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B2B-Marketing · 12. Oktober 2016

Usability – Nur eine Designfrage?

Startseite » B2B-Marketing » Usability – Nur eine Designfrage?

Wenn Sie Usability nur als Anforderung an die Designabteilung betrachten, steht Ihnen ein böses Erwachen bevor. Sie betrifft viel mehr Aspekte, als Sie glauben.

Der User steht im Mittelpunkt.

Diese Erkenntnis ist mittlerweile auch im B2B-Marketing angekommen. Es geht nicht länger nur darum, die eigene Zielgruppe rund um die Uhr mit Werbung zu beschallen. Stattdessen setzen wir heute auf nutzerzentrierte Konzepte, die dem Zielkunden werthalte Inhalte anbieten – wie zum Beispiel Inbound Marketing oder Content Marketing.

Usability ist hier zu einem Schlüsselwort geworden, denn der Nutzer steht auch im Webdesign an erster Stelle. Jeder befolgt die gängigen Konventionen: Wir alle achten auf kontrastreiche Farben, vermeiden blinkende Banner und wählen gut lesbare Schriften.

Leider endet das Thema User Experience oft an genau dieser Stelle.

Viele Unternehmen degradieren Usability zu einer Reihe von Anforderungen an ihre Designagentur. Eine wichtige Anforderung, sicher – aber letzten Endes nur eine Designfrage. Das ist ein Fehler.

Usability zeigt sich schon im Konzept

User Experience ist nicht nur eine Designanforderung. Sie ist eine Philosophie, die sich durch den gesamten Entstehungsprozess einer Website hindurchzieht. Die Buyer Persona ist von Tag 1 an Ihr wichtigstes Tool.

Bereits in der Konzeption zeigt sich die Usability einer Website. Eine klare Seitenstruktur macht es dem Benutzer einfacher, sich zurechtzufinden. Das gleiche gilt für ein übersichtliches Navigationsmenü. Querverlinkungen zeigen dem Nutzer wiederum sinnvolle nächste Schritte auf.

Ordnen Sie dagegen 400 unverlinkte Unterseiten in 12 verschiedenen Ebenen an, wird die Navigation auf Ihrer Website zur Qual. Nutzer wollen Informationen finden und konsumieren und nicht in Ihrem Labyrinth herumirren.

Konzepter müssen also unbedingt die Usability im Blick halten.

Schwer zugängliche Inhalte nutzen niemandem

Auch Ihre Content-Marketing-Strategie interagiert stark mit der User Experience. Schließlich stehen Inhalte nicht im leeren Raum. Sie sollen die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe erfüllen – und dafür müssen Sie zugänglich sein.

Stellen Sie sich vor, Sie finden ein interessantes Whitepaper auf der Seite eines Anbieters. Bevor Sie das Dokument erhalten, müssen Sie allerdings erst ein Registrierungsformular mit 30 Feldern ausfüllen. Vermutlich schlagen sie dieses attraktive Angebot eher aus.

Content is King, sagt man im Content Marketing – aber nur, wenn er auch einfach zugänglich ist.

Das heißt, auch Marketer und Informationsarchitekten brauchen ein Auge für Usability.

Texte sind Teil der User Experience

Neben dem Design hat der Text einer Website den größten Einfluss darauf, ob ein Besucher bleibt oder geht – ein Faktor, der oft unterschätzt wird. Natürlich hängt auch die Usability in hohem Maße davon ab.

Hätte ich diesen Beitrag zum Beispiel in Blocksatz und ohne Absätze verfasst, würden Sie diesen Teil gar nicht mehr lesen. Sie wären schon nach drei Zeilen abgewandert.

Dabei erhöhen schon ein paar Dinge die Lesbarkeit (und damit auch die Usability) eines Texts enorm:

  • Überschriften
  • Kurze Absätze
  • Einfache Sprache
  • Fokussierung auf den Leser

Wir halten fest: Auch Redakteure und Copywriter müssen also die Usability im Auge behalten.

User Experience ist die Kombination aller Einflussfaktoren

Wir können die Geschichte an dieser Stelle abkürzen, denn die Pointe ist: Jeder, der an der Erstellung einer Website, eines Service oder eines Produkts beteiligt ist, kommt unweigerlich mit Usability in Berührung.

Eigentlich ist das auch vollkommen logisch, denn die User Experience ergibt sich aus der Gesamtwahrnehmung des Nutzers. Darin zahlt jeder Produktaspekt ein – in unserem Fall eben Seitenstruktur, Texte, UX-Design, etc.

Können wir es uns leisten, einen dieser Aspekte zu ignorieren? Nein, denn sie alle wirken sich auf das Gesamterlebnis aus.

Usability ist unverzichtbar

Ihre Konversionsrate wird es Ihnen mit Sicherheit danken.

Usability im B2B-Marketing

1. Was genau bedeutet Usability im Kontext einer Website?

Usability beschreibt, wie einfach, effizient und zufriedenstellend eine Website oder Anwendung für Nutzer:innen zu bedienen ist. Sie betrifft nicht nur das Design, sondern auch Struktur, Inhalt, Navigation und Sprache.

2. Warum reicht gutes Design allein nicht für eine hohe Usability?

Weil auch Navigation, Informationsstruktur, Texte und Zugänglichkeit entscheidend sind. Selbst ein optisch ansprechendes Design nützt nichts, wenn der Nutzer sich nicht zurechtfindet oder Inhalte schwer zugänglich sind.

3. Welche Rolle spielt Content bei der Usability?

Content muss nicht nur relevant sein, sondern auch leicht zugänglich, verständlich und sinnvoll platziert. Unübersichtliche Formulare oder schwer lesbare Texte mindern die Nutzererfahrung und damit auch die Conversion Rate.

4. Wer ist im Unternehmen für Usability verantwortlich?

Nicht nur Designer – auch Konzepter, Marketer, Texter, Entwickler und das Management. Usability ist ein gemeinsames Ziel und Teil einer übergreifenden User-Experience-Philosophie.

5. Welche Auswirkungen hat schlechte Usability im B2B?

Sie erhöht die Absprungrate, senkt die Konversionsrate und schwächt das Markenimage. Gerade im B2B, wo Vertrauen und Nutzerführung zentral sind, kann schlechte Usability echte wirtschaftliche Folgen haben.

QUELLE DES BEITRAGSBILDS:
https://images.nasa.gov/#/details-PIA15252.html

Filed Under: B2B-Marketing

Torsten Herrmann

Torsten Herrmann ist Berater für Neukundengewinnung im B2B und Geschäftsführer von chain relations.
Er verbindet im Marketing Demand Generation, Account-based Marketing, Content Marketing und Sichtbarkeit in KI-Assistenten mit Customer-led Growth und Jobs-to-be-Done – immer entlang echter Customer Journeys.
In der Vertriebsberatung analysiert er, warum Sales gewinnt, verliert oder ein Case versandet, baut darauf Wissen über B2B-Kaufentscheidungen auf und befähigt Vertriebsteams, die Entscheidungsdynamik im Buying Center zu erkennen und die Entscheidungsvorbereitung zu unterstützen.
Seine Arbeit richtet sich vor allem an Software- und SaaS-Anbieter, Beratungsunternehmen sowie die Hightech-Industrie.
Buchautor „Lasst die Kunden kommen", Podcaster, Autor mehrerer Fachbuchbeiträge im Springer-Verlag und Verleger des B2B-Agenda Verlags.

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