Grundsätzliche Überlegungen zu B2B2C
10. September 2010, 14:29 Uhr von Torsten HerrmannIn der letzten Zeit schwirrt ein Begriff (meist als Abkürzung) durch die Marketingdiskussion, für den es keine allgemeine Definition gibt. Mir stellt die Frage stellt, ob sie überhaupt und wenn ja wann sie sinnvoll ist: B2B2C oder Business-to-Business-to-Consumer.
Investitionsgüter für Konsumgüterhersteller
Klar: am Ende steht immer der Konsument. Alle Investitionsgüterindustrien existieren, damit Konsumgüterhersteller (oder der Staat/öffentliche Institutionen, die aber mal beiseite gelassen) ihre Konsumgüter herstellen und anbieten können. Sei es eine Maschine, eine Software oder ein Lastwagen. Alles dient am Ende dem Konsumgut. So weit, so banal. Aber für diese Erkenntnis braucht es keinen neuen Begriff. Zudem kann die Reihe der Bs sehr lang sein. Kürzlich saß ich mit Jens Stolze von Creative360 zusammen und er arbeitet nur für (bleiben wir in der Terminologie) B2B2B-Unternehmen. Einfach gesagt: Die Kunden seiner Kunden sind wiederum Unternehmen.
Wann wird B2B2C eine sinnvolle Terminologie? Eine meiner Überlegungen ist, dass das Zulieferprodukt (das erste B) für die Entscheidung des Konsumenten am Ende der Kette relevant sein kann oder auch nicht. Das eingebaute Radio im Auto könnte relevant sein, der Keilriemen nicht.
Das zweite B als Intermediär
In einigen Definitionsversuchen habe ich immer wieder gelesen, dass das zweite B der Intermediär zwischen dem einen B und dem C wäre. Nur in welchen Fällen ist die Beziehung über einen Intermediär relevant?
Klar, in dieser Definition wäre der Intermediär zunächst mal der Handel. Bislang wurde diese Beziehungskette in zwei Teile aufgespalten: Business-to-Channel (B2Ch) und Business-to-Consumer. B2C bezieht sich dann sowohl auf die Beziehung des Herstellers (z. B. eines Fernsehers) als auch des Handels zum Konsumenten. Die Doppelbedeutung ist nicht wirklich ideal. Allerdings ist manchmal der dahinter stehende Hersteller auch vollkommen egal (Bspw. Eigenmarken) oder die Subdienstleiser sind reine ausführende Organisationen.
Das erste Business liefert etwas entscheidungsrelevantes
Vielleicht geht es aber auch weiter. Ich habe beispielsweise ein iPhone mit T-Mobile-Vertrag. Ich habe also eine Beziehung sowohl mit Apple als auch mit T-Mobile. Der Telekommunikationsanbieter hat seinen Service mit einem Smartphone gebündelt. Meine Apps kaufe ich aber bei Apple. Die Frage ist doch, braucht es ein iPhone um den Service Mobiles Internet anzubieten? Technisch gesehen könnte es natürlich auch ein anderes Gerät sein. Dennoch wird es genau so verkauft und gekauft und ich glaube genau deshalb schaffte mobiles Internet in Deutschland die große Verbreitung. Gibt es also hier also eine B2B2C-Verkettung, da das erste B für den Konsumenten relevant ist?
Das geht auch rein digital: Wer online einkaufen geht, hat vielleicht schon mal einen Payment-Service wie Paypal genutzt. Zum Verkauf gehört der Bezahlprozess und ohne diese Möglichkeit, die der Anbieter in seinem Shop einbindet, gäbe es keine Transaktion. Oder ein Anbieter verkauft eine Versicherung mit. Damit ist der Anbieter (auch) ein Händler für das Produkt des ersten B. In beiden Fällen ist der eingebundene Service zwar Bestandteil des Angebots, aber nicht alleine ein Angebot.
Oder doch ganz anders?
So ganz sicher bin ich mir noch nicht, was B2B2C ist. Ich glaube aber, dass das erste B eine Relevanz für den Konsumenten haben muss. Gibt es noch andere Kriterien?




















