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Agentur-Schnittstellen zwischen Marketing, PR, Werbung, Web und Social-Media

09. März 2010, 11:33 Uhr von Torsten Herrmann

Ich habe Mitte der neunziger Jahre in der Softwareindustrie angefangen. Damals arbeitete ich vor allem für Unternehmenssoftware-Anbieter als PR- und Marketingberater. Enterprise-Resource-Planing-Lösungen – ich arbeitete für den niederländischen Anbieter Baan – waren gerade das heißeste Thema. Dann kamen weitere Softwarelösungen auf wie Customer-Relationship-Management, Supply-Chain-Management etc.

In den Unternehmen war die IT-Welt allerdings meist nicht so modern wie es sich die Anbieter wünschten. Altbestände lagerten auf unverwüstlichen AS400-Systemen, die Personalabteilung hatte wiederum eigene Lösungen und in der Produktion waren Betriebsdatenerfassungssysteme im Einsatz, von denen niemals jemand erwartet hatte, dass sie einmal Daten aus einem PPS-System bekommen sollten.

Kurz gesagt: Es gab Schnittstellenprobleme. In den folgenden Jahren machte man sich daran systemübergreifende Architekturen aufzubauen und gemeinsame Standards zu definieren. Sicherlich gibt es immernoch fehlende Schnittstellen, aber insgesamt wurde das Problem doch stark reduziert.

In den Bereichen Marketing, PR, Werbung und Web ist es momentan ähnlich. Vor allem wenn man es aus der Dienstleister-Brille betrachtet. Alle bosseln marketingmäßig vor sich hin und es gibt kaum Schnittstellen zwischen den Agenturen bzw. deren Aufgabenbereichen. Es gibt keine gemeinsame Architektur und keine gemeinsamen Standards, kaum Austausch, aber viele verschiedene Strategien und Maßnahmen. Da meistens die Tool-Entscheidung ohne strategische Fundierung getroffen wird. Man beschließt zu twittern, ohne sich zu überlegen, was man damit erreichen will und wie diese Kommunikationsform zum eigenen Unternehmen passt. Thomas Knüwer hat dies kürzlich anhand der Telekommunikationsindustrie sehr schön dargestellt.

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XING-Unternehmensprofile als PR-Aufgabe

17. April 2009, 13:48 Uhr von Torsten Herrmann

Die Social-Media-Plattform XING führt Unternehmensprofile ein. Diese sind bislang nur für Premium-Nutzer in einer Beta-Version sichtbar. Die neuen Profile werden ab einer bestimmten Firmengröße automatisch aus den Profilen der einzelnen Mitarbeiter generiert. Die Regeln, nach denen die Profile zusammengestellt werden, sind wohl noch unbekannt und der Sinn einiger Angaben wie durchschnittliche Firmenzugehörigkeit oder Karrierelevel der Mitarbeiter wird in den Foren diskutiert. Lassen wir diese Details einmal beiseite, so ergibt sich daraus vor allem eins: Eine neue Aufgabe für PR-Leute.

Offensichtlich erstellt das System die Angaben über das Unternehmen aus den “Ich biete”-Angaben der Mitarbeiter. Dahinter steht so eine Art Crowdsourcing-Ansatz oder auch: Was technisch möglich ist, machen wir auch. Wenn nun der Buchhalter “Buchhaltung” und der IT-Mitarbeiter “Softwareentwicklung” angeben, ist dies für ihre Positionen und Karriere vollkommen richtig. Es macht aber unter Umständen aus einem Versicherungsunternehmen einen Softwaredienstleister. Auch wenn bei XING zum einen die Branche angegeben ist und zum anderen richtig steht “Mitarbeiter dieses Unternehmen bieten”, so will ich als PRler doch, dass dort die Angebote meiner Firma (meiner Kunden) herauskommen. Zumal die Branchenzugehörigkeit sehr breit angelegt ist. Bei einer Stichprobe eines mir bekannten Unternehmens fand sich entsprechend kein Wort über das tatsächliche Produktangebot, statt dessen Begriffe wie Kontakte, Kreativität oder Auslandserfahrung. Das bringt natürlich niemandem bei seiner Suche weiter.

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