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chain relations Agentur & Beratung Neukundengewinnung für B2B

Demand Generation und Account-based Marketing für B2B-Unternehmen

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Eine Kundenbefragung erstellen – wie funktioniert das bei Jobs-to-be-Done?

Startseite » Jobs-to-be-Done: Die Methode, um Kundenbedürfnisse zu ermitteln » Eine Kundenbefragung erstellen – wie funktioniert das bei Jobs-to-be-Done?

Jobs-to-be-Done (JTBD) ist eine Analysemethode, mit der Unternehmen herausfinden, warum Kunden ihre Produkte oder Dienstleistungen beziehen. Die Basis dafür schaffen einerseits Interviews, bei denen an der Kaufentscheidung beteiligte Personen ausführlich über ihre Customer Journey befragt werden. Andererseits können Unternehmen (oft ergänzend dazu) eine Kundenumfrage erstellen, die ihre Interview-Ergebnisse um quantitative Daten ergänzt.

Kundenbefragungen sind wesentlicher Bestandteil des Jobs-to-be-Done-Frameworks. Im Vergleich zu „herkömmlichen“ Umfragen im B2B-Umfeld bilden sie einen Sonderfall.

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Während sich Befragungen klassischerweise auf Aspekte wie Kundenservice oder die Wahrnehmung von Produkten fokussieren (häufig anhand einer Skala von 1 bis 10), soll JTBD herausarbeiten, welchen „Job“ (in dem Fall der Fortschritt, den der Kunde mit einem Produkt oder einer Dienstleistung erreichen will) die Mitglieder des Buying Centers erledigen wollen. Dies erfordert andere Fragen und Strategien als bei konventionellen Umfragen.

Was ist ein Job to be Done?

Wie können B2B-Unternehmen bei JTBD eine Kundenbefragung erstellen?

Die Erstellung von Kundenumfragen für Jobs-to-be-Done umfasst im Wesentlichen vier Schritte:

Kundenumfragen mit Jobs-to-be-Done.

1. Kontakte für Kundenbefragung auswählen

Die erste Aufgabe besteht darin, passende Kontakte für die Kundenbefragung auszusuchen. Im Idealfall richten Sie Ihre Umfrage an Bestandskunden, die möglichst genau mit Ihrem Ideal Customer Profile (ICP) übereinstimmen.

Ein ICP ist die hypothetische Beschreibung eines Unternehmens, das den größten Nutzen aus Ihrem Angebot zieht. Was diesen Idealkunden auszeichnet, finden Sie anhand der folgenden Fragen heraus:

  • Für die Herausforderungen welcher Unternehmen ist Ihr Angebot prädestiniert?
  • Welche Merkmale (Größe, Branche etc.) sind charakteristisch für diese Unternehmen?
  • Mit welchen Kunden haben Sie bisher die lukrativsten Geschäfte getätigt?
  • Welche Merkmale deuten darauf hin, dass jemand kein idealer Kunde ist?

Ein ICP liefert einem Anbieter eine hohe Rentabilität sowie eine intrinsische Befriedigung. Ein x-beliebiges Unternehmen, für das Sie Standardleistungen vollbringen, wird kaum ein Idealkunde sein. Schließlich soll dieser Sie aufgrund seiner besonders guten Customer Experience auch weiterempfehlen.

Für Jobs-to-be-Done müssen Sie Personen in Unternehmen befragen, die an der Entscheidung für oder gegen Ihr Angebot beteiligt gewesen sind. Der Entscheidungsprozess liegt im Idealfall nicht länger als 6 bis 18 Monate zurück, sollte aber auch nicht gerade erst abgeschlossen sein. Die Person muss bereits einschätzen können, inwiefern die Investition ihren Job-to-be-Done erleichtert respektive erfüllt hat.

Damit Ihre Umfrage aussagekräftig ist, müssen Sie eine ausreichend große Zahl an Kunden anschreiben. Da die Resonanz auf solche Befragungen in der Regel zwischen 10 und 25 Prozent liegt, empfiehlt es sich, mindestens 200 Personen zu kontaktieren. Ziel sind mindestens 50 qualifizierte Antworten.

Tipp: Anreize schaffen

Nicht alle Ansprechpartner*innen haben Zeit und Lust, im Tagesgeschäft einen externen Fragebogen auszufüllen. Ratsam ist, einen Anreiz zu schaffen, an der Umfrage teilzunehmen. Beispielsweise könnten Sie unter allen Teilnehmenden etwas verlosen. Mit Blick auf die inzwischen üblichen Compliance-Regeln in größeren Unternehmen dürfen solche Belohnungen allerdings nicht zu groß ausfallen.

2. Fragebogen definieren

Als nächstes konzipieren Sie den Fragebogen für Ihre Umfrage. Versuchen Sie, die Fragetypen konstant zu halten. Bei JTBD sind grundsätzlich offene Fragen zu bevorzugen, ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten. Schließlich wollen Sie erfahren, welche Jobs und Meilensteine charakteristisch für die Customers Journey Ihrer Kunden sind. Geschlossene Fragen (z. B. nach Position, Alter oder Branche) spielen hingegen, wenn überhaupt, am Anfang des Fragebogens eine Rolle. In der Regel können Sie diese Informationen (falls relevant) aus Ihrem CRM-System ziehen.

Wichtig ist, dass Ihre Fragen sich auf jede Stufe Customers Journey beziehen. Welches Problem wollte die Person lösen? Welche Alternativen standen ihr dafür offen? Wie hat sie recherchiert? Warum entschied sie sich am Ende für Sie als Anbieter? Und wurde der Job aus ihrer Sicht am Ende zufriedenstellend erledigt?

Bei der Erstellung des Fragebogens empfiehlt es sich, die KISS (Keep it short and simple)-Methodik im Hinterkopf zu behalten. Ihre Fragen sollten demnach möglichst verständlich, kurz und unkompliziert sein, damit die Teilnehmenden den Fragebogen nicht frustriert beiseitelegen.

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Auch Vorlagen aus dem Internet gilt es zu vermeiden, da die Formulierung der Fragen auf die individuellen Eigenheiten Ihres Produktes oder Services zugeschnitten sein sollten. Bei einem physischen Produkt ergibt es zum Beispiel wenig Sinn, danach zu fragen, wann die Teilnehmenden sich entschlossen haben, eine Demo zu buchen.

Dazu gilt: Sie fragen nicht nach Meinungen, sondern nach Erfahrungen! Es geht nicht darum, Kunden eine Plattform für Verbesserungsvorschläge zu bieten. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen, die das Unternehmen bislang mit Ihnen als Anbieter innerhalb der Buyer’s Journey und als Neukunde gesammelt hat.

Tipp: Zahl der Fragen überschaubar halten

Ein Fragebogen mit offen gestellten Fragen kostet Kunden schnell 20 oder mehr Minuten Zeit. Deswegen sollten Sie versuchen, sich bei Ihren Fragen auf die wesentlichen Aspekte der Customers Journey zu konzentrieren. Auch wenn es verlockend ist, bei dieser Gelegenheit Kundenzufriedenheit oder Verbesserungsvorschläge abzufragen, sollten Sie dafür lieber eine gesonderte Umfrage aufsetzen. Andernfalls gefährden Sie die Antwortbereitschaft und in letzter Konsequenz die Qualität Ihrer Jobs-to-be-Done-Analysen.

3. Plattform auswählen und Kundenumfrage erstellen

Für die Durchführung Ihrer Kundenbefragung stehen Ihnen mehrere Kanäle zur Verfügung. Sie können Ihren Fragebogen

  • per E-Mail an ausgewählte Kontakte versenden,
  • auf Ihren Social-Media-Kanälen promoten,
  • auf Ihrer Webseite bewerben oder
  • über Sales-/Account-/Customer-Success-Manager:innen aktiv bei den Kunden platzieren.

Oft ergibt es Sinn, alle vier Kanäle zu kombinieren. Allerdings sollten die Teilnehmenden nicht zu stark von den Kriterien abweichen, die Sie bei der Wahl passender Kundensegmente definiert haben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Ihre Ergebnisse verwässern.

Was die Umsetzung betrifft, haben Sie die Wahl zwischen einer Vielzahl an z. T. kostenfreien Software-Lösungen, die Erstellung, Distribution und Auswertung der Umfrage in einem Tool vereinen. Da Sie sich bei JTBD auf offen gestellte, den Entscheidungsprozess betreffende Fragen konzentrieren, kann es aber auch reichen, eine Kombination aus Word oder Excel bzw. ausfüllbaren PDF-Dokumenten sowie Marketing Automation zu nutzen.

4. Kundenumfrage versenden

Wenn Sie Ihre Kundenumfrage erstellt haben, geht diese im letzten Schritt per E-Mail raus an Ihre Kunden.

Im letzten Schritt geht es darum, die Umfrage an Ihre Kontakte zu schicken. Gerade bei Jobs-to-be-Done ist es wichtig, die E-Mail nicht via Newsletter oder einer „info@“-Adresse zu versenden, sondern von einem realen, im Idealfall vertrauten Mitarbeiter-Account. Authentizität ist hier ein nicht zu unterschätzender Faktor. Zudem sollten Sie unbedingt erläutern, welche Ziele Sie mit der Befragung erreichen wollen.

Kontakten, die nicht auf Ihre E-Mail reagiert haben, sollten Sie nach ein bis zwei Wochen mit einer Follow-Up-Mail an Ihre Befragung erinnern. Wenn nach maximal zwei Erinnerungen kein Feedback zurückkommt, sollten Sie die Sache jedoch auf sich beruhen lassen.

Tipp: Den richtigen Zeitpunkt wählen

Bewährt hat es sich, Kundenumfragen am Anfang der Woche zu versenden. Wenn Ihre E-Mail montagmorgens im Postfach Ihres Kontaktes landet, befasst er oder sie sich damit wesentlich wahrscheinlicher als am Freitagabend. Urlaubszeiten und Feiertage sollten Sie bei der Planung ebenfalls berücksichtigen.

Fazit: Wenn Sie Kundenbefragungen durchführen, ist das der erste Schritt für mehr Kundenzufriedenheit

Kundenumfragen runden das Bild, das Sie sich bei JTBD von Ihrer Zielgruppe machen, inhaltlich ab. Die Informationen, die Sie durch diese Form der Befragung erhalten, mögen nicht dieselbe Tiefe erreichen, wie dies bei Interviews der Fall ist. Dafür lassen sich aufgrund der größeren Zahl an Antworten Muster erkennen, die für die Segmentierung bei Jobs-to-be-Done sowie die Entwicklung von Guidelines für E-Mail-Messaging oder Content-Erstellung in der Regel von hohem Wert sind.

FAQ: Kundenbefragung für Jobs-to-be-Done im B2B

Was ist eine Kundenbefragung im Kontext von Jobs-to-be-Done (JTBD)?

Eine Kundenbefragung für Jobs-to-be-Done ist keine klassische Zufriedenheitsumfrage, sondern ein ergänzendes Werkzeug zu Interviews, um den „Job“ der Kunden besser zu verstehen – also den Fortschritt, den sie mit Ihrem Produkt oder Service erreichen wollen. Statt Sternebewertungen oder NPS abzufragen, stehen Erfahrungen entlang der Customer Journey, Entscheidungswege, Alternativen und das Erleben nach der Investition im Mittelpunkt.

Welche Kontakte sollte ich für eine JTBD-Kundenbefragung auswählen?

Idealerweise richten Sie Ihre JTBD-Kundenumfrage an Personen aus Unternehmen, die Ihrem Ideal Customer Profile (ICP) entsprechen und in den letzten 6–18 Monaten an der Entscheidung für oder gegen Ihr Angebot beteiligt waren. Um genügend aussagekräftige Antworten zu erhalten, sollten Sie – bei typischen Rücklaufquoten von 10–25 % – mindestens rund 200 geeignete Kontakte anschreiben, um etwa 50 qualifizierte Antworten zu erzielen.

Wie sollte ein Fragebogen für eine JTBD-Kundenbefragung aufgebaut sein?

Bei Jobs-to-be-Done dominieren offene Fragen ohne Antwortvorgaben. Sie fragen nicht nach Meinungen, sondern nach konkreten Erfahrungen: Auslöser, Probleme, Alternativen, Rechercheverhalten, Gründe für oder gegen Sie als Anbieter und ob der Job aus Sicht der Person erfüllt wurde. Halten Sie sich dabei an KISS („Keep it short and simple“): klare, verständliche Formulierungen, eine überschaubare Zahl an Fragen und nur wenige Basisdaten – alles Weitere holen Sie aus CRM oder Interviews.

Über welche Kanäle sollte ich eine JTBD-Kundenumfrage versenden?

Sie können Ihren Fragebogen per E-Mail direkt an ausgewählte Kontakte schicken, über Social Media bewerben, auf Ihrer Website platzieren oder durch Sales-, Account- oder Customer-Success-Manager:innen persönlich einführen. Wichtig ist, dass die Umfrage von einer realen Person (nicht von einer „info@“-Adresse oder einem Newsletter-Versand) kommt, der Zweck transparent erläutert wird und Sie ein bis zwei höfliche Follow-ups einplanen, falls keine Reaktion erfolgt.

Warum sind JTBD-Kundenbefragungen so wertvoll für Marketing und Vertrieb?

Kundenbefragungen im Jobs-to-be-Done-Kontext ergänzen qualitative Interviews um breitere Muster: Sie helfen, Jobs-Segmente zu schärfen, wiederkehrende Meilensteine und Hürden in der Customer Journey zu erkennen und Guidelines für Messaging, E-Mail-Sequenzen und Content-Formate abzuleiten. Auch wenn die Antworten weniger tief sind als in Tiefeninterviews, liefern sie eine wichtige quantitative Stütze für Ihre JTBD-Analyse und machen Ihre Segmentierung, Content-Strategie und Neukundengewinnung deutlich fundierter.

Torsten Herrmann Avatar

Torsten Herrmann

Geschäftsführender Gesellschafter chain relations GmbH

Torsten Herrmann ist Berater für Neukundengewinnung im B2B und Geschäftsführer von chain relations.
Er verbindet im Marketing Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing und Sichtbarkeit in KI-Assistenten mit Customer-led Growth und Jobs-to-be-Done – immer entlang echter Customer Journeys.
In der Vertriebsberatung analysiert er, warum Sales gewinnt, verliert oder ein Case versandet, baut darauf Wissen über B2B-Kaufentscheidungen auf und befähigt Vertriebsteams, die Entscheidungsdynamik im Buying Center zu erkennen und die Entscheidungsvorbereitung zu unterstützen.
Seine Arbeit richtet sich vor allem an Software- und SaaS-Anbieter, Beratungsunternehmen sowie die Hightech-Industrie.
Buchautor „Lasst die Kunden kommen", Podcaster, Autor mehrerer Fachbuchbeiträge im Springer-Verlag und Verleger des B2B-Agenda Verlags.

Areas of Expertise: Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing,Generative Engine Optimization (GEO), Sales Enablement, Buyer Enablement, Win-Loss-Analyse, Buying-Center-Analyse, B2B-Kaufentscheidungen, qualitative Marktforschung, Context Selling, Jobs-to-be-Done, Customer Journey Analyse, Saas Marketing, Professional Services Marketing, Dienstleistungsmarketing
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