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Usability Engineering beim Zahnarzt

28. June 2007, 13:47 Uhr von Torsten Herrmann

Heute Morgen war ich beim Zahnarzt und erhielt – neben einer Wurzelbehandlung – eine kleine Unterrichtung in Usability Engineering. Irgendwann sprang mein Zahnarzt auf und sagte mir, ich solle doch einmal “ausspülen”. Links von mir also das kleine Waschbecken mit zwei Hähnen und zwei Knöpfen. “Moment, wo soll ich denn drücken?” frage ich den Zahnarzt, als er aus der Tür entschwinden will. “Der Knopf näher am Becher”, antwortet er, “das fragt komischerweise jeder.”

Zugegeben, zwei Knöpfe, die Komplexität ist gering. Noch dazu ist das Risiko der Falschanwendung gleich null, da es ja nur zwei Möglichkeiten gibt. Entweder das Wasser läuft in das Waschbecken oder in den Becher. Außerdem haben die Entwicklungsingenieure die Knöpfe dort angebracht, wo sie hingehören. Nur beschriftet sind diese nicht.

Was haben aber die Ingenieure falsch gemacht, so dass ich unsicher war, auf welchen Knopf ich drücken solle? Ich glaube wirklich nichts. Denn sie gehen – und das ist wohl die Norm – davon aus, dass der Patient nicht zum Anwender wird. Dass sie angesichts des Respekts vor der Professionalität des Arztes (die ich beispielsweise empfinde) nicht auf irgendwelchen Knöpfen herum drücken und das auch nicht sollen. Bei meinem nächsten Usability-Engineering-Projekt – ich mache das manchmal bei Software- oder Webentwicklungen – werde ich daran denken.


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