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chain relations Agentur & Beratung Neukundengewinnung für B2B

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Message Market Fit: Die Kunst, die richtige Botschaft zu finden

Startseite » B2B SaaS Marketing: So gewinnen Sie Kunden im Software-Markt » Message Market Fit: Die Kunst, die richtige Botschaft zu finden

Geschäftskunden werden mit Angeboten und Verkaufsbotschaften förmlich überflutet. Allgemeine Informationen und pauschale Nutzenversprechen sind in diesem Umfeld kontraproduktiv, denn sie gehen in der Masse viel zu schnell unter. Das gilt besonders für B2B-SaaS-Anbieter, deren Lösungen nahezu ausschließlich digital recherchiert, getestet und verglichen werden – häufig, bevor überhaupt ein Kontakt zu Sales zustande kommt. Wer dem entgegenwirken will, muss einen möglichst hohen Message Market Fit erreichen.

Was ist ein Message Market Fit?

Message Market Fit (MMF) ist eines der Kernziele kundenzentrischer Marketing- und Vertriebsstrategien. Erstrebt wird ein Messaging, das genau zu den Bedürfnissen, Wünschen und Problemen der Kunden passt. Im SaaS-Marketing bedeutet das, die gesamte Journey – vom ersten Besuch auf der Website über Free Trial, Demo oder Proof of Concept bis hin zu Onboarding, Adoption und Verlängerung des Abos – konsistent mit passgenauen Botschaften zu begleiten. Das betrifft die Value Proposition des Anbieters, aber auch seine weiteren Aktivitäten im Content Marketing sowie die Kommunikationsstrategie des Vertriebs.

Message Market Fit im B2B-SaaS-Umfeld

In der Theorie besteht ein idealer Message Market Fit aus drei Bestandteilen:

  1. Mehrwert: Welchen Job erledigt das Produkt oder die Dienstleistung – etwa welche manuellen Workflows eine SaaS-Lösung digitalisiert oder automatisiert? Warum lohnt es sich für Geschäftskunden, das Angebot zu untersuchen?
  2. Alleinstellungsmerkmal: Warum ist der Anbieter für die Lösung des Problems besser geeignet als andere – sowohl bezogen auf den Lösungstyp (z. B. ein ERP-System) als auch auf den Anbieter selbst (Lösungskompetenz, Branchenerfahrung, strategisches Vorgehen, Integrationsumfang, Time-to-Value, Datensicherheit, User Experience etc.)?
  3. Perspektive: Welche Werte sind dem Anbieter wichtig? Welche Mission verfolgt er für seine Kunden?

Die „Perspektive“ deckt sich bei vielen Anbietern teilweise mit dem Mehrwert, den die Lösung bietet. Nicht jedes Angebot macht die Welt sicherer, sauberer oder zukunftsfähiger. Oft reicht es, zu betonen, dass man den Arbeitsalltag seiner Kunden in einem Bereich erleichtern oder das Zusammenspiel zwischen Menschen verbessern will. Im B2B-SaaS-Kontext kann das zum Beispiel bedeuten, Themen wie partnerschaftliche Zusammenarbeit im Customer Success, Transparenz bei Daten und Sicherheit oder eine gemeinsame Produkt-Roadmap in den Mittelpunkt der Kommunikation zu stellen.

MMF ist nicht gleich Value Proposition

Ein Message Market Fit ist nicht auf kurze Botschaften beschränkt. Die dahinterstehende Logik muss sich durch das gesamte Content Marketing sowie die vertriebliche Kommunikation ziehen. Das betrifft beispielsweise auch Veröffentlichungen im Blog, Social Media Aktivitäten oder Präsentationen, die der Sales bei potenziellen Kundenunternehmen hält. Für SaaS-Unternehmen gehören dazu ebenso Free-Trial-Flows, In-App-Messages, interaktive Product Tours, Release Notes und Customer-Success-Playbooks, die alle derselben Kommunikationslogik folgen sollten.

Warum ist ein Message Market Fit wichtig?

Marketing- und Vertriebsteams kommunizieren in vielen B2B-Unternehmen an der Zielgruppe vorbei. Typisch ist beispielsweise, dass sie sich zu stark auf ihr Angebot konzentrieren und vernachlässigen, welchen Mehrwert das Produkt oder die Dienstleistung für Anwender:innen hat. Passend dazu bekommen es potenzielle Kunden in der Kommunikation oft mit Allgemeinplätzen und Buzzwords zu tun. Im SaaS-Marketing zeigt sich das besonders in reinen Feature-Listen („mit KI“, „10 neue Integrationen“), die zwar technisch beeindruckend klingen, aber nicht klar machen, welchen konkreten Fortschritt sie für bestimmte Use Cases und Rollen ermöglichen. Sie erschweren es den Empfänger:innen, den wahren Wert des Angebotes zu erschließen („Unsere Software hilft Ihnen, mehr Umsatz zu generieren“).

Botschaften, die nicht zu den Anforderungen der Zielgruppe passen, waren in Marketing und Vertrieb schon immer problematisch. Das ist kein neues Phänomen. Die Konsequenz daraus – verschenktes Potenzial – wird sich in den kommenden Jahren aber stärker bemerkbar machen. In wiederkehrenden SaaS-Abomodellen erhöht schwaches Messaging zudem das Risiko, dass Kund:innen bei Vertragsverlängerungen neu evaluieren und zu Wettbewerbern wechseln (Churn), weil der wahrgenommene Mehrwert nicht klar genug ist.

MMF entlang der SaaS-Customer-Journey: Trial, Onboarding, Renewal

Im B2B-SaaS-Umfeld beginnt diese Reise meist auf der Website oder über einen Content-Touchpoint, führt über Free Trial, Freemium oder Demo und setzt sich im produktnahen Onboarding fort. Ein klarer Message Market Fit sorgt dafür, dass diese Stationen wie ein roter Faden wirken: Kund:innen verstehen zu jedem Zeitpunkt, welchen nächsten Schritt sie machen sollen, welchen konkreten Mehrwert er bringt und wie sich der erwartete Fortschritt später in Renewal, Erweiterung des Vertrags oder zusätzlichen Use Cases niederschlägt.

Im SaaS content Marketing beobachten wir schon seit einigen Jahren, dass Entscheider:innen in der Buyer’s Journey Schwierigkeiten haben, aus der Masse an zur Verfügung stehenden Informationen das Richtige herauszufiltern. Man spricht in diesem Kontext vom Content Shock. Dieser wird sich aller Voraussicht nach weiter verschärfen. Unternehmen, die mangels Ressourcen bislang wenig bis gar keinen Content produziert haben, werden in Zukunft mit KI-Tools wie ChatGPT nachziehen.

Das bedeutet: Aus der Masse hervorzustechen, wird künftig noch schwieriger. 0815-Botschaften, die das Mittelmaß einer Branche nicht übertreffen, reichen dafür nicht. Stattdessen braucht es eine Kommunikation, die besser zur Situation und den Zielen der Kundenunternehmen passt, als dies beim Wettbewerb der Fall ist. Besonders im B2B-Bereich lässt sich der Message Market Fit effektiv mit Key Account Marketing kombinieren – um zentrale Zielkunden gezielt mit passgenauen Botschaften anzusprechen. B2B-SaaS-Anbieter nutzen dies etwa für Account-basierte Kampagnen, die spezifische Use Cases, Integrationen in bestehende Tool-Stacks und unterschiedliche Rollenkonzepte (Admin, Endnutzer:in, Management) gezielt adressieren.

Sense Making gewinnt an Bedeutung

Aufgrund der Krisen der vergangenen Jahre haben einige Unternehmen ihren Mittelbau ausgedünnt. Führungskräften stehen daher weniger Ressourcen für die Vorbereitung geschäftlicher Entscheidungen zur Verfügung. Das erschwert die Recherche und Bewertung zusätzlich. Hier können Sie mit Content ansetzen, der die Gesamtbetrachtung einer Lösung (Funktionsweise, Vor-/Nachteile im Vergleich zu anderen Lösungstypen) schnell und problemlos ermöglicht. Im SaaS-Umfeld zählen dazu zusätzlich Aspekte wie Total Cost of Ownership, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen, Integrationen in bestehende Systemlandschaften, Nutzerverwaltung (z. B. Rollen und Rechte) sowie klare Migrationspfade weg von bisherigen Tools. So machen Sie Kunden das Entscheiden im Sinne von Sense Making leichter.

Weitere Vorteile von Message Market Fit

  • Vertrauensaufbau: Ein hoher MMF gibt Kunden das Gefühl, verstanden zu werden. Entscheider:innen merken, dass der Anbieter ihr Problem erkannt hat und es lösen kann.
  • Effektivere Marketing- und Vertriebsmaßnahmen: Botschaften, die zu den Anforderungen der Kunden passen, regen diese schneller dazu an, aktiv zu werden. Dies spiegelt sich in höheren Conversion-Raten, mehr Nachfrage und kürzeren Verkaufsprozessen wider.
  • Weniger Verschwendung: Die Gefahr, dass Marketer nicht die wesentlichen Vorteile des Angebots betonen und im Messaging an der Zielgruppe vorbei kommunizieren, sinkt. Das Marketing hat ein klares Kundenbild im Kopf, an dem es seine Maßnahmen ausrichtet.
  • Marketing & Sales Alignment: Vertrieb und Marketing einigen sich bei der Erstellung des MMF auf ein einheitliches Messaging. Die dahinterliegende Logik sorgt für eine klare, abgestimmte Kommunikation in den kundennahen Bereichen.
  • Sicherheit für Produktentwicklung: Ein MMF entsteht idealerweise nicht kurz vor dem Launch eines neuen Produktes oder Services, sondern bereits während der Entwicklung. So stellen Anbieter sicher, dass für ihr neues Angebot Bedarf besteht und alle Beteiligten dieselbe Vorstellung vom Mehrwert der Entwicklung besitzen.
  • Stärkere Produktadoption und Expansion im SaaS-Modell: Klar formulierte Botschaften entlang der gesamten Customer Journey fördern die Nutzung zentraler Funktionen, erhöhen Aktivierungsraten (Onboarding-Abschluss, Feature-Adoption) und schaffen die Grundlage für Up- und Cross-Selling von zusätzlichen Seats, Modulen oder höheren Plänen.

SaaS-KPIs, an denen Sie guten Message Market Fit erkennen

Tipp: Personalisierte Webseiten nutzen

Zu einem Message Market Fit können dynamische Versionen Ihrer Website beitragen. Besucher:innen aus (potenziellen) Kundenunternehmen sehen dann eine personalisierte Variante der Seite mit Inhalten, Botschaften und Bildern, die auf ihre Branche zugeschnitten sind. SaaS-Anbieter können diese Logik noch weiterdenken, indem sie beispielsweise dynamische Demo-Umgebungen, Seat- oder Lizenzkalkulatoren und interaktive Product Tours bereitstellen, die sich automatisch an Branche, Unternehmensgröße oder Rolle (z. B. IT, Fachbereich, Management) anpassen. Wie das technisch funktioniert und wie Sie es umsetzen, lesen Sie in unserem Blogbeitrag.

Beispiele aus der Praxis

Als strategisches Ziel ist der Message Market Fit vor allem in SaaS-Firmen etabliert. Hier finden sich viele Beispiele für Anbieter, deren Kommunikation den Grundprinzipien eines MMF folgt: Gerade im B2B-SaaS-Bereich wird der MMF zum Hebel entlang des gesamten Revenue Funnels – vom ersten Website-Besuch über Trial bzw. Demo bis hin zu Expansion und Renewals im bestehenden Kundenstamm.

  • Shopify, ein Software-Anbieter für E-Commerce-Plattformen, ermöglicht seinen Kunden den einfachen Einstieg in den Online-Handel. Diese Vision hat das Unternehmen von Beginn an klar kommuniziert.
  • Slack bietet eine Plattform für die digitale Kommunikation und Zusammenarbeit. Den Anspruch, digitales Arbeiten in der Geschäftswelt zu vereinfachen, spürt man an jedem Touchpoint zum Anbieter.
  • HubSpot hat seine Vision, digitales Marketing und Vertrieb via Automatisierung effizienter und effektiver zu gestalten, seit seiner Gründung kontinuierlich (und erfolgreich) an die Anforderun­gen seiner Kunden angepasst. Gerade im SaaS- oder Softwareumfeld spielt Marketing Automation eine entscheidende Rolle, um den erarbeiteten Message Market Fit konsistent über alle Touchpoints hinweg umzusetzen und datenbasiert zu optimieren. Daran zeigt sich: Ein MMF ist nicht in Stein gemeißelt, er entwickelt sich dynamisch. Im SaaS-Marketing lässt sich dieser Prozess zusätzlich durch Nutzungsdaten aus der Anwendung selbst (z. B. Feature-Adoption, aktive Seats, typische Nutzungspfade) schärfen und in gezielte Messaging-Experimente übersetzen.

Wie erreichen Unternehmen einen Message Market Fit?

Ein MMF ist ein Wettbewerbsvorteil, den es nicht umsonst gibt. Er setzt ein detailliertes Verständnis der Zielgruppe voraus. Für B2B-SaaS-Anbieter heißt das, sowohl wirtschaftliche Entscheider:innen als auch Admins und tägliche Nutzer:innen einzubeziehen – und zu verstehen, welche Botschaften in welcher Phase des Abo-Lifecycles wirken (z. B. vor Trial-Start, während des Onboardings oder kurz vor einem Renewal). Anbieter müssen u. a. verstehen,

  • warum sich Kunden für ihre Lösung entscheiden,
  • welche alternativen Lösungen zur Verfügung stehen,
  • welche Elemente des Angebots für Kunden am interessanten sind und
  • worauf sie beim Anbietervergleich Wert legen (z. B. Integrationen, Sicherheit und Compliance, Supportmodell, Governance, Skalierbarkeit).

Sind diese Informationen im Unternehmen nicht strukturiert und dokumentiert, müssen Marketer bei der Konzeption des MMF mutmaßen. Das ist nicht ideal. Effektiver ist, das Messaging auf einer qualitativen Analyse der Customer Journey wichtiger Kundengruppen aufzubauen.

Hierfür eignet sich das Jobs-to-be-Done-Framework. Gerade für SaaS-Teams hilft JTBD, über reine Feature-Listen hinauszugehen und zu verstehen, welchen Fortschritt Nutzer:innen in ihrem Arbeitsalltag tatsächlich erzielen wollen – und welche Rolle die Software dabei spielt. Es ist eine strategische Methode für die Analyse von Entscheidungsprozessen, die von einer einfachen Prämisse ausgeht: Märkte wachsen, entwickeln oder erneuern sich, wenn Kunden eine Aufgabe (einen „Job“) zu erledigen haben und dafür ein Produkt oder einen Service nutzen.

Was ist ein Job to be Done?

Im Kern geht es bei Jobs-to-be-Done (JTBD) darum, wie und warum sich ein Kunde verändern möchte. Wir wollen die Buyer’s Story der Befragten hören und daraus Rückschlüsse für Marketing und Sales ziehen. Daher sprechen wir mit acht bis zwölf Kunden, die dem Ideal Customer Profile (ICP) entsprechen, über deren Erfahrungen mit dem Anbieter. Im SaaS-Kontext kann es zudem sinnvoll sein, auch abgewanderte oder heruntergestufte Kunden (Downgrades) zu interviewen, um Messaging-Lücken zu erkennen, die zu Churn oder geringerer Nutzung geführt haben.

JTBD-Interviews im SaaS: Entscheider:innen, Admins und Endnutzer:innen

Mit JTBD erhalten Firmen einen Leitfaden für die Ausgestaltung von Marketing und Vertrieb. Welche Ansprache und Argumente an den Touchpoints zum Kunden (Webseite, Social-Media-Kanäle etc.) sinnvoll sind und welche Inhalte und Themen für diese Kunden interessant sind, lässt sich daraus sehr leicht ablesen. Für SaaS-Unternehmen schließt das zusätzlich produktnahe Touchpoints ein – etwa In-App-Messages, Onboarding-Sequenzen, Feature-Announcements und Customer-Success-Kommunikation.

Den USP mit Konkurrenzanalysen verfeinern

Ergänzend zur JTBD-Analyse ergibt es Sinn, die Unique Selling Proposition (USP) des Unternehmens zu prüfen. Hierfür bieten sich Konkurrenzanalysen an. Ein Blick auf die wichtigsten Wettbewerber hilft, die eigenen Stärken zu definieren. Im SaaS-Umfeld gehören dazu neben Funktionsvergleichen vor allem Preismodelle, Integrationsökosysteme, Daten- und Compliance-Versprechen, Service-Level (z. B. SLAs, Supportzeiten) sowie die Klarheit, mit der diese Aspekte kommuniziert werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema.

Gibt es nur einen MMF?

Ein Blick auf das JTBD-Framework zeigt eine Hürde auf dem Weg zum Message Market Fit. Wesentlicher Bestandteil des MMF ist der Job, den Anbieter für ihre Kunden erfüllen. Hierzu soll die Kommunikation an jedem Touchpoint passen. In SaaS-Buying-Teams kommen zusätzlich unterschiedliche Rollen mit eigenen Prioritäten ins Spiel – etwa IT-Sicherheit, Fachbereich, Finance und tägliche Nutzer:innen –, die jeweils andere Botschaften benötigen, um überzeugt zu werden. Dadurch ergeben sich zwei Schwierigkeiten:

  • Produkte und Services erfüllen oft mehr als einen Job. Das hängt davon ab, welchen Fortschritt sich Kunden davon versprechen.
  • Viele B2B-Anbieter vertreiben mehr als ein Angebot. Dadurch ergibt sich schnell eine Vielzahl an Jobs.

Per se ergibt sich für jeden Kunden-Job ein eigener MMF. Diese Differenzierung ist in der Praxis nicht immer leistbar (gerade was die Website des Anbieters betrifft). Bewährt hat es sich, bei der Analyse zunächst die wichtigsten Kundensegmente zu betrachten und deren Anforderungen zu priorisieren. Das Messaging konzentriert sich anschließend auf die relevantesten Aspekte der Analyse, während weniger entscheidende in der Kommunikation erst später (z. B. auf bestimmten Webseitenbereichen) in den Vordergrund treten.

Zusammengefasst

  • Als Message Market Fit bezeichnet man ein Messaging, das perfekt zu den Anforderungen in der Customer Journey passt. Es ist ein wesentliches Ziel kundenzentrierter Marketingstrategien wie Customer-led Growth und kann auch der Produktentwicklung helfen, Sinn und Zweck neuer Angebote zu prüfen. Im SaaS-Marketing reicht diese Journey von der ersten Problemrecherche über Self-Service-Demos und Trials bis hin zu Renewals, Upsells und Cross-Sells im bestehenden Account.
  • Ein Message Market Fit ist dynamisch. Was heute zu den Anforderungen der Kunden passt, kann schon bald keine Wirkung mehr entfalten. Daher sollten Anbieter ihr Messaging kontinuierlich überprüfen. Für B2B-SaaS-Anbieter bedeutet das, Botschaften regelmäßig an neue Features, Pricing-Modelle, Zielsegmente oder Go-to-Market-Strategien (z. B. Product-Led Growth) anzupassen.
  • Ein hoher MMF fördert Vertrauen, ermöglicht eine Abgrenzung vom Wettbewerb und verringert Verschwendung. Marketing & Sales arbeiten besser zusammen, die Customer Experience verbessert sich.
  • Marketer versuchen häufig, den MMF aus Interaktionen herauszulesen. Reagieren Kunden positiv (z. B. mit einem Download), muss die Message wohl gestimmt haben. Dies kann leicht zu verwirrenden Ergebnissen führen, da die Entscheidungsdimensionen hinter den Handlungen unbeachtet bleiben. Das ergibt sind Annahmen, kein strukturiertes Wissen. Gerade in datenreichen SaaS-Setups verleitet die Fülle an Kampagnen- und Produktdaten dazu, Korrelationen mit Kausalität zu verwechseln – ohne qualitative Einsichten bleiben zentrale Entscheidungsdimensionen unsichtbar.
  • Effektiver ist, die Entscheider:innen in zufriedenen Kundenunternehmen zu fragen. Eine Jobs-to-be-Done-Analyse hilft, Prozesse und Botschaften auf die wichtigsten Zielgruppen auszurichten. Der Message Market Fit ist damit kein isoliertes Kommunikationskonzept, sondern ein zentraler Bestandteil moderner B2B Marketing-Strategien, die auf Kundenerkenntnissen und datenbasierter Optimierung beruhen. Im SaaS-Kontext verbindet ein starker MMF damit Produktmarketing, Demand Generation, Sales, Customer Success und Product-Led-Growth-Initiativen zu einer klaren, gemeinsamen Linie.

MMF als Bindeglied zwischen Product-Led Growth, Marketing und Sales

Im SaaS-Kontext bildet der Message Market Fit die Übersetzung der Produktstrategie in eine klare Erzählung, die alle Go-to-Market-Funktionen nutzen können. Product Marketing definiert Narrative, Kernbotschaften und Proof Points, Demand Generation bringt diese Botschaften in Kampagnen, Content und Paid-Kanäle, während Product-Led-Growth-Teams dieselbe Logik in produktnahe Erlebnisse übertragen – etwa in Onboarding-Flows, In-App-Prompts oder Self-Service-Upgrades.

Vertrieb und Customer Success greifen auf denselben MMF zurück, um Gespräche zu strukturieren, Entscheidungen einzuordnen und Mehrwert im laufenden Betrieb sichtbar zu machen – von der ersten Opportunity über das Closing bis hin zu Renewal- und Expansion-Gesprächen. Gleichzeitig liefern sie Feedback aus Pipeline, Nutzung und Kundenbeziehungen zurück an Marketing und Produkt, sodass der Message Market Fit laufend geschärft und an neue Segmente, Features oder Preismodelle angepasst werden kann. Der Message Market Fit ist damit kein isoliertes Kommunikationskonzept, sondern ein zentraler Bestandteil moderner B2B Marketing-Strategien, die auf Kundenerkenntnissen und datenbasierter Optimierung beruhen. Wie sich ein klarer Message Market Fit in konkrete Experimente, Tests und skalierbare Wachstumshebel übersetzen lässt, zeigt unser Beitrag Growth Hacking in B2B-SaaS-Firmen.

FAQ: Message Market Fit (MMF)

1. Woran erkenne ich, dass mein Unternehmen einen guten Message Market Fit erreicht hat?

Ein starker MMF zeigt sich daran, dass Ihre Botschaften bei der Zielgruppe unmittelbar „klicken“: Kunden verstehen schnell, welches Problem Sie lösen, welchen Fortschritt Sie ermöglichen und warum Sie der richtige Anbieter sind. Typische Anzeichen sind höhere Conversion-Raten, klare Rückmeldungen aus Vertriebsgesprächen („Das trifft genau unseren Punkt“) und eine verbesserte Lead-Qualität. Im SaaS-Marketing sehen Sie das zusätzlich an steigenden Trial-to-Paid-Quoten, höheren Aktivierungsraten (z. B. Abschluss des Onboardings, Nutzung zentraler Features) und einer sinkenden Churn-Rate in Ihren Kernsegmenten. Wenn Marketing und Vertrieb dieselben Kernbotschaften verwenden und diese durchweg funktionieren, ist das ein zuverlässiger Indikator für einen hohen MMF.

2. Wie unterscheidet sich Message Market Fit von einer klassischen Value Proposition?

Während eine Value Proposition oft als einzelner Satz formuliert wird, beschreibt der Message Market Fit eine gesamte Kommunikationslogik, die sich über alle Touchpoints zieht: Website, Content Marketing, Vertriebsmaterialien, Social Media, Präsentationen. Er umfasst Mehrwert, Differenzierungsmerkmale und Perspektive – und dient als roter Faden, der sicherstellt, dass alle Botschaften konsistent auf die Bedürfnisse der Zielgruppe einzahlen. MMF ist damit umfangreicher, strategischer und dynamischer als eine klassische Value Proposition. Für SaaS-Anbieter heißt das konkret: Nicht nur der zentrale Website-Claim, sondern auch Pricing-Seite, Trial-Kommunikation, In-App-Messaging, Release Notes und Customer-Success-Gespräche sollten derselben MMF-Logik folgen.

3. Wie finde ich heraus, welche Botschaften meine Zielgruppe wirklich braucht?

Der effektivste Weg ist eine strukturierte Analyse der Customer Journey mithilfe des Jobs-to-be-Done-Frameworks. Statt Annahmen zu treffen, sprechen Sie mit 8–12 Kunden, die Ihrem Ideal Customer Profile entsprechen, und analysieren deren Kaufentscheidungen: Warum haben sie sich für Sie entschieden? Welche Alternativen haben sie erwogen? Welche Risiken oder Hürden waren wichtig? Aus diesen Insights lässt sich präzise ableiten, welche Botschaften Kunden als hilfreich, relevant und überzeugend empfinden. Ergänzend lohnt sich im SaaS-Kontext ein Blick auf Nutzungsdaten aus der Anwendung (z. B. welche Features früh häufig genutzt werden), um Hypothesen für das Messaging zu schärfen und gezielt zu testen.

4. Müssen Unternehmen für jedes Produkt oder Zielsegment einen eigenen Message Market Fit entwickeln?

Nicht zwingend für jedes Produkt – aber für jeden wichtigen Kunden-Job und für entscheidende Zielsegmente. In der Praxis erfüllen Lösungen oft mehrere Jobs (z. B. Effizienz steigern und Risiken reduzieren). Hier entstehen theoretisch mehrere MMFs. Da die vollständige Ausarbeitung für alle Jobs im operativen Alltag selten realisierbar ist, priorisieren Unternehmen meist die wichtigsten Zielgruppen und fokussieren ihr Messaging auf die Jobs mit dem größten Einfluss auf Kaufentscheidungen. Gerade bei SaaS-Portfolios mit mehreren Modulen oder Plänen ist es hilfreich, die Jobs nicht zu kleinteilig, sondern entlang tatsächlicher Kaufentscheidungen zu clustern – etwa „Einstieg in die Lösung“, „Erweiterung auf weitere Teams“ oder „Standardisierung auf einen zentralen Anbieter“.

5. Wie bleibt Message Market Fit über die Zeit hinweg aktuell?

MMF ist kein einmaliges Projekt, sondern ein dynamischer Optimierungsprozess. Märkte verändern sich, Wettbewerber passen ihre Kommunikation an, und Kundenanforderungen verschieben sich. Unternehmen sollten daher mindestens jährlich – idealerweise quartalsweise – prüfen, ob ihre Botschaften noch wirksam sind. Mit Hilfe von Performance-Daten, Vertriebseinschätzungen, Kundeninterviews oder Konkurrenzanalysen lässt sich ableiten, ob eine Weiterentwicklung nötig ist. Besonders im SaaS- und Hightech-Bereich ist kontinuierliche Anpassung entscheidend, da sich Erwartungen und Use Cases schnell verändern. Nutzen Sie im SaaS-Bereich insbesondere größere Releases, Pricing-Änderungen oder neue Go-to-Market-Experimente als Anlass, Ihr Messaging gezielt zu überprüfen, anzupassen und in Kampagnen sowie im Produkt zu testen.

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Torsten Herrmann

Geschäftsführender Gesellschafter chain relations GmbH

Torsten Herrmann ist Berater für Neukundengewinnung im B2B und Geschäftsführer von chain relations.
Er verbindet im Marketing Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing und Sichtbarkeit in KI-Assistenten mit Customer-led Growth und Jobs-to-be-Done – immer entlang echter Customer Journeys.
In der Vertriebsberatung analysiert er, warum Sales gewinnt, verliert oder ein Case versandet, baut darauf Wissen über B2B-Kaufentscheidungen auf und befähigt Vertriebsteams, die Entscheidungsdynamik im Buying Center zu erkennen und die Entscheidungsvorbereitung zu unterstützen.
Seine Arbeit richtet sich vor allem an Software- und SaaS-Anbieter, Beratungsunternehmen sowie die Hightech-Industrie.
Buchautor „Lasst die Kunden kommen", Podcaster, Autor mehrerer Fachbuchbeiträge im Springer-Verlag und Verleger des B2B-Agenda Verlags.

Areas of Expertise: Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing,Generative Engine Optimization (GEO), Sales Enablement, Buyer Enablement, Win-Loss-Analyse, Buying-Center-Analyse, B2B-Kaufentscheidungen, qualitative Marktforschung, Context Selling, Jobs-to-be-Done, Customer Journey Analyse, Saas Marketing, Professional Services Marketing, Dienstleistungsmarketing
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