel sein. Bleibt abzuwarten, wie sich das Thema OpenID in der nächsten Zeit entwickelt. Das wird sicher noch länger kontrovers diskutiert werden.

  4. [...] In seinem Blog chain relations schreibt Torsten Herrmann über den vergangenen Webmontag in Frankfurt. Dabeit geht er auch auf den Vortrag “Identity 2.0″ von Lukas Rosenstock ein, in dem es um eine zentrale Identität im Internet geht: Ich melde mich gerne überall extra an. Das erspart mir, dass ich über die Grenzen einer Website/eines Anbieters hinweg gescored werden kann. Ich weiß, in Consumer-Märkten können sich Marketing-Leute nichts besseres vorstellen, als Bürger finde ich die Vorstellung jedoch eher Furcht erregend. Denn wo die Daten am Ende landen oder ob sie vor fremden Zugriffen wirklich sicher sind, kann irgendwann relevant werden. [...]

Kommentar posten