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Inbound-Marketing: You (never) get a second chance …

09. November 2009, 18:33 Uhr von Torsten Herrmann

Eine der typischen Werbeweisheiten heißt: “You never get a second chance to make a first impression”, zu deutsch: “Du bekommst keine zweite Chance, beim ersten Mal zu beeindrucken”. Es liegt in der Logik der Aussage, dass dies immer stimmt. Aber die Konsequenzen unterscheiden sich. In der Welt des Outbound-Marketings (oder Interruption-Marketing), also der Unterbrecher-Werbung, führt diese Weisheit zu schnellen Urteilen. Entweder man überzeugt beim ersten Mal oder es ist vorbei. Meistens zumindest. Wenn ich einmal ein Werbemailing aufgemacht habe und festgestellt habe, dass mich das Angebot nicht interessiert, werde ich jedes weitere Mailing ungeöffnet löschen oder wegwerfen. Gleiches gilt für Anzeigen, für Webseiten, etc. Bei Outbound-Marketing muss man sehr schnell aufgrund äußerer Signale entscheiden, ob man dem Unternehmen seine Aufmerksamkeit schenkt oder nicht.

Im Inbound-Marketing gilt das nicht so ausschließlich. Denn hier zählt der Content. Und bei dem ist häufig erst auf den zweiten Blick der Absender zu erkennen. Das hat Vor- und Nachteile. Wenn jemand einen Beitrag bei Twitter verlinkt, wird die URL – die auf den Absender hinweist – verkürzt und damit verfremdet. Wenn nun der Anwender aufgrund eines Themas auf eine Website kommt, wird er nicht so schnell wieder wegklicken, wie er ein Mailing löscht. Oder wenn der eigene Blogbeitrag in einem anderen Blog verlinkt und besprochen wird. Dies ist zwar nicht quantitativ belegt, sondern nur eine Behauptung, aber ich glaube sie stimmt. Oder sogar immer wieder. Wenn es um Inhalte geht, hat man mehr als eine Chance. Weil der Modus, mit dem jemand Inhalte rezipiert, ein anderer ist. Weil jeder weiß, dass nicht jeder Inhalt immer der weltbeste ist und daher mit einer anderen Erwartungshaltung an einen Text geht. Er wird zwar nicht so eine hohe Erwartung haben, aber er verteilt immer wieder Chancen. Auch in Diskussionsforen passiert mir das immer wieder: Ich lese einen Beitrag und merke erst im Nachhinein, dass der Schreiber mir irgendwann schon mal als langweilig aufgefallen war. Dieser Diskussionsbeitrag jedoch hat es in sich und ich gehe vielleicht auf die Website. Man muss nicht immer alles auf den ersten Blick lieben. So wie im echten Leben. Da verliebt man sich vielleicht auch auf den zweiten, dritten oder hundertsten Blick. So kann man sich mit Inbound-Marketing langsam ein zuverlässiges Image aufbauen, selbst wenn der Aufbau mal stolpert.

Update: Allerdings ist noch etwas zweites notwendig: Das Versprechen, dass bei einem Besuch der Website beim nächsten Mal etwas neues zu finden sein wird. Dazu darf die Website nicht wie früher statisch sein, sondern sich kontinuierlich weiter entwickeln. Ein ideales Instrument dafür ist ein Blog. Blogs werden regelmäßig erweitert (dieses in den vergangenen Wochen leider zu wenig), d. h. jemand kann hin und wieder oder sogar regelmäßig auf der Website vorbeischauen und wird etwas neues finden. Alternativ funktioniert dies natürlich auch über Twitter oder Slideshare, im eingeschränkten Maße auch über Statusmeldungen bei XING oder Linked-In sowie über neue Download-Angebote.

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