PR & Google II
05. September 2006, 15:53 Uhr von Torsten HerrmannWie unterscheidet sich Google von den beschriebenen Dialoggruppen?
Grundsätzlich leistet Google die gleiche Aufgabe: Filterung und Vermittlung. Als Website-Betreiber sende ich eine Botschaft, indem ich sie auf meine Website oder einen anderen internetbasierten Dienst, z. B. ein Presseinformations-Service, stelle. Google filtert die konkurrierenden Botschaften aller Marktteilnehmer und bewertet sie. In einer Ergebnisliste fasst Google dann die Fundstellen zusammen und präsentiert sie in 10er-Blöcken. Der Google-Anwender sieht also ähnlich wie ein Zeitschriftenleser nur eine gefilterte Menge an konkurrierenden Informationen aus einem Marktsegment.
Wo liegen nun aber die Unterschiede zwischen Google und anderen Dialoggruppen:
- Google bewertet aufgrund von Algorithmen während andere Dialoggruppen aufgrund anderer Regeln auswählen. Diese Regeln sind zu einem gewissen Grad objektiv, aber subjektive, zeitabhängige oder ökonomische Gründe sowie das beschränkte Wissen des Mitglieds einer Dialoggruppe können ebenso hinein spielen. Ein Journalist sieht eine Pressemitteilung als interessant an, da sie sein Spezialgebiet anspricht, sie zur Meldung eines Wettbewerbers passt, weil der Anbieter der Marktführer ist und die Leser alle Informationen wünschen oder im negativsten Falle weil er einen Anzeigenkunden berücksichtigen muss. Google ist dagegen emotionslos. Ob es der Marktführer ist oder ob er Google-Anzeigen schaltet ist egal: Grundsätzlich hat jede Meldung die gleichen Chancen nach ganz vorne zu kommen.
- Google basiert auf dem Pull-Prinzip, während andere Dialoggruppen im Allgemeinen Push-basiert arbeiten. Ein Medium bringt eine Zeitschrift heraus oder ein Marktanalyst stellt einen Newsletter zusammen. Nach einer relativ kurzen Zeit erreicht die Information kaum mehr die Zielgruppe. Bei Google fragen die Nutzer zu einem beliebigen Zeitpunkt an, welche Informationen für eine bestimmte Suche im Internet zur Verfügung stehen. Aufgrund wenig bekannter Mechanismen liefert Google darauf eine Antwort in Form von Ergebnislisten. Damit können auch alte Informationen höher gewichtet werden als sehr neue, wenn auch die Aktualität einer Information auf unbekannte Weise herein zu spielen scheint.
- Google berücksichtigt nicht nur Anbieter mit ihren Presseinformationen als Informationslieferanten, sondern auch Beiträge aus Online-Zeitschriften, Blogs oder Marktübersichten tauchen in den Top-10 auf. Während eine Pressemitteilung sich also beim Redakteur nur – und das ist schon schwierig genug – gegen die aktuellen Pressemitteilungen der anderen Marktteilnehmer durchsetzen muss, ist die Konkurrenz im Internet um einiges härter. Gerade Blogs mit ihren guten Positionierungen in Suchmaschinen sind häufig an Spitzenpositionen zu finden.




















