Quantcast
AGENTUR SOFTWARE DOWNLOADS BLOG GLOSSAR ENGLISH KONTAKT
 

Web 3.0: Netzneutralität oder Pricingproblematik der Infrastuktur-Anbieter

07. December 2006, 20:01 Uhr von Torsten Herrmann

Aktuell ist auf Spiegel online ein Artikel über die sogenannte Netzneutralität erschienen. Diese besagt, dass die Infrastrukturanbieter des Internets, in Deutschland also vor allem die Deutsche Telekom, jeden Nutzer des Internet gleich behandeln müssen und dass die Content-Provider nichts für die Einspeisung ihrer Informationen (und damit zum Teil ihrer Produkte) zahlen müssen. Bei den beobachtbaren Preissenkungen im DSL-Bereich ist es kein Wunder, dass früher oder später (als ehemaliger Monopolist vielleicht früher) die Margen für die Infrastruktur-Anbieter wegbrechen müssen. Also gibt es als Preismodell nur zwei verschiedene Ansätze, die beide die Netzneutralität, wonach ja das Netz allen gehört, durchbrechen. Entweder die Content-Provider zahlen oder die Nutzer. Die Preissensibilität der Nutzer lässt ein verändertes Preismodell schwierig erscheinen, wie man gerade bei den Preismodellen für die mobile Internet-Nutzung sehen kann. Die Zahlen sind mickrig, die Konsumenten nutzen ihre Mobiltelefone hauptsächlich zum Telefonieren und zum SMS-Schreiben. Eigentlich wären die Content-Anbieter dran, also vor allem all die, die im Internet Geld verdienen, seien es die Social Communitys a la OpenBC/XING oder StudiVZ, die Aggegatoren a la Google oder E-Commerce-Anbieter wie Amazon. Da ich selbst in der realen Welt für die Möglichkeit Dienstleistungen anzubieten zahlen muss (Gewerbesteuer, IHK-Gebühren oder für Großunternehmen Zertifikate für die Umweltverschmutzung etc.), halte ich Gebühren für die Nutzung des Internets für vertretbar. Gerade die Aggegatoren, die selbst ja keinen oder kaum Content erstellen, wären da an der Reihe. Die Diskriminierung von kleinen Anbietern oder Bloggern und Foren halte ich für vermeidbar, in dem man die Gebühren volumenabhängig gestalten würde. Und wenn sich die Content-Anbieter lange wehren, werden am Ende die Nutzer doch zahlen müssen. Zumindestens wenn die Reglulierungsbehörden da mitspielen.


Kommentar posten