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Drei Einsatzgründe für Linkverkürzer

26. November 2009, 11:43 Uhr von Torsten Herrmann

Link-Verkürzungsdienste wie Tinyurl, bit.ly oder arm.in trifft man inzwischen allerorten an. Populär wurden sie natürlich durch Twitter. Hauptsächlich werden sie eingesetzt, um lange URLs, die sich bei dynamischen Websites oder Permalinks ergeben, abzukürzen und in Statusmeldungen wie bei XING oder Linked-In zu verschicken. So wird aus einer URL mit beispielsweise 50 Buchstaben leicht ein Link mit unter 10 Buchstaben. Manche Dienste werden auch kritisiert, da sie die Links auf der Zielseite nicht auflösen und die Original-URL nicht oder nur schwer erkennbar wird. Die ersten Linkverkürzer machen auch schon wieder dicht. So geschehen bei cligs. und tr.im.

Ich setze Link-Verkürzer aus drei Gründen ein:

  • Linkverkürzung für Twitter oder Statusmeldungen
  • Statistiken
    Wenn ich einen Link an vielen Stellen publiziere, den ich abkürzen muss, sehe ich in der Web-Statistik meist den Verkürzungsdienst als Referrer. Wenn ich also immer den gleichen Dienst nutzen würde, wüsste ich nicht von wo der Zugriff kommt. Daher erstelle ich mehrere Verkürzungs-Links, damit ich das im Nachhinein (einigermaßen) auseinander halten kann. Mit manchen Diensten, wie z. B. arm.in funktioniert das nicht, da sich die Datenbank den verkürzten Link merkt und man pro URL nur einen verkürzten Link erstellen kann.
  • Verbergen
    Wenn ich nicht will, dass man die Links ohne Aufwand in ein eigenes Dokument übernehmen kann, dann verkürze ich alle Links. Dies habe ich beispielsweise bei der Übersicht über B2B-Professuren gemacht. Dahinter steckt Aufwand und ich will, dass möglichst meine eigene Übersicht verschickt wird. Ich will es allerdings nicht übertreiben, sonst könnte ich auch noch eine Referenz auf die chain relations-Website einbauen. Dann würde jeder den Urheber sehen, auch wenn jemand schlicht den Text inklusive Links in ein anderes Dokument einbetten würde.

Gibt es weitere sinnvolle Anwendungsfälle? In vielen Fällen braucht es ja keine Linkverkürzer. Sicherlich werden diese Verkürzungslinks auch genutzt, um unauffällig auf virenverseuchte Websites zu verlinken. Der User geht z. B. aufgrund eines Tweets davon aus, auf eine seriöse Website geleitet zu werden und endet auf einer zwielichtigen Präsenz. Um darauf nicht hereinzufallen, gibt es bereits Dienste, die Links auflösen, ohne auf die Website zu leiten. UnTinyUrl.com ist ein Beispiel dafür. Genauere Ausführungen zur (u. a rechtlichen) Problematik von Linkverkürzern gibt es bei Netzpolitik.org.

Was mir nicht bekannt war, ist die SEO-Relevanz von Linkverkürzern. Demnach sollten sie einen 301-Redirect verwenden. Mehr und Empfehlungen gibt es in diesem Beitrag.

Ein spannendes Linkverkürzer-Projekt betreibt übrigens mein ehemaliger Kollege Andreas Ebert und seine Firma poi.la . Deren Dienst shortgps verkürzt geografische Standort-Informationen (sogenannte POIs = Points of Interest) bzw. Adressinformationen auf Karten zu kurzen Links. Das dient dem, wie sie es selbst nennen, location-based-Microblogging.

Inbound-Marketing wird die strategische Basis modernen BtoB-Marketings

25. Juni 2009, 12:41 Uhr von Torsten Herrmann

In den vergangenen Wochen habe ich ein E-Book geschrieben, dass ich in einigen Tagen unter dem Titel “B2B-Inbound-Marketing: Aktive Interessenten als Kunden gewinnen” auf dieser Website kostenlos veröffentliche. Zuvor will ich erklären, wie ich dazu kam.

In aktuelle Marketing-Diskussion im Internet geht es meistens sehr schnell um Kanäle und Tools. Die wichtigsten Buzzwords sind Online-Marketing, Social-Media-Marketing, Blogs, Twitter etc. In der Konsequenz starten Anbieter eine Maßnahme nach der anderen („Wir bloggen/twittern jetzt auch“), statt diese zunächst strategisch zu untermauern. Es herrschte einfach das Gefühl, dass man so potentielle Kunden ansprechen könnte. Warum und auf welche Weise waren dabei scheinbar zweitrangig.

Ich selbst überlegte mir geeigenete Maßnahmen für meine Kunden sowie für meine eigene Webseite. Auf der Suche nach einem Oberbegriff und einem umfassenden Ansatz begegnete ich auf zwei unterschiedlichen Wegen dem Begriff und den Ideen des Inbound-Marketings. Inbound-Marketing (Definition Inbound-Marketing) sehe ich als einen allgemeinen Marketing-Ansatz, der die Diskussion von neuen Trendmaßnahmen und -kanälen zurück zu Marketingaufgaben und -strategien führen soll. Mir gefiel, dass Inbound-Marketing das Internet wichtig nimmt, aber die Online- und die Offline-Welt zusammenfasst. Die vermeintliche Differenz zwischen online und offline sollte längst überwunden sein.

Die eine Quelle war das Blog von Hubspot Inc. (www.hubspot.com), einer Inbound-Marketing-Agentur aus Cambridge, Massachusetts, USA. Vor allem die beiden Gründer Brian Halligan (CEO) und Dhamesh Shah (Chief Software Architekt) haben die Idee von Inbound-Marketing vorangetrieben. Sie sind auch die Autoren des ersten Inbound-Marketing-Buchs, das Ende 2009 auf den Markt kommen soll. Ebenfalls viel über Inbound-Marketing habe ich im Blog von Paul Roetzer von PR 20/20 (www.pr2020.com) aus Cleveland, USA gelernt. Sie alle haben ungewöhnliche Ideen entwickelt, von denen ich profitieren durfte.

Interaktives Marketing von Christian Belz, Marcus Schögel, Oliver Arndt und Verena Walter

Interaktives Marketing von Christian Belz, Marcus Schögel, Oliver Arndt und Verena Walter

Die zweite Quelle entstammt der akademischen Welt. Dort begegnete mir der Begriff Inbound-Marketing im Buch „Interaktives Marketing“ von Christian Belz, Marcus Schögel, Oliver Arndt und Verena Walter. Professor Christian Belz leitet das Institut für Marketing und Handel an der Universität St. Gallen. Vor allem sein Assistent Alexander Schagen, mit dem ich gestern zusammen saß, hat mir mit Ratschlägen sehr weiter geholfen.

Obwohl ich den Begriff des Inbound-Marketings für sperrig halte und er allzu leicht an Inbound-Call-Center erinnert, halte ich an ihm fest. Es ergibt wenig Sinn, einen neuen Namen zu entwickeln. Zudem gibt es bereits einen Eintrag in der englischen Wikipedia sowie eine jährliche Konferenz, den Inbound-Marketing-Summit.

Es gibt kleine Abweichungen zwischen den verschiedenen Konzepten. In den USA steht Inbound-Marketing hauptsächlich für ein Online-Marketing, das sich um aktive Interessenten bemüht. In St. Gallen stehen bislang Business-to-Consumer und die Beziehungen zu bestehenden Kunden im Mittelpunkt der Forschung. Ich konzentriere mich auf Business-to-Business und auf Neukundengewinnung.

Empathie und Kontrolle

19. Januar 2009, 11:53 Uhr von Torsten Herrmann

Ich will kurz über eine aktuelle Geschichte schreiben, die jeden lehren sollte, sich genau zu überlegen, was er in Social-Media-Diensten schreibt. In den USA hat ein PR-Kollege sich despektierlich über die Stadt Memphis geäußert, den Standort seines Kunden. Dies tat er auf dem Weg zu einem Meeting und nutze dafür den Microblogging-Dienst Twitter. Wenig später antwortete der Kunde in einer Email, denn die Nachricht blieb nicht unbeachtet. Er ärgerte sich über die negative Aussage über die Stadt, mit der sich die Mitarbeiter doch sehr verbunden fühlten.

Sicherlich war es ein Fehler des Kollegen, wie er in einem Beitrag auf seinem Blog erläutert. Sicherlich ist es menschlich, sich aus welchem Grund auch immer, aufzuregen und so unbedachterweise eine Nachricht zu bloggen oder zu twittern oder einfach dem nächstbesten Kollegen zu erzählen. Wer es allerdings schreibt, muss damit rechnen, dass es jeder liest und dass möglicherweise sogar etwas missinterpretiert wird. Denn 140 Zeichen, so lang ist eine Twitter-Nachricht (Tweet) maximal, ermöglichen nur eine sehr kondensierte Kommunikation.

Hier die zwei, in diesem Fall wichtigsten Eigenschaften, die ein PR-Berater meines Erachtens braucht und die sehr eng miteinander zusammenhängen: Empathie und Kontrolle. Jeden Satz, den ich im Zusammenhang mit einem Kunden sage oder schreibe, muss ich kontrollieren. Ist er inhaltlich richtig. Ist der Zeitpunkt richtig. Ist es der richtige Kanal. Welche positiven und welche negativen Konsequenzen kann diese Aussage haben. Dazu ist eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen – also Empathie – notwendig. Möglicherweise ist der potentielle Kunde meines Klienten sensibler als ich oder will nicht so sensibel erscheinen. Diese Disziplin muss man sich einfach angewöhnen. Auch wenn der Fehler menschlich ist, sollte er niemandem passieren.

Englische Version

Let me briefly write about a recent history that teach all of us to think about what we write in Social Medias. In the United States a PR colleague wrote disrespectfully about the city of Memphis, the location of its customers. He did this on his way to a meeting and used the micro-blogging service Twitter for that. Shortly afterwards, the customer replied in an e-mail, as the message did not go unnoticed. He was disappointed about the negative statement on the city, with which the employees feel very connected.

Surely it was a mistake of the him, as he explains in a post on his blog. Surely it’s human, that for whatever reason, to get angry and to unprudently write a message in your blog or twitter or simply well ist to the next best colleague. Who wrote it, however, must reckon that everyone reads it and that perhaps something will misinterpret it. 140 characters, so long is a Twitter message (Tweet) maximum, allow only a very condensed communication.

Here are the two most important characteristics for a PR consultant in that case that are closely linked: empathy and control. I have to control every sentence that I say or write about a customer. Is the message right. Is the timing right. Is it the right channel. Which are the positive or negative consequences of this message. This is a good deal of empathy that is necessary. Perhaps a potential customer of my client is more sensitive than me or he does not want to appear so sensitive. This discipline must be a simple habit. Even if the error is human, it should not happen anyone.

Der kleine Ärger mit den Überschriften

14. August 2006, 08:31 Uhr von Torsten Herrmann

Inhalt dieses Agenturblogs sollen auch Erfahrungen mit Business Blogging und mit WordPress sein. Ein ärgerlicher Fehler in der Benutzung ist mir kürzlich aufgefallen. Blogs haben einen besonderen Vorteil: Sie warten nicht einfach auf Besucher, sie pushen die Informationen auch eigenständig in die Welt. Manchmal schneller als man als Publizist sie kontrollieren kann. Falls ich einen Tippfehler in der óberschrift habe, hat das meines Erachtens mindestens drei Konsequenzen:

  • Die Dateibezeichnung wird aufgrund der fehlerhaften Überschrift gebildet und ist dadurch schlechter z. B. in Google auffindbar.
  • Der Beitrag mit der fehlerhaften Überschrift (sowie mit jeden Fehler im Text) und der fehlerhaften Dateibezeichnung wird per RSS-Feed direkt an alle Abonnenten verschickt.
  • Der Beitrag wird mit der fehlerhaften Dateibezeichnung an Dienste wie Technorati geschickt, die die fehlerhafte Überschrift in óbersichten anzeigen.

Andere Webseite kann man im Nachhinein stets ohne Komplikationen ändern. Bei einem Business Blog hingegen, der die starken Möglichkeiten des Bloggens nutzt, hat jede Unaufmerksamkeit Folgen. Diese sind – wie der Dateiname – zwar nachträglich korrigierbar, aber schon sind zwei Versionen in Technorati verfügbar. Ich zumindest passe nun besser auf.