Technologische Schwelle
23. January 2007, 21:18 Uhr von Torsten HerrmannIm Essay “Die Zyklen der Globalisierung” von Olaf Storbeck in der neuen Handelsblatt Agenda (Globalisierung 3.0) bin ich auf einen mir bislang unbekannten Begriff getoßen: “Technological Frontier”. Geprägt wurde dieser Begriff von einem Wissenschaftlerteam um den Harvard-ókonom Philippe Aghion.
“Diese “Technologiegrenze” wird bestimmt durch die weltweit besten und modernsten Fertigungsprozesse.” definiert der Autor. Auch in einer anderen Quelle des Roman Herzog-Instituts heißt es sehr ähnlich: “Eine neuere Studie (Acemoglu/Aghion/Zilibotti, 2002) zeigt anhand eines Modells, dass radikale Innovationen im Vergleich zu inkrementellen Innovationen oder Imitationen um so bedeutender werden, je näher sich ein Land mit seinen Produktionsverfahren an der technologischen Front oder Spitze (“technological frontier”) befindet.”
Der Wissenschaftler Aghion erklärt anhand der “technological frontier”, warum beispielsweise beim Eintritt der japanischen Automobilhersteller die deutschen Hersteller zu Innovationen angetrieben wurden und wieder aufholten, während die britischen Automobilunternehmen aufgeben mussten. Der technologische Abstand der deutschen Hersteller zur japanischen Weltspitze war einfach geringer als der der Briten.
Die verlinkte Studie des Roman Herzog-Instituts aus dem Jahr 2005 untersucht, wie Deutschland und 21 andere OECD-Staaten zu “Technological Frontier” stehen. Deutschland zählt dabei gemeinsam mit Japan zu den Schlusslichtern, während Korea und Irland zu den Aufholstaaten und Finland, Kanada oder die USA zählen.
Auffallend an der Definition ist die Beschränkung auf Produktionsprozesse, was doch im Bezug auf Innovationen zu kurz greift. Innovationen beziehen sich ja auf alle Prozesse zwischen Forschung und Vermarktung neuer oder verbesserter Produkte. Ebenso stört mich die Bezeichnung als “Grenze”. Ich würde bevorzugen, von “technologischer Schwelle” zu sprechen. Das klingt einfach überwindbarer.





















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