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Weltstadt Frankfurt am Main

04. August 2007, 10:10 Uhr von Torsten Herrmann

Ich lese derzeit “The Flight of the Creative Class” von Richard Florida, die Fortsetzung seines Grundlagenwerks “The Rise of the Creative Class“. In diesem geht es um die óbertragung seiner Thesen auf den weltweiten Maßstab. Er zitiert dort eine Studie US-Amerikanischer und britischer Forscher. In dieser Arbeit sortieren sie 116 Städte weltweit nach verschiedenen Kriterien wie Direktflugverbindungen, Energieverbrauch, Anzahl Firmenzentralen etc. in drei Gruppen von “world cities”, wobei die erste Gruppe sich noch einmal unterteilt. Ziel ist es also die stärksten Städte weltweit zu bestimmen. Demnach gibt es eine Topgruppe an vier “Weltstädten”: New York, London, Tokyo, Paris. Das überrascht wenig und diese Gruppe dürfte seit vielen Jahren stabil sein. Es folgen in der ersten Gruppe: Chicago, Los Angeles, Frankfurt am Main, Hong Kong, Mailand und Singapur. Frankfurt ist also als einzige Stadt in den Top-10 und auch erst in der drittstärksten Gruppe folgen Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Nur wo ist München? Die bayrische Landeshauptstadt hätte ich höher erwartet als Düsseldorf, vielleicht auch als Berlin. Auch Genf und Zürich in der Schweiz sind stark vertreten, zumal wenn man deren geringe Größe betrachtet. In der Tat sehe ich, dass neben meinem Bruder immer mehr Bekannte und Freunde in die Schweiz ziehen. Wien fehlt in den drei Topgruppen.

Auch andere Untersuchungen von Richard Florida wie auch von anderen Wissenschaftlern führen Frankfurt als einzige deutsche Stadt immer recht weit oben auf. So auch der komplexe Mosaic Index von Lisa Benton-Short et al. (2004), der die Anzahl an Menschen mit Geburtsorten außerhalb des jeweiligen Landes bewertet. Die Gewichtung beinhaltet Kriterien wie Abstand zum Heimatland sowie Heterogenität dieser Gruppe. Hier kommt Frankfurt auf einen neunzehnten Platz, während die Topgruppe New York, Toronto und Dubai beinhaltet. Die arabische Emiratshauptstadt hat übrigens mit 82 Prozent den höchsten Ausländeranteil, während Frankfurt bei 28 Prozent liegt. Eingebürgerte Ausländer sind dabei aber – so ich nicht irre – nicht mitgezählt, was ein statistischer Fehler sein könnte.

Gute Zusammenfassungen von Richard Floridas Thesen bezüglich Deutschland und Frankfurt am Main finden sich inBrand eins, The Thing und auf der IHK-Seite.


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