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chain relations Agentur & Beratung Neukundengewinnung für B2B

Demand Generation und Account-based Marketing für B2B-Unternehmen

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Business Case im B2B: Annahmen, ROI, Risiken —mit Vorlage

Startseite » Value Selling im B2B: Vom Nutzen zum Business Case » Business Case im B2B: Annahmen, ROI, Risiken —mit Vorlage

Ein belastbarer Business Case im B2B ist das Herzstück von Value Selling: Er übersetzt Story, Mehrwert und Kundenvorteile in Zahlen, Szenarien und Risiken, die ein Economic Buyer wirklich prüfen kann. In vielen B2B-Sales-Situationen scheitert nicht die Lösung, sondern die fehlende Transparenz: Der Fachbereich ist überzeugt, aber Finance, Einkauf und Geschäftsführung sehen keinen ausreichend belegten Nutzen für den Kunden – oder sie stufen den Case als „zu optimistisch“ ein. Genau hier entscheidet sich, ob Value Selling wirkt oder ob man am Ende doch wieder im hard selling und Rabattdiskussionen landet.

Im Kern bedeutet Value Selling: Ihre Vertriebsstrategie und Ihre Verkaufsgespräche drehen sich nicht mehr um das Produkt an sich, sondern um eine klare, betriebswirtschaftlich nachvollziehbare Value Proposition. Diese muss zeigen, wie Ihre Lösung hilft, ein konkretes Problem zu lösen, und welchen finanziellen Effekt das hat – auf Einnahmen, Kosten, Risiken oder Kapazitäten. Eine starke, unique value proposition reicht jedoch nur als Einstieg. In reifen Buying Centern erwarten Entscheider einen durchgerechneten Business Case B2B, der Annahmen offenlegt, qualitative und quantitative Effekte beschreibt und zur eigenen Budgetlogik passt.

Für Vertriebsteams ist der Business Case damit kein Finance-Anhang, sondern ein integrales Werkzeug im Vertriebsprozess. Richtig eingesetzt, unterstützt er eine wertorientierte Verkaufsphilosophie: Er macht Mehrwerte für Kunden sichtbar, strukturiert die Nutzenargumentation und hilft, Preismodelle und Preisgestaltung nicht über Rabatte, sondern über Wert zu verhandeln. Gerade im B2B-Vertrieb mit hoher Wettbewerbslage und wachsendem Preisdruck wird der Business Case zur Brücke zwischen Fachbereichen, Einkauf und Management – und damit zum Prüfstein für erfolgreiches Value Selling.

Dieser Spoke baut direkt auf dem Value-Selling-Pillar auf und hilft Ihnen, einen solchen Case systematisch aufzubauen: Welche Annahmen gehören in jeden Business Case? Wie berechnen Sie ROI und Payback plausibel, ohne sich zu „schönzurechnen“? Wie gehen Sie mit Unsicherheit um (Stichwort Sensitivität), und welche Unterlagen braucht der Einkauf wirklich, um intern grünes Licht zu geben? Ziel ist ein praxistaugliches Framework, das Vertriebsmitarbeiter mit beratender Funktion im Kundengespräch nutzen können – vom ersten Entwurf bis zur finalen Freigabe.

Welche Annahmen gehören in jeden Business Case?

Value Selling bedeutet nicht nur, einen schönen Nutzen-Slide zu bauen, sondern den versprochenen Mehrwert zu bieten– mit klaren, nachvollziehbaren Annahmen dahinter. Gerade im B2B-Vertrieb mit hoher Wettbewerbslage und starkem Preisdruck ist der Business Case B2B das Herzstück einer wertorientierten Verkaufsphilosophie: Er macht sichtbar, worauf Ihre Nutzenargumentation basiert und wo Unsicherheit liegt.

Beim Value Selling reicht es nicht, von „Effizienzgewinnen“ oder „mehr Umsatz“ zu sprechen. Vertriebsteams müssen transparent zeigen, welche Stellhebel sie ansetzen, wie sie diese quantifizieren und warum das plausibel ist. Genau deshalb gehört eine saubere Annahmen-Struktur in jeden Business Case – als verbindliches Framework für Vertriebsmitarbeiter, Marketing und Kunden.

1. Annahmen zum Status quo und zu den Kundenbedürfnissen

Am Anfang steht immer eine klare Beschreibung des Ist-Zustands:

  • Prozesse, die Ihre Lösung verbessern soll
  • aktuelle Aufwände, Fehlerquoten, Durchlaufzeiten
  • bestehende Kostenblöcke (z. B. Lizenzen, Manpower, externe Services)

Hier fließen Bedarfsanalyse und Kundenbedürfnisse ein: Welche Jobs müssen erledigt werden, welches Problem lösen Sie konkret, welcher Nutzen des Kunden steht im Fokus? Ohne dieses Fundament wird jede spätere ROI-Rechnung zur Wunschliste. In einem professionellen Verkaufsprozess ist das der Moment, in dem Vertriebler mit beratender Funktion im Kundengespräch tief in die Situation eintauchen – ganz im Sinne von Consultative Selling.

2. Volumen-, Wirkungs- und Mehrwert-Annahmen

Der zweite Block betrifft die Hebel des Mehrwerts:

  • Wie viele Vorgänge, Nutzer, Transaktionen oder Leads sind betroffen?
  • Um wie viel Prozent verbessern Sie Kennzahlen (z. B. Konversionsrate, Bearbeitungszeit)?
  • Welche Leistungsvorteile ergeben sich gegenüber dem Status quo oder einem reinen Produktverkauf?

Hier werden qualitative und quantitative Aussagen verbunden: Was ändert sich fachlich? und Was heißt das in Euro? Value-based Selling stellt hier die Brücke zwischen Story und Zahl her: Aus einer unique value proposition (UVP) wird eine konkrete Linie im Excel-Tab – mit klar kommunizierten Annahmen.

3. Finanzielle und kommerzielle Annahmen (Pricing, Laufzeit, Risiko)

Schließlich braucht jeder Business Case finanzielle Rahmenannahmen:

  • Preisgestaltung und Preismodelle Ihrer Lösung (z. B. Lizenz vs. Nutzung)
  • erwartete Laufzeit, Vertragsstruktur, typische Bestandskunden-Entwicklung
  • Währungen, Diskontsätze, Inflationsannahmen, Risikozuschläge

Gerade im B2B und in Branchen wie der Softwarebranche ist es entscheidend, diese Parameter offen zu legen. Nur so können Economic Buyer Ihre Verkaufsentscheidung intern vertreten. Für erfolgreiches Value Selling sind solche Annahmen kein „Finance-Detail“, sondern integraler Bestandteil der Vertriebsstrategie und der Verkaufsprozesse und der Interaktion mit Kunden: Sie zeigen, dass Ihr Ansatz wertorientierte und langfristig tragfähige Entscheidungen unterstützt – statt kurzfristigem Hard Selling.

Wenn diese drei Annahmenblöcke sauber dokumentiert sind, wird der Business Case zu einem echten Werkzeug im Sales-Alltag: nachvollziehbar, diskutierbar und anschlussfähig an ROI-, Payback- und TCO-Betrachtungen, auf die wir in den nächsten Kapiteln tiefer eingehen.

Wie berechnen Sie ROI und Payback plausibel?

ROI im Value Selling: Mehr als eine schöne Kennzahl

Im Kontext von Value Selling ist der Return on Investment nicht nur eine Marketingzahl, sondern das Bindeglied zwischen Mehrwert, Kundennutzen und Investition. Ein Business Case B2B muss zeigen, wie sich die Investition in Ihre Lösungen auf Einnahmen, Kosten und Risiken auswirkt – und zwar so, dass Finance, Einkauf und Management den Case nachvollziehen können.

Beim Value Selling geht es deshalb nicht um maximal hohe ROI-Werte, sondern um belastbare, realistische Berechnungen. „Zu gute“ Zahlen wirken schnell wie Hard Selling; ein plausibler, eher konservativer ROI unterstützt dagegen eine wertorientierte Verkaufsphilosophie und erhöht die Glaubwürdigkeit Ihrer Vertriebsstrategie.

Die Grundlogik bleibt immer gleich:

ROI = (Nutzen – Kosten) / Kosten

Der „Nutzen“ leitet sich aus Ihrer vorher definierten Wertformel ab: eingesparte Aufwände, zusätzlicher Einnahmen, vermiedene Risiken. Die „Kosten“ umfassen nicht nur den Preis des Produkts, sondern alle relevanten Kostenbestandteile (Implementierung, Betrieb etc.), die wir im TCO-Spoke vertiefen.

Qualitative und quantitative Bausteine verbinden

Plausibler ROI entsteht, wenn qualitative und quantitative Elemente sauber verbunden werden:

  • Quantitative Bausteine:
    • eingesparte Stunden × Kosten pro Stunde
    • zusätzliche Deals × Marge
    • reduzierte Ausfallzeiten × Kosten pro Ausfall
  • Qualitative Bausteine:
    • verbesserte Entscheidungsqualität
    • geringeres Risiko in kritischen Prozessen
    • höherer wahrgenommener Mehrwert für Endkunden

Im Rahmen von Value-based Selling stellt Ihr Team sicher, dass qualitative Effekte nicht einfach ignoriert, aber auch nicht künstlich überbewertet werden. Sie werden als unterstützende Argumente genutzt, während die ROI-Rechnung auf den am besten belegbaren Zahlen aufsetzt. Hier zeigt sich erfolgreiches Value Selling: Die Value Proposition ist nicht nur einzigartig, sondern rechnerisch nachvollziehbar.

Payback-Periode: Wie schnell rechnet sich die Lösung?

Neben dem ROI ist im B2B-Vertrieb die Payback-Periode eine Schlüsselgröße. Sie beantwortet die Frage: Nach wie vielen Monaten oder Jahren hat sich die Investition amortisiert?

Payback = Investition / jährlicher Netto-Nutzen

Gerade im Gespräch mit Risk-Ownern und Einkauf ist das oft der entscheidende Hebel. Ein hoher ROI ist attraktiv, aber eine kurze Payback-Dauer senkt die wahrgenommene Unsicherheit. Vertriebsmitarbeiter mit beratender Funktion können hier mehrere Szenarien vorbereiten (konservativ, realistisch, ambitioniert) und diese im Kundengespräch als Basis für Diskussion und Anpassung nutzen – ganz im Sinne eines Consultative Selling-Ansatzes.

ROI und Payback als Teil der Verkaufsstrategie

Wichtig ist, ROI und Payback nicht als „Finance-Appendix“ zu behandeln, sondern als integralen Bestandteil der Verkaufsprozesse und der Interaktion mit Kunden. In einem modernen Verkaufsprozess fließen ROI- und Payback-Betrachtungen früh in Verkaufsgespräche ein: zunächst qualitativ, dann mit konkreten Zahlen.

So wird der Business Case zum praktischen Werkzeug im Sales-Alltag: Er unterstützt Vertriebsteams dabei, Mehrwerte für Kunden sichtbar zu machen, Preismodelle und Preisgestaltung wertbasiert zu verhandeln und die Verkaufsentscheidung weg von Rabatten hin zu betriebswirtschaftlicher Logik zu verschieben – ein wesentlicher Baustein für langfristig tragfähiges Value Selling.

Wie gehen Sie mit Unsicherheit (Sensitivity) um?

Jeder Business Case B2B basiert auf Annahmen – und die sind per Definition unsicher. Im Kontext von Value Selling ist die Frage daher nicht, ob Unsicherheit existiert, sondern wie transparent Sie damit umgehen. Value Selling bedeutet gerade nicht, alles „glattzuziehen“, sondern qualitative und quantitative Effekte so darzustellen, dass Economic Buyer, Fachbereich und Einkauf die Bandbreite verstehen.

Beim Value Selling ist der offene Umgang mit Unsicherheit ein zentraler Vertrauensfaktor: Wenn Sie klar machen, welche Hebel stabil sind und wo die Spanne größer ist, wirkt Ihre Nutzenargumentation deutlich glaubwürdiger. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Hard Selling oder reinem Produktverkauf, bei dem Risiken oft ausgeblendet werden. In einem wertorientierten Ansatz sind Unsicherheiten Teil der Story – nicht ein Anhang, den man hofft, niemand fragt an.

Sensitivity-Analysen: Szenarien statt Punktwerte

Praktisch bedeutet das: Sie arbeiten nicht mit einem einzigen „magischen“ ROI, sondern mit Szenarien. Typisch im B2B-Vertrieb sind drei Varianten:

  • Konservativ: eher vorsichtige Annahmen zur Nutzung Ihrer Lösung, zu Kundenvorteilen und Effekten auf Einnahmen oder Kosten
  • Realistisch: Best-Estimate auf Basis von Benchmarks, Piloten, Erfahrungen mit Bestandskunden
  • Ambitioniert: zeigt, welches zusätzliche Mehrwerte für Kunden möglich sind, wenn bestimmte Erfolgsfaktoren gut greifen

In einem professionellen Vertriebsprozess gehört diese „Sensitivity“ zum Standard-Setup. Vertriebsmitarbeiter mit beratender Funktion können im Kundengespräch gemeinsam mit dem Kunden durchspielen, wie sich ROI und Payback verändern, wenn sich zentrale Parameter verschieben (z. B. Nutzerzahl, Konversionsrate, Einsparquote). Genau hier zeigt sich Consultative Selling: Sie verkaufen nicht nur eine Lösung, Sie arbeiten mit dem Kunden an einem belastbaren Bild der Zukunft.

Welche Hebel Sie auf Sensitivität testen sollten

Im Rahmen eines Value-based Selling Ansatzes sollten Sie vor allem die Hebel testen, die den größten Beitrag zum Mehrwert leisten und zugleich am unsichersten sind:

  • Volumenannahmen (z. B. Anzahl Vorgänge, Lizenzen, Transaktionen)
  • Wirkungsannahmen (z. B. %-Verbesserung in Prozessen, Leistungsvorteile ggü. Status quo)
  • zeitliche Faktoren (z. B. Geschwindigkeit der Adoption bei Vertriebsteams oder in der Softwarebranche)

Diese Sensitivitätsbetrachtungen lassen sich gut in eine einfache Excel-Logik oder ein internes Werkzeug packen – eingebettet in Ihr Value-Selling-Framework. So wird Unsicherheit greifbar, ohne den Case zu zerreden.

Transparenz als Teil der wertorientierten Verkaufsphilosophie

Am Ende zahlt der Umgang mit Unsicherheit direkt auf Ihre wertorientierte Verkaufsphilosophie ein: Sie zeigen, dass Sie nicht nur einen Mehrwert zu bieten versprechen, sondern dessen Bandbreite ehrlich diskutieren. Das stärkt Ihre Position im Sales, insbesondere in späten Verkaufsgesprächen mit Einkauf und Finance, in denen Verhandlungsziele, Risiken und Preismodelle im Fokus stehen.

Richtig genutzt, macht Sensitivity Ihren Business Case robuster – und unterstützt erfolgreiches Value Selling, das Entscheidungen nicht schönrechnet, sondern Entscheidern hilft, Verantwortung für eine Investition zu übernehmen.

Welche Unterlagen braucht der Einkauf wirklich?

Einkauf denkt anders als Fachbereich und Vertrieb

Im B2B-Vertrieb entscheidet der Einkauf nicht danach, wie inspirierend Ihre Story war, sondern wie sauber Angebot, Risiko und Vergleichbarkeit sind. Für Value Selling heißt das: Der Business Case B2B und Ihre Unterlagen müssen sowohl den Kundennutzen als auch die „Pflichtdokumente“ des Einkaufs abdecken. Wer hier nur in Verkaufsgespräche mit der Fachseite investiert und den Einkauf mit Standard-Produktbroschüren abspeist, landet schnell wieder bei Hard Selling und Rabattforderungen.

Beim Value Selling ist der Einkauf nicht „Gegner“, sondern ein zentraler Kunde mit eigenen Kriterien: Gesamtwirtschaftlichkeit, Risiko, Vertragsklarheit, Vergleichbarkeit mit Alternativen. Eine wertorientierte Verkaufsstrategie muss daher bewusst überlegen, welche Unterlagen diese Perspektive bedienen – und wie sich Mehrwert und Leistungsvorteile darin wiederfinden.

Kernpaket: Was in keinem B2B-Angebot fehlen darf

In der Praxis zeigt sich, dass sich Einkaufsabteilungen auf ein relativ klares Kernpaket stützen. Aus Sicht eines Value Selling Ansatzes gehören mindestens dazu:

  • Angebotsdokument inkl. Leistungsbeschreibung
    Klare, verständliche Beschreibung der Solution (nicht nur Produktfeatures), abgegrenzt zu möglichen Optionen. Hier fließen Ihre Value Proposition und Unique Value Proposition (UVP) ein – aber so formuliert, dass sie vertraglich tragfähig sind.
  • Preisblatt und Preismodelle
    Transparente Preismodelle (Lizenz, Nutzung, Servicepakete), möglichst mit Szenarien. Wichtig: Konsistenz zum Business Case und zu TCO-Betrachtungen aus dem Spoke zu Total Cost of Ownership.
  • Business-Case-Zusammenfassung
    Eine kompakte, 2–4-seitige Darstellung der qualitative und quantitative Effekte: Annahmen, ROI, Payback, Risiken. Im Value-based Selling ist das die Brücke zwischen Ihrer Story und der Entscheidungslogik des Einkaufs.
  • Referenzen und Nachweise
    Belege aus vergleichbaren Projekten, idealerweise mit Zahlen (z. B. Mehrwerte für Kunden, erreichte KPIs). Das stützt Ihr Leistungsversprechen und verschiebt die Diskussion weg von reinem Produktverkauf.

Wie Value Selling Unterlagen für den Einkauf verändert

Im klassischen Ansatz werden diese Dokumente oft isoliert erstellt – das Angebot von Produktmanagement, die Präsentation vom Marketing, der Business Case „irgendwie“ vom Vertrieb. In einem integrierten Value Selling-Framework laufen sie zusammen:

  • Vertriebsmitarbeiter mit beratender Funktion erarbeiten im Kundengespräch zunächst die inhaltliche Logik (Jobs, Kundenbedürfnisse, Nutzen).
  • Daraus entstehen Business Case, Angebotslogik und Leistungsgestaltung, die zu einer konsistenten Vertriebsstrategie gehören.
  • Marketing unterstützt mit Materialien, die nicht nur „schön“, sondern einkaufsfähig sind – also vertragliche Leistungen aufzeigen und klaren Mehrwert bieten.

So werden Angebotsunterlagen zum Ausdruck einer wertorientierten Verkaufsphilosophie: Sie zeigen, wie Ihre Lösung im Alltag Mehrwerte erzeugt, und liefern gleichzeitig alles, was der Einkauf braucht, um eine fundierte Verkaufsentscheidung zu treffen und intern zu vertreten. Richtig umgesetzt, wird der Business Case damit vom „Anhang“ zu einem zentralen Werkzeug im Sales-Prozess – besonders in Branchen wie der Softwarebranche, in denen komplexe Modelle und hoher Preisdruck den Unterschied zwischen Rabatt-Schlacht und erfolgreichem Value Selling ausmachen.

Fazit: Business Case B2B als Herzstück von Value Selling

Ein belastbarer Business Case B2B ist kein Finanz-Add-on, sondern der Kern von Value Selling im modernen B2B-Vertrieb. Er übersetzt Ihre Value Proposition und den versprochenen Mehrwert in nachvollziehbare Zahlen, Annahmen und Szenarien, die Finance, Einkauf und Management wirklich prüfen können. Value-based selling wird damit zur gelebten Vertriebsstrategie: Weg vom reinen Produktverkauf und Hard Selling, hin zu einer wertorientierten Verkaufsphilosophie, in der Kundennutzen, Risiken und Einkommenseffekte transparent dargestellt sind.

Richtig aufgesetzt, verbindet ein Business Case qualitative und quantitative Effekte, behandelt Unsicherheit offen (Sensitivity) und liefert genau die Unterlagen, die Economic Buyer und Einkauf für ihre Verkaufsentscheidung brauchen. Für Vertriebsteams und Vertriebsmitarbeiter mit beratender Funktion ist er ein zentrales Werkzeug, um Mehrwerte für Kunden sichtbar zu machen, Preismodelle und Preisgestaltung wertbasiert zu verhandeln und Verkaufsprozesse konsequent an der Frage auszurichten: Wie verbessert unsere Lösung nachweislich das Geschäft des Kunden – heute und langfristig?

FAQ zum Business Case im B2B

1. Warum ist ein Business Case im B2B so wichtig für Value Selling?

Ein Business Case B2B macht das, was Sie im Value Selling versprechen, überprüfbar: Er zeigt, wie sich Ihre Lösung auf Kosten, Einnahmen und Risiko auswirkt. Statt nur über Features zu sprechen, können Sie mit einer strukturierten Nutzenargumentation und klaren Annahmen zeigen, welchen Mehrwert und Kundennutzen Ihr Angebot erzeugt. Das ist die Basis, damit Economic Buyer und Einkauf eine Investition intern vertreten können – und genau hier unterscheidet sich erfolgreiches Value Selling von klassischem Hard Selling.

2. Was ist der Unterschied zwischen einem Business Case und einer Value Proposition?

Die Value Proposition beschreibt auf den Punkt, welchen Nutzen Ihre Solution grundsätzlich bietet – oft eher in Form von Kernbotschaften. Der Business Case B2B geht einen Schritt weiter: Er übersetzt diese Botschaften in Zahlen, Szenarien und Risiken. In einem professionellen Value-based selling-Ansatz gehören beide zusammen: Die Value Proposition liefert den Rahmen, der Business Case belegt ihn. Oder anders gesagt: Die Value Proposition ist das „Warum“, der Business Case zeigt das „Wie viel“.

3. Ab wann lohnt es sich, einen Business Case mit dem Kunden gemeinsam zu erarbeiten?

Sobald Sie es im B2B mit mehreren Stakeholdern, höherem Budget und spürbarem Risiko zu tun haben, ist ein gemeinsamer Business Case sinnvoll. Im Sinne von Consultative Selling und beim Value Selling sollten Vertriebsmitarbeiter spätestens ab der qualifizierten Opportunity beginnen, Annahmen mit dem Kunden zu schärfen: Prozesse, Volumen, Effekte, Laufzeiten. Je früher der Case ins Kundengespräch einfließt, desto stärker verankern Sie eine wertorientierte Sichtweise – und desto weniger rutschen Sie am Ende in eine reine Preis- und Rabattdiskussion.

4. Wie detailliert muss ein Business Case sein, damit Einkauf und Finance ihn ernst nehmen?

Er muss nicht perfekt, aber konsistent sein. Für den Einkauf sind klare Annahmen, nachvollziehbare Rechenwege und der Bezug zu TCO, ROI und Payback entscheidend. Im Rahmen von Value-based Selling stellt ein „good enough“-Case mit konservativen, realistischen und ambitionierten Szenarien oft mehr Vertrauen her als ein überoptimierter Case mit vielen Nachkommastellen. Wichtig ist, dass Annahmen, Preismodelle, Leistungsgestaltung und Angebot zusammenpassen – und dass Sie bereit sind, gemeinsam mit dem Kunden an den Zahlen zu arbeiten.

5. Wie fügt sich der Business Case in unsere bestehenden Verkaufsprozesse ein?

Idealerweise ist der Business Case kein Sonderdokument, sondern ein fester Baustein Ihrer Verkaufsprozesse und der Interaktion mit Kunden. Im frühen Vertriebsprozess dient er als Gesprächsleitfaden für Bedarfsanalyse und Nutzenklärung; später wird er zur Grundlage für Verkaufsgespräche mit Einkauf, Finance und Management. In einem reifen Value Selling-Framework wird er laufend aktualisiert, mit Informationen aus Projekten und Bestandskunden angereichert und durch Inhalte zu ROI, Payback und Total Cost of Ownership (TCO) ergänzt. So wird der Business Case vom einmaligen Excel-Sheet zu einem strategischen Asset Ihrer Vertriebsstrategie.

Torsten Herrmann Avatar

Torsten Herrmann

Geschäftsführender Gesellschafter chain relations GmbH

Torsten Herrmann ist Berater für Neukundengewinnung im B2B und Geschäftsführer von chain relations.
Er verbindet im Marketing Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing und Sichtbarkeit in KI-Assistenten mit Customer-led Growth und Jobs-to-be-Done – immer entlang echter Customer Journeys.
In der Vertriebsberatung analysiert er, warum Sales gewinnt, verliert oder ein Case versandet, baut darauf Wissen über B2B-Kaufentscheidungen auf und befähigt Vertriebsteams, die Entscheidungsdynamik im Buying Center zu erkennen und die Entscheidungsvorbereitung zu unterstützen.
Seine Arbeit richtet sich vor allem an Software- und SaaS-Anbieter, Beratungsunternehmen sowie die Hightech-Industrie.
Buchautor „Lasst die Kunden kommen", Podcaster, Autor mehrerer Fachbuchbeiträge im Springer-Verlag und Verleger des B2B-Agenda Verlags.

Areas of Expertise: Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing,Generative Engine Optimization (GEO), Sales Enablement, Buyer Enablement, Win-Loss-Analyse, Buying-Center-Analyse, B2B-Kaufentscheidungen, qualitative Marktforschung, Context Selling, Jobs-to-be-Done, Customer Journey Analyse, Saas Marketing, Professional Services Marketing, Dienstleistungsmarketing
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