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Themenzyklen im Marketing eines Beratungsunternehmens

21. June 2010, 12:58 Uhr von Torsten Herrmann

Beratungsunternehmen kennen das: Manchmal werden andere Beratungsleistungen nachgefragt als sonst. Einfach gesagt gibt es zwei Situationen, in denen ein Unternehmen Berater holt:

  • um Wettbewerbsnachteile abzubauen, d. h. Kosten zu reduzieren, Arbeitsaufwände zu reduzieren, Ressourcenverschwendung zu vermeiden etc.
  • um Wettbewerbsvorteile aufzubauen, z. B. Produkt- oder Prozessinnovationen, Marketing und Vertrieb zu verstärken.

Was bedeutet das für das Marketing eines Beratungsunternehmen? Wie kann es die Konjunkturschwankungen für sich nutzen? Die nachfolgende Darstellung ist sehr schematisch, soll aber helfen, die dahinter stehenden Mechanismen zu verdeutlichen.

Wenn es einem Unternehmen schlecht geht oder die wirtschaftlichen Aussichten schlecht sind, werden Unternehmen zunächst eher dazu neigen, ihre Wetbewerbsnachteile abzubauen. Klassisch heißt das Kosten runter, Mitarbeiter entlassen, Niederlassungen schließen, Produkte vom Markt nehmen etc.

Eigentlich sollten sie natürlich mindestens genauso die Wettbewerbsvorteile im Auge haben und in neue Produkte investieren oder das Marketing und den Vertrieb stärken. Tun sie allerdings nicht oder erst etwas später, wenn die eigene Situation sich stabiliert hat oder die Wirtschaft langsam wieder Schwung annimmt.

Themenzyklus versus Umsatzyklus

Themenzyklus versus Umsatzyklus

Dementsprechend fordern Unternehmen von Beratern in Krisenzeiten eher die Kostenreduzierung und in den Boomzeiten eher Innovationen in neue Technologien etc.

Das Marketing eines Beratungsunternehmens muss sich daran anpassen. Allerdings mit einer gewissen Vorlaufzeit. Bei der Planung von Werbemaßnahmen, Seminaren oder auch der Öffentlichkeitsarbeit muss man antizipieren, in welcher Situation sich der Markt in einigen Monaten befinden könnte. Denn ein Kostenreduzierungsprogramm ist dann vielleicht weit weniger gefragt als im Moment der Marketingplanung.

Es gibt also eine Verschiebung des Themenzyklus gegenüber dem Beauftragungszyklus. Ein Thema wird groß, bevor es dann zu realen Umsätzen führt. Die Kurven beziehen sich jeweils auf ein Thema und das zugehörige Beratungsangebot. Für das Beratungsunternehmen ergeben sich also aus den verschiedenen Umsatzkurven der einzenen Beratungsangebote eine Gesamtumsatzkurve, die hoffentlich stabil ist oder noch besser steigt. Damit Sie jedoch stabil ist oder steigt, ist es notwendig, die Beratungsthemen und die jeweiligen Angebote zu variieren.

Das Ganze ist natürlich wesentlich komplexer, da es nicht eine kleine Auswahl an Themen gibt, zwischen denen man immer wieder wechseln könnte. Das Ganze wird übrlagert von Beratungs- oder Markttrends. Erinnern wir uns an Themen wie Lean-Management, Six Sigma oder Outsourcing: Plötzlich will das jeder und ein Beratungsunternehmen muss sich fragen, ob es und wann es diese Themen in seinem Marketing berücksichtigen will.

Dies gilt natürlich auch für Produkte oder andere Dienstleistungen, aber bei Beratungsunternehmen hat es den besonderen Effekt, dass die gleiche Mannschaft sowohl für den Abbau von Wettbewerbsnachteilen bzw. für den Aufbau von Wettbewerbsvorteilen eingesetzt wird.

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