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XING-Unternehmensprofile als PR-Aufgabe

17. April 2009, 13:48 Uhr von Torsten Herrmann

Die Social-Media-Plattform XING führt Unternehmensprofile ein. Diese sind bislang nur für Premium-Nutzer in einer Beta-Version sichtbar. Die neuen Profile werden ab einer bestimmten Firmengröße automatisch aus den Profilen der einzelnen Mitarbeiter generiert. Die Regeln, nach denen die Profile zusammengestellt werden, sind wohl noch unbekannt und der Sinn einiger Angaben wie durchschnittliche Firmenzugehörigkeit oder Karrierelevel der Mitarbeiter wird in den Foren diskutiert. Lassen wir diese Details einmal beiseite, so ergibt sich daraus vor allem eins: Eine neue Aufgabe für PR-Leute.

Offensichtlich erstellt das System die Angaben über das Unternehmen aus den “Ich biete”-Angaben der Mitarbeiter. Dahinter steht so eine Art Crowdsourcing-Ansatz oder auch: Was technisch möglich ist, machen wir auch. Wenn nun der Buchhalter “Buchhaltung” und der IT-Mitarbeiter “Softwareentwicklung” angeben, ist dies für ihre Positionen und Karriere vollkommen richtig. Es macht aber unter Umständen aus einem Versicherungsunternehmen einen Softwaredienstleister. Auch wenn bei XING zum einen die Branche angegeben ist und zum anderen richtig steht “Mitarbeiter dieses Unternehmen bieten”, so will ich als PRler doch, dass dort die Angebote meiner Firma (meiner Kunden) herauskommen. Zumal die Branchenzugehörigkeit sehr breit angelegt ist. Bei einer Stichprobe eines mir bekannten Unternehmens fand sich entsprechend kein Wort über das tatsächliche Produktangebot, statt dessen Begriffe wie Kontakte, Kreativität oder Auslandserfahrung. Das bringt natürlich niemandem bei seiner Suche weiter.

Sobald die Generierungsregeln klarer werden, werden die PR-Abteilungen beginnen, die Profile der Mitarbeiter zu beeinflussen. Es gibt sicherlich schon in einigen Firmen Richtlinien für die Mitarbeiter bei den Angaben in XING. Diese werden mit Sicherheit demnächst verschärft und sich stärker verbreiten. Im Umkehrschluss werden die persönlichen Profile der Mitarbeiter ungenauer und unpersönlicher. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, das zu vermeiden, sind Unternehmens-Accounts, mit denen die Angaben verwaltet werden können. Ohne das Aufsetzen eines neuen Produkts wird dies kaum möglich werden, denn der Administrationsaufwand seitens des Anbieters ist mit Sicherheit enorm: Wer bekommt diese Administrationsrechte, wer nicht etc. Dann aber ist der eigentlich ganz nette Generierungs-Ansatz zumindest für diesen Bereich der Unternehmensprofile hinfällig und diese werden so marketinglastig (und häufig unspannend) wie die Webseiten der Anbieter.

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Dieser Eintrag wurde am 17. April 2009 um 13:48 Uhr geschrieben und ist unter gelistet. Sie können alle Einträge über den RSS 2.0 Feed abbonieren. Sie können einen Kommentar posten.


2 Kommentare zu “XING-Unternehmensprofile als PR-Aufgabe”

  1. Gehrmann PR schrieb:

    Die Frage ist, inwieweit Mitarbeiter persönliche Profile verändern und ob derartige Richtlinien arbeitsrechtlich durchsetzbar sind. Im Zweifelsfall geht dann die PR nämlich nach hinten los…

    Letzlich handelt es sich bei XING um ein persönliches Profil eines Mitarbeiters und liegt nicht im Einflussbereich des Arbeitsgebers (sofern der Mitarbeiter keine ehrverletzenden Äußerungen tätigt oder gezielt falsche Informationen bereitstellt).

    In einigen Firmen wird zwar durch Verteiler bereits versucht, ein einheitliches Bild bei der Firmendarstellung zu schaffen – nur wenn die Mitarbeiter nicht wollen hat die PR-Abteilung schlechte Karten – weisungberechtigt ist der AG in diesem Falle nicht.

  2. Torsten Herrmann schrieb:

    Vielen Dank, Herr Kollege, für den Hinweis. In der Tat müssten das Arbeitsrechtler erstmal klären.

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