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Gestationsdiabetes

31. Juli 2008, 18:59 Uhr von Torsten Herrmann

Was ist Gestationsdiabetes?

Gestationsdiabetes (lat.: gestatio = Schwangerschaft), auch Schwangerschaftsdiabetes oder Schwangerschaftszucker genannt, ist eine spezielle, meist temporär-auftretende Form der Stoffwechselstörung Diabetes mellitus. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Diabetes Typ-4 bezeichnete Krankheit betrifft ausschließlich Frauen und tritt während der Schwangerschaft zum ersten Mal auf bzw. wird dann erstmalig diagnostiziert. Die Veränderung des Stoffwechsels der Mutter während einer Schwangerschaft führt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Häufig geht dies mit einer falschen Ernährungsweise und mangelnder Bewegung einher. Die Insulinproduktion ist in der Folge unzureichend und kann zu Komplikationen und Schädigungen führen. Weitere begünstigende Faktoren für Gestationsdiabetes, kurz GDM, sind seitens der Mutter: Übergewicht, über 35 Jahre alt, Diabetes-Betroffene in der Familie, vorhergehende Schwangerschaft von GDM begleitet, Geburtsgewicht eines früheren Kindes von über 4000 Gramm. Nach der Geburt normalisiert sich der Hormonhaushalt und damit der Blutzuckerspiegel wieder, so dass der Gestationsdiabetes im Allgemeinen wieder verschwindet. Ein erhöhtes Risiko, später an Diabetes zu erkranken, bleibt jedoch.

In Deutschland sind zwischen 2,5 bis 5 Prozent der schwangeren Frauen von Gestationsdiabetes, kurz GDM, betroffen. Allerdings wird GDM trotz gezielter Screenings in vielen Fällen nicht erkannt. Schwangerschaftsdiabetes kann mit Insulingaben und ausgewogener Ernährung sowie Bewegung gut behandelt werden. Schwangerschaftszucker ist eine der häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft mit steigender Tendenz. Das Risiko von Geburtsproblemen bei unbehandeltem Schwangerschaftsdiabetes ist um ein vielfaches höher als bei gesunden Müttern oder bei behandeltem GDM. Gehäuft kommt es zu Kaiserschnittgeburten, Bluthochdruck oder Frühgeburten. Totgeburten oder Komplikationen wegen zu hohen Geburtsgewichtes der Kinder können bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung von GDM stark reduziert werden.