• Skip to primary navigation
  • Skip to main content
  • Skip to primary sidebar
  • Skip to footer

chain relations Agentur & Beratung Neukundengewinnung für B2B

Demand Generation und Account-based Marketing für B2B-Unternehmen

  • NEUKUNDEN GEWINNEN
    • Demand Generation
    • Account-based Marketing (ABM)
    • Content Marketing
  • KUNDEN VERSTEHEN
  • RESSOURCEN
    • Blog
    • Business-Roman: Lasst die Kunden kommen
    • Webinare
  • AGENTUR
    • Über uns
    • Über Torsten Herrmann
    • Beratungsansatz
    • Kontakt

Sunk Cost Fallacy: Warum Unternehmen an Projekten festhalten, die längst gescheitert sind

Startseite » Wie Unternehmen entscheiden: Psychologie, Architektur und Impulse für bessere Entscheidungen » Denkfehler in Zahlen: Wenn Mathematik in die Irre führt » Sunk Cost Fallacy: Warum Unternehmen an Projekten festhalten, die längst gescheitert sind

Wenn Aufgeben rational wäre – aber niemand den Stecker ziehen will

Ein Unternehmen hat über zwei Jahre hinweg rund vier Millionen Euro in eine neue Plattform investiert. Das Projekt ist überfällig, fehleranfällig, intern umstritten. Externe Lösungen wären günstiger, schneller, zuverlässiger. Und doch lautet die Devise: „Wir haben schon so viel reingesteckt – das ziehen wir jetzt durch.“

Was hier wirkt, ist kein Mut zur Umsetzung, sondern ein klassischer Denkfehler: die Sunk Cost Fallacy. Statt sich von der Vergangenheit zu lösen, klammern wir uns an das, was wir bereits investiert haben – obwohl es objektiv keine Rolle mehr spielen sollte.

Was ist die Sunk Cost Fallacy?

Die Sunk Cost Fallacy beschreibt die Tendenz, Entscheidungen auf Grundlage vergangener Investitionen zu treffen – obwohl diese nicht mehr rückgängig zu machen sind und für die aktuelle Entscheidung irrelevant sein sollten.

Der Begriff wurde 1985 von Arkes & Blumer geprägt. Sie zeigten in Experimenten: Menschen setzen lieber auf ein schlechtes Pferd, wenn sie bereits Geld gesetzt haben – statt auf das bessere, das noch nichts gekostet hat.

Im Business-Kontext heißt das:
Wir führen Projekte weiter, halten an Tools fest oder verlängern Verträge – weil wir schon investiert haben, nicht weil es noch sinnvoll ist.

Warum ist der Denkfehler so hartnäckig?

  • Verlustaversion: Wir empfinden vergangene Verluste als schmerzhaft – und versuchen, sie „wieder reinzuholen“
  • Selbstrechtfertigung: Wer etwas entschieden hat, will nicht zugeben, dass es ein Fehler war
  • Commitment-Bias: Je mehr Zeit, Geld oder Energie wir investiert haben, desto schwerer fällt der Ausstieg
  • Statusschutz: Rückzug wirkt wie Scheitern – besonders in politischen oder hierarchischen Kontexten

Ähnlich wie bei der Planning Fallacy, die zu optimistischen Zeit- und Aufwandsschätzungen führt, unterschätzen Teams bei der Sunk Cost Fallacy oft, wie teuer das „Weiter so“ tatsächlich ist. Die bittere Wahrheit: Geld, das weg ist, ist weg. Und Entscheidungen sollten sich an der Zukunft orientieren – nicht an der Vergangenheit.

Wo schlägt die Sunk Cost Fallacy im B2B besonders oft zu?

1. Großprojekte & Eigenentwicklungen

  • Interne Tools, an denen jahrelang gebaut wurde, werden weiterentwickelt – obwohl es längst bessere Alternativen gibt
  • Jeder Rückzug würde als Eingeständnis von Verschwendung gelten

2. Agentur- und Dienstleisterbeziehungen

  • Verträge werden verlängert, obwohl der Mehrwert längst nicht mehr stimmt
  • Argument: „Die haben ja unser ganzes Onboarding gemacht …“

3. Produktlinien & Geschäftsmodelle

  • Alte Produktlinien werden künstlich am Leben gehalten, weil sie „Tradition“ haben oder viel gekostet haben
  • Neue Lösungen werden blockiert, um das Alte zu rechtfertigen

4. Marketingkampagnen

  • Kampagnen laufen weiter, obwohl die Performance miserabel ist
  • Niemand will sagen: „Die Idee war ein Fehler“ – also wird sie optimiert, verlängert, verkompliziert

Die Sunk Cost Fallacy (Versunkene-Kosten-Fehlschluss) sorgt dafür, dass Buying Center an bestehenden Systemen festhalten, weil bereits viel investiert wurde. Das macht Veränderungen oft schwieriger als erwartet. Wenn Sie diese Logik genauer einordnen möchten, scrollen Sie nach unten und sichern Sie sich einen Termin.

Wie erkennst Du die Sunk Cost Fallacy?

Typische Signale:

  • „Wir haben da schon so viel investiert – das können wir nicht einfach beenden“
  • „Wenn wir jetzt aufhören, war alles umsonst“
  • „Wir sind schon so weit gekommen – das schaffen wir auch noch“
  • „Das wäre politisch schwer zu verkaufen“

Strategien für rationalere Entscheidungen:

  • Zukunftsorientiert entscheiden
    Stelle die Frage: „Würde ich das Projekt heute – mit dem Wissen von jetzt – nochmal starten?“
  • Szenarien entkoppeln
    „Was kostet ein Abbruch?“ vs. „Was kostet ein Weitermachen?“ – unabhängig voneinander betrachten
  • Transparenz in Entscheidungsprozessen
    Dokumentiere: Warum wurde was entschieden? Und: Was hat sich seither geändert?
  • Rückzug als Kompetenz definieren
    Nicht als Scheitern, sondern als strategische Kurskorrektur
  • Stoppkriterien im Voraus festlegen
    Budgetgrenzen, Ergebnisziele, Zeitmarken – und diese verbindlich machen

Auch die Fixed Pie Fallacy kann den Effekt verstärken – wenn Teams glauben, es gebe nur „Verlieren oder Durchhalten“, statt Win-Win-Optionen oder Neuanfänge zu erkennen.

Sonstige Biases, mentale Modelle und Heuristiken im B2B:

Weitere Denkfehler rund um vergangene Entscheidungen:

  • Choice-Supportive Bias – Warum wir unsere Entscheidungen rechtfertigen
  • Endowment Effect – Warum uns das Eigene zu wertvoll erscheint
  • Biases erklärt – Überblick über psychologische Effekte im Unternehmen

Kontext vertiefen?

Wie Unternehmen entscheiden – Der zentrale Überblick über Denkfehler, mentale Modelle und Entscheidungsarchitektur im B2B

Sunk Cost Fallacy – fünf Fragen, die Du Dir stellen solltest

1. Ist es nicht auch ein Zeichen von Durchhaltevermögen, Projekte zu retten?

Ja – wenn sie noch rettbar und sinnvoll sind. Die Sunk Cost Fallacy beginnt dort, wo man nur weitermacht, weil man schon drinsteckt – nicht, weil man überzeugt ist, dass es das Richtige ist.

2. Wie erkennt man in Meetings, dass die Fallacy wirkt?

Wenn Argumente sich auf Vergangenheit statt Zukunft beziehen: „Wir haben schon X gemacht“, „Wir sind fast fertig“, „Wir können das jetzt nicht abbrechen“.

3. Wie gehe ich mit politischen Konsequenzen um, wenn wir ein Projekt beenden wollen?Indem Du klar zeigst: Was kostet es, weiterzumachen? Und: Beende nicht einfach – wandle um, dokumentiere, lerne. So wird ein Rückzug zur strategischen Entscheidung – nicht zum Gesichtsverlust.

Wenn Argumente sich auf Vergangenheit statt Zukunft beziehen: „Wir haben schon X gemacht“, „Wir sind fast fertig“, „Wir können das jetzt nicht abbrechen“.

4. Wie gehe ich mit politischen Konsequenzen um, wenn wir ein Projekt b4. Was hilft operativ gegen die Sunk Cost Fallacy?eenden wollen?

– Entscheidungs-Gates mit Reviewpflicht
– Szenariotechnik mit „Stopp-Linie“
– Einbindung externer Perspektiven (z. B. Audits)
– Unabhängige Budgetfreigabe für Fortführung vs. Neubeginn

5. Kann man den Denkfehler auch bewusst nutzen?

Im Vertrieb, ja – z. B. durch das Prinzip „Sie haben schon viel erreicht – jetzt lohnt es sich, auch die letzten 20 % zu investieren.“ Im Management hingegen sollte man ihn kritisch beobachten – nicht strategisch verstärken.

Torsten Herrmann Avatar

Torsten Herrmann

Geschäftsführender Gesellschafter chain relations GmbH

Torsten Herrmann ist Berater für Neukundengewinnung im B2B und Geschäftsführer von chain relations.
Er verbindet im Marketing Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing und Sichtbarkeit in KI-Assistenten mit Customer-led Growth und Jobs-to-be-Done – immer entlang echter Customer Journeys.
In der Vertriebsberatung analysiert er, warum Sales gewinnt, verliert oder ein Case versandet, baut darauf Wissen über B2B-Kaufentscheidungen auf und befähigt Vertriebsteams, die Entscheidungsdynamik im Buying Center zu erkennen und die Entscheidungsvorbereitung zu unterstützen.
Seine Arbeit richtet sich vor allem an Software- und SaaS-Anbieter, Beratungsunternehmen sowie die Hightech-Industrie.
Buchautor „Lasst die Kunden kommen", Podcaster, Autor mehrerer Fachbuchbeiträge im Springer-Verlag und Verleger des B2B-Agenda Verlags.

Areas of Expertise: Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing,Generative Engine Optimization (GEO), Sales Enablement, Buyer Enablement, Win-Loss-Analyse, Buying-Center-Analyse, B2B-Kaufentscheidungen, qualitative Marktforschung, Context Selling, Jobs-to-be-Done, Customer Journey Analyse, Saas Marketing, Professional Services Marketing, Dienstleistungsmarketing
LinkedIn

Primary Sidebar

  • Account-based Marketing (ABM)
  • Buyer Persona
  • Buying-Center-Analyse
  • Content Marketing
  • Customer-led Growth
    • Customer Journey Mapping für ein optimales Kundenerlebnis
    • Marketing und Sales Alignment
  • Demand Generation
  • Jobs to be Done (JTBD)
  • Ressourcen
    • Blog
    • Neukundengewinnung B2B: Warum moderne Unternehmen umdenken müssen
    • Business-Roman: Lasst die Kunden kommen
    • Webinare
  • Agentur
    • Über uns
    • Beratungsansatz
    • Kontakt

Footer

Kontakt

chain relations GmbH
Gerbermühlstr. 32
60594 Frankfurt am Main
Deutschland/Germany

  • (+49) 69/850 995-60
  • info@chainrelations.de

  • Linkedin

Angebot

Customer-led Growth
Demand Generation
Content Marketing
Account-based Marketing

Über Uns

Über uns
Beratungsansatz
Business-Roman: Lasst die Kunden kommen

Wissen

Customer-led Growth - Wissen, was Kunden wollen
Demand Generation im B2B Marketing
Account-based Marketing – Ein Leitfaden
Jobs-to-be-Done verstehen
Strategie für B2B SaaS Unternehmen
Marketing für Unternehmensberatungen
Kundenbefragungen erstellen
Digitale Neukundenstrategie entwickeln
Win-Loss-Analyse

Lasst die Kunden kommen

Der B2B-Marketing Podcast rund um innovative Neukunden-Gewinnungs-Ansätze.
Logo des Podcasts 'Lasst die Kunden kommen'
Wir suchen B2B-Expert:innen für weitere Interviews. Melden Sie sich gerne!

© Copyright 2026 chain relations · Impressum & Datenschutz