Was Wave für PR-Agenturen bedeuten könnte
29. May 2009, 14:47 Uhr von Torsten HerrmannHeute hat Google ein neues Tool vorgestellt: Wave. Thomas Knüwer hat in seinem Beitrag Als Google dem Ballmer den Tag versaute schon zurecht darauf hingewiesen, wie Wave die Arbeit von Journalisten verändern könnte. Das gilt auch für PR-Agenturen. Aber soll ich mal ehrlich sein: Unsere Arbeit könnte es sogar revolutionieren. Ein paar schnelle Gedanken.
Wer es noch nicht gesehen hat: Hier die Präsentation:
- PR-Agenturen müssen im neuen PR 2.0 über vielfältige Kanäle kommunizieren, d. h. bloggen, twittern, Website-Redaktion für den Kunden, Presseinformationen in News-Services einstellen etc. Das alles könnte auf einen Schlag passieren, überall konsistent und wenn man irgendwo noch das alte Datum in einer Presseinformation stehen würde (auch ich bin menschlich), dann würde es eine Minute später korrigiert sein.
- PR-Agenturen müssen die Kommunikation mit zwei Seiten koordinieren: Dem Kunden und der Öffentlichkeit in Gestalt von Journalisten, Analysten, Bloggern und anderen Mikro-Multiplikatoren. Diese nutzen zahlreiche digitale Kanäle wie Blogs, Online-Medien, Twitter, Diskussionforen etc. Alle Reaktionen – ob sie per Email kommen oder per Kommentar eines Bloggers im Firmenblog: Mit Wave wäre alles übersichtlich in einer Plattform überschaubar und koordinierbar. Ich müsste keine Hinweise mehr in einer Datenbank eintragen, dass ich irgendwo irgendwas kommentiert habe, Clippings in der nächsten Software bearbeiten, Kommunikation in Form von Emails dokumentieren, Bilder verwalten etc. Alles würde einmal in einer einzigen Plattform geschehen. Wave wäre die genialste Agentur-Kommunikationsverwaltung ever. Gerade koordiniere ich z. B. einen Beitrag zwischen einem Kunden, dem Kunden meines Kunden und einem Redakteur einer Fachzeitschrift. Jedes mal muss ich mir überlegen, wenn ich als erstes, zweites, drittes anrufe, um ein verändertes Bild zu besprechen. Jedes mal erreiche ich irgendwen nicht. Das wäre auf einer Wave-Plattform um vieles leichter.
- PR-Agenturen müssen ihre Projekte verwalten: Dazu gehört die Texterstellung und -freigabe, Planung, Dokumentation etc. Das ganze mit Mitarbeitern, externen/freien Mitarbeitern, Kunden und Partnern. Das alles wäre mit Wave um vieles leichter.
- PR-Agenturen müssen Texte koordinieren: Eine nervige Aufgabe – vor allem wenn man über PR hinaus geht und Kunden auch in Marketing & Neukundengewinnung unterstützt – ist, Texte überall konsistent zu halten. Von irgendwo kommt ein neues Detail aus dem Produktmanagement, das Feature x nun doch nicht kommt. Dann muss ich das in Broschüpren, Websiten, Presseinformationen, Hintergrundinformationen, einfach überall aktualisieren. Kein Problem mehr.
- PR-Agenturen müssen PR-Krisen bewältigen. Wer sich einmal angeschaut hat, wie eine Welle an Kommunikation durch Twitter oder Blogs gerolllt ist und überall wird ein Unternehmen kritisiert, würde sich ein zentrales Tool wünschen um diesem Ansturm gerecht zu werden. Die Manpower hinter einer solchen Welle ist weit größer als jede Kommunikationsabteilung. Wenn man hier schneller reagieren könnte, wäre es viele Euros wert.
Wave hat das Potenzial, PR 2.0 effizient zu machen. In der Konsequenz bedeutet das, dass wir in einer PR-Kommandozentrale sitzen werden und die Kommunikation mit den verschiedenen Stakeholdern führen, dokumentieren, reagieren, überwachen etc. Vor allem könnten wir kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren. Wow, oder denke ich jetzt schon ein wenig weit?
Sonstige Konsequenzen wären z. B.:
- Weniger Jobs für Leute, die in Agenturen nicht kommunizieren
- Schwierigkeiten für alle Anbieter von Agentursoftware
- Schonungsloses Offenlegen aller Fehler
- Stärkung kleiner Dienstleister, da keine Investitionen in tausend Dienste, Agentursoftware und Mitarbeiter























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